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Trauer um SPD-Politiker Cornelius Weiss

Dresden  

Trauer um SPD-Politiker Cornelius Weiss

29.10.2020, 12:35 Uhr | dpa

Trauer um SPD-Politiker Cornelius Weiss. Cornelius Weiss (SPD) spricht auf der Leipziger Buchmesse

Cornelius Weiss (SPD) spricht auf der Leipziger Buchmesse. Foto: Arno Burgi/dpa-Zentralbild/dpa/Archivbild (Quelle: dpa)

SPD und Linke haben den im Alter von 87 Jahren gestorbenen SPD-Politiker und früheren Leipziger Rektor Cornelius Weiss gewürdigt. Er stand von 1991 bis 1997 an der Spitze der Universität Leipzig und leitete von 2004 bis 2007 die SPD- Landtagsfraktion. "Er übernahm in schwierigen Zeiten Verantwortung für die Sozialdemokratie und führte mit seiner ganz unvergleichlichen Art die SPD-Fraktion gut in ihre erste Koalition. Seine unglaubliche Herzenswärme, seine lebensbejahende Art und sein scharfer Verstand bleiben unvergessen", erklärten Parteichef Martin Dulig und Fraktionsvorsitzender Dirk Panter am Donnerstag in Dresden. "Mit ihm verliert die gesellschaftliche Linke in Sachsen und insbesondere die große Zahl der Freunde Russlands eine großartige Persönlichkeit, deren markante Stimme künftig schmerzlich fehlen wird", betonte Linke-Fraktionschef Rico Gebhardt. Weiss sei konsequent, offen und nicht korrumpierbar durch Stellung und Schmeichelei gewesen: "Das prägte ihn als politischen Wissenschaftler und das prägte den Wissenschaftler als Politiker." Als SPD-Fraktionschef und später als Alterspräsident sei er fraktionsübergreifend für seine offene, ehrliche und humorvolle Art geschätzt worden.

Cornelius Weiss habe in seiner Zeit als Rektor der Universität Leipzig, aber auch als Vorsitzender der Landeshochschulkonferenz Sachsen die sächsische Hochschullandschaft entscheidend geprägt, hob der sächsische Wissenschaftsminister Sebastian Gemkow (CDU) hervor: "Sein Name steht in Leipzig für die Wandlung der Universität zu einer der Freiheit der Wissenschaft und der Demokratie verpflichteten Hochschule." Weiss sei der Universität auch nach seinem Ruhestand mit großem Engagement verbunden geblieben: "Für viele, auch für mich, war und ist er ein Vorbild."

Auch an der Uni Leipzig löste die Nachricht Trauer aus: "Zu seinen bleibenden Verdiensten gehörte die personelle und strukturelle Erneuerung der Hochschule in kürzester Zeit. Seinem ausdrücklichen Wunsch entsprang der ungewöhnliche Passus in der Universitätsverfassung und heutigen Grundordnung, wonach Mitglieder und Angehörige der Alma mater Lipsensis berechtigt sind, sich in persönlichen und universitären Angelegenheiten direkt an die Rektorin/den Rektor zu wenden", schrieb die Uni in ihrer Würdigung.

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