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Widerstand gegen den Flughafenausbau Leipzig/Halle

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Widerstand gegen den Flughafenausbau Leipzig/Halle

15.02.2021, 11:22 Uhr | dpa

Widerstand gegen den Flughafenausbau Leipzig/Halle. Flughafen Leipzig/Halle

Eine Maschine startet vom Flughafen Leipzig/Halle. Foto: Jan Woitas/dpa-Zentralbild/dpa/Symbolbild (Quelle: dpa)

Gegen den geplanten Ausbau des Flughafens Leipzig/Halle regt sich erheblicher Widerstand. Bei einer Kundgebung vor der Landesdirektion in Leipzig haben am Montag das "Aktionsbündnis gegen den Flughafenausbau" und die Bürgerinitiative "Gegen die neue Flugroute" eine Protestnote mit mehr als 7500 Unterschriften gegen das Projekt überreicht. "Wir brauchen endlich ein Flughafenmoratorium für diese lauteste stadtnahe nächtliche Lärmquelle Deutschlands", sagte der Sprecher der BI, Matthias Zimmermann, laut einer Mitteilung.

Der Flughafen - inzwischen der zweitgrößte Frachtairport in Deutschland - plant eine deutliche Erweiterung. Vor allem die erwartete Zunahme von nächtlichen Flügen sorgt für Kritik. Der Flughafen hat für Frachtmaschinen eine Nachtflugerlaubnis. "Statt einer Intensivierung des Frachtflugverkehrs soll der Freistaat eine klimagerechte Verkehrswende einleiten, zum Beispiel durch eine schrittweise Verlagerung der Fracht auf die Schiene", betonte Elisabeth Reckmann vom Aktionsbündnis.

Gegen die Pläne konnten seit November bis zum 15. Februar Einwendungen bei der Landesdirektion Sachsen (LDS) gemacht werden.  Zuletzt lagen bei der LDS rund 1900 Einwendungen vor. Die Zahl war in den vergangenen Tagen noch einmal sprunghaft angestiegen, Anfang Februar lag sie bei gut 700. Zudem konnten Einsprüche auch an die 17 vom Ausbau betroffenen Gemeinden adressiert werden. Die Kommunen übersenden diese aber erst nach Ablauf der Auslegungsfrist am 15. Februar an die LDS, daher konnten noch keine Angaben über die Anzahl gemacht werden.

Leipzigs Oberbürgermeister Burkhard Jung befürwortet einen Ausbau des Flughafens Leipzig/Halle. Der Flughafen sei ganz wesentlich für die Entwicklung der Stadt, sagte der SPD-Politiker. Das gelte für die Beseitigung der Massenarbeitslosigkeit in der Vergangenheit ebenso wie die wirtschaftlichen Chancen in der Zukunft.

Allerdings müssten die derzeitigen Erweiterungspläne nachgebessert werden, etwa wenn es um den Lärmschutz gehe. "Wir wollen ein Lärmschutzgutachten auf einem anderen Niveau, wir möchten das Nachtschutzgebiet neu diskutieren, und wir wollen die kurze Südabkurvung verhindern", betonte Jung. Damit ist eine Abflugroute über den Auenwald und das Leipziger Stadgebiet in relativ niedriger Höhe gemeint.

Die Landesdirektion wird nach Angaben einer Sprecherin die Einwendungen auswerten und prüfen, ob das bisherige Anhörungsverfahren trotz pandemiebedingter Einschränkungen ordnungsgemäß durchgeführt wurde. "Die Inhalte werden daraufhin untersucht, welche weiteren Ermittlungen die Behörde durchzuführen hat und ob eigene Sachverständige zu beauftragen sind", erläuterte die Sprecherin. Die Flughafen Leipzig/Halle GmbH erhalte dann als Antragstellerin Gelegenheit, sich zu den Einwendungen und Stellungnahmen zu äußern. Daraus ergäben sich die weiteren Verfahrensschritte.

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