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Mainz soll mehr Straßen mit Frauennamen bekommen

Neuer Leitfaden  

Mainz soll mehr Straßen mit Frauennamen bekommen

30.07.2019, 14:28 Uhr | dpa

Mainz soll mehr Straßen mit Frauennamen bekommen. Ein Schild weist auf die "Alicenstraße" hin: In Mainz möchte man auf mehr Frauennamen in Straßenschildern achten. (Quelle: dpa/Christian Schultz)

Ein Schild weist auf die "Alicenstraße" hin: In Mainz möchte man auf mehr Frauennamen in Straßenschildern achten. (Quelle: Christian Schultz/dpa)

Auch 2019 herrscht noch nicht überall Gleichberechtigung zwischen den Geschlechtern. In den meisten deutschen Städten gibt es deutlich mehr Straßen und Plätze mit Männer- als mit Frauennamen. Doch in Mainz arbeitet man nun an mehr Frauennamen im Straßenbild.

In Mainz soll es bald mehr Straßen mit Frauennamen geben. Zwar ist der Anteil der nach Frauen benannten Straßen in den vergangenen Jahren insgesamt leicht gestiegen. Bislang tragen aber nur fünf Prozent aller Straßen den Namen einer weiblichen Persönlichkeit. 1994 waren es sogar nur 2,4 Prozent. Und selbst, wenn man nur die Namen von Straßen zählt, die nach Personen benannt sind, liegt der Frauenanteil daran nur bei zwölf Prozent. 

In den Mainzer Stadtteilen Drais und Lerchenberg hat es laut dem Frauenbüro der Landeshauptstadt bis heute keine einzige Frau auf ein Straßenschild geschafft. Auch auf dem Uni-Campus ging es bis 2010 "frauenlos" zu, ehe dort der Hahn-Meitner-Weg entstand, der neben dem Chemiker Otto Hahn auch an die Physikerin Lise Meitner (1878-1968) erinnert.

Leitfaden zur Benennung von Straßen nach Frauen

Um das zu ändern, hat das Frauenbüro gerade eine Neuauflage seines Leitfadens zur Benennung von Straßen nach weiblichen Persönlichkeiten herausgebracht. Unter dem Titel "Vergessene Frauen" sind darin auch frische Zahlen zum Geschlechterverhältnis zwischen Marienborn und Rheinufer zu lesen.

Zwar hatte der Kultur- und der Frauenausschuss schon vor einiger Zeit beschlossen, dass die Straßen mit den Namen einer Person zur Hälfte nach Frauen zu benennen sind. Das Vorschlagsrecht dafür liegt aber bei den Ortsbeiräten – und die haben offenbar eher zögerlich auf den Beschluss reagiert. Die nun erschienene Neuauflage des Leitfadens richtet sich daher genau an sie.

Die Leistung von Frauen sei lange Zeit unter Wert verkauft worden, sagt auch Annette Trabold, Leiterin der Öffentlichkeitsarbeit beim Leibniz-Institut für Deutsche Sprache in Mannheim. Erst in den vergangenen 20 bis 30 Jahren habe sich das Bewusstsein geändert. "Wir sind noch nicht so fortschrittlich, wie wir glauben." Dabei gebe es genug Frauen, die Großes geleistet hätten und sich für Straßen- oder Platznamen eigneten.


Dass es bei der Würdigung besonderer Leistungen noch immer nicht komplett gerecht zugehe, zeigten Begriffe wie Stadtväter oder "Väter des Grundgesetzes", sagt Trabold. Letzterer verkenne etwa, dass sehr wohl auch Frauen am Gesetzeswerk mitgearbeitet haben. Auch bei den vielgefeierten 100 Jahren Bauhaus sei vor allem von Männern die Rede.

Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagentur dpa

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