Sie sind hier: Home > Regional > Leipzig >

Leipzig: Verteidiger kritisieren Anklage gegen mutmaßliche Linksextremistin

"Mit heißer Nadel gestrickt"  

Verteidiger kritisieren Anklage gegen mutmaßliche Linksextremistin

31.05.2021, 12:02 Uhr | dpa

Leipzig: Verteidiger kritisieren Anklage gegen mutmaßliche Linksextremistin. Eine Statue der Justitia steht unter freiem Himmel (Symbolbild): Die Angeklagten sollen unter anderem Personen aus der rechten Szene brutal überfallen und zusammengeschlagen haben.  (Quelle: dpa/Arne Dedert)

Eine Statue der Justitia steht unter freiem Himmel (Symbolbild): Die Angeklagten sollen unter anderem Personen aus der rechten Szene brutal überfallen und zusammengeschlagen haben. (Quelle: Arne Dedert/dpa)

Die Bundesanwaltschaft hat Anklage gegen eine mutmaßliche Linksextremistin aus Leipzig und drei weitere Männer erhoben. Ein "erheblicher Teil" der Vorwürfe ist aus Sicht der Verteidiger jedoch nicht haltbar. 

Nach der Anklage einer jungen Frau als Anführerin einer Gruppe von Linksextremisten haben die Verteidiger die Bundesanwaltschaft kritisiert. Die Anklage sei "mit heißer Nadel gestrickt", ein "erheblicher Teil" der Vorwürfe nicht haltbar, teilten die beiden Rechtsanwälte aus Leipzig und Kiel am Montag mit.

Aus ihrer Sicht gibt es für die Mitgliedschaft in einer "kriminellen Vereinigung" keine Belege in den Ermittlungsakten. Auch die weiteren Vorwürfe basierten "zum Teil auf sehr dünner Beweislage" – etwa der Vorwurf der "Ausspähung" eines später angegriffenen Neonazis.

Angriffe auf Personen aus rechter Szene unter Kommando der Angeklagten?

Die Bundesanwaltschaft hat die Frau und drei Männer als Mitglieder einer kriminellen Vereinigung und weiterer Delikte angeklagt. Der jungen Frau wirft sie zudem gemeinschaftliche gefährliche Körperverletzung und besonders schweren Landfriedensbruch vor.

Die militant-linksextremistische Gruppe soll unter ihrem Kommando zwischen 2018 und 2020 gezielt Personen aus der rechten Szene in Sachsen und Thüringen überfallen und zusammengeschlagen haben. Die Frau ist seit Anfang November 2020 in Untersuchungshaft, die Männer sind auf freiem Fuß.

Die Anklage sei unter politischem Druck entstanden, erklärten die Verteidiger. Sie wollen erreichen, dass das Hauptverfahren nur wegen eines Teils der Vorwürfe und an einem örtlich zuständigen Schöffengericht eröffnet wird. Wann das OLG über die Zulassung der Anklage entscheidet, ist nach Angaben einer Sprecherin offen. Zunächst hätten die Verteidiger Gelegenheit zur Stellungnahme.

Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagentur dpa

Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus. Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre E-Mail-Adresse an. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht
Artikel versenden

Empfänger

Absender

Name
Name
E-Mail
E-Mail
10-Tages-Vorhersage

Media Markttchibo.deOTTOWeltbildbonprix.deLIDLBabistadouglas.deMadeleine

shopping-portal

Hinweis:

Der Internet Explorer wird nicht länger von t-online unterstützt!

Um sicherer und schneller zu surfen, wechseln Sie jetzt auf einen aktuellen Browser.

Wir empfehlen unseren kostenlosen t-online-Browser: