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Artenspürhunde schnüffeln für die Wissenschaft

Leipzig  

Artenspürhunde schnüffeln für die Wissenschaft

02.03.2021, 15:00 Uhr | dpa

Bei der Forschung zu bedrohten Tier- und Pflanzenarten setzen Wissenschaftlerinnen aus Leipzig und Berlin auf vierbeinige Helfer. Speziell ausgebildete Artenspürhunde könnten einen wichtigen Beitrag leisten, um die Bestände seltener Tiere und Pflanzen zu erfassen, teilte das Umweltforschungszentrum (UFZ) am Dienstag in Leipzig mit.

Es sei keineswegs einfach, die Lebensräume etwa von Kammmolchen oder Fischottern zu erfassen. Viele Tiere führten ein Leben im Verborgenen, selbst ihre Hinterlassenschaften wie Kot seien für den Menschen schwer zu entdecken. "Wir müssen dringend mehr über diese Arten wissen", erklärte Annegret Grimm-Seyfarth vom UFZ. "Aber dazu müssen wir sie erst einmal finden."

Der Geruchssinn eines Hundes sei geradezu prädestiniert dafür, kleinste Spuren einer gesuchten Art in der Natur zu finden. Während Menschen ungefähr 6 Millionen Geruchsrezeptoren besitzen, seien es bei einem Hütehund mehr als 200 Millionen, bei einem Beagle sogar 300 Millionen. Kot von Tieren in einem Wald zu finden oder Pilze unter der Erde zu erschnüffeln, sei für Hunde kein Problem.

Gemeinsam mit Anne Berger vom Leibniz-Institut für Zoo- und Wildtierforschung in Berlin und Wiebke Harms vom UFZ hat Grimm-Seyfahrt im Fachblatt "Methods in Ecology and Evolution" eine Überblicksstudie zum Einsatz von Artenspürhunden weltweit veröffentlicht. Dabei ging es darum, welche Hunderassen eingesetzt werden, welche Arten sie gesucht haben und wie erfolgreich sie waren. Dafür wurden 1220 Publikationen ausgewertet, die Einsätze in 60 Ländern dokumentierten.

Die Forscherinnen bilanzieren, mit dem Einsatz von Artenspürhunden seien gute Erfahrungen gemacht worden. Häufig seien die Tiere erfolgreicher als etwa Kamerafallen. Grimm-Seyfarth plant bereits neue Einsätze für die tierischen Schnüffler: In einem neuen Projekt sollen sie sich auf die Suche nach invasiven Pflanzenarten machen.

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