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Mainz: 162.000 Wahlberechtigte sind zur Oberbürgermeister-Wahl aufgerufen

Fünf Kandidaten treten an  

162.000 Mainzer sind zur Oberbürgermeister-Wahl aufgerufen

22.10.2019, 11:16 Uhr | dpa

Mainz: 162.000 Wahlberechtigte sind zur Oberbürgermeister-Wahl aufgerufen. Die Kandidaten zur Mainzer OB-Wahl: Tabea Rößner, Michael Ebling, Martin Malcherek, Nino Haase und Martin Ehrhardt. (Quelle: Oryk Haist, Photothek/imago; Die Linke, Nino Haase, Die Partei; Grafik: t-online.de)

Die Kandidaten zur Mainzer OB-Wahl: Tabea Rößner, Michael Ebling, Martin Malcherek, Nino Haase und Martin Ehrhardt. (Quelle: Oryk Haist, Photothek/imago; Die Linke, Nino Haase, Die Partei; Grafik: t-online.de)

Fünf Bewerber treten zur Mainzer Oberbürgermeister-Wahl am 27. Oktober an. Drei Kandidaten haben die größten Chancen. Womit können sie punkten?

Soll die Landeshauptstadt Mainz erstmals von einer Frau geführt werden, von einem Parteilosen oder weiter vom bisherigen Amtsinhaber? Tabea Rößner (Grüne), der parteilose Nino Haase und Michael Ebling (SPD) werden bei der OB-Wahl am nächsten Sonntag (27. Oktober) die größten Chancen eingeräumt. Neben diesen drei Bewerbern kandidieren noch Martin Malcherek von der Linken und Martin Ehrhardt von der Satirepartei Die Partei. Die mehr als 162.000 Mainzer werden ein zweites Mal am 10. November wählen müssen, wenn kein Kandidat auf Anhieb die absolute Mehrheit erreicht.

Ebling (SPD) will wieder Mainzer OB werden

"In einer Oberbürgermeisterwahl antworten die Bürgerinnen und Bürger auch auf die Frage: Von wem möchte ich mich repräsentiert sehen?", sagt Ebling im Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur. "Deswegen ist die Wahlentscheidung auch ein Stück weit von der Parteipräferenz entkoppelt." Der Oberbürgermeister sei immer auch erster Bürger der Stadt. "Er bietet die Möglichkeit zur Identifikation mit der Stadt."

Michael Ebling (Quelle: dpa)Michael Ebling, der Oberbürgermeister von Mainz. Foto: Alexander Heimann/Stadt Mainz/dpa

Auf den Plakaten des Amtsinhabers sieht man denn auch nicht die drei Buchstaben der SPD, sondern nur die Initialen Eblings, in Kleinbuchstaben: "me". Auch die CDU kommt nicht auf den Plakaten vor. Sie unterstützt aber den parteilosen Chemiker Nino Haase. 

CDU unterstützt parteilosen Nino Haase

Ein Mitgliederparteitag im Februar nominierte ihn mit rund 93 Prozent der Stimmen. Haase war Sprecher der Bürgerinitiative Gutenberg-Museum, die sich gegen den Bibelturm als Neubau für das Museum stark gemacht hatte. Der ehemalige Rugby-Spieler ist im hessischen Obertshausen aufgewachsen und hat vor rund zehn Jahren in der TV-Show "Schlag den Raab" drei Millionen Euro gewonnen.

Nino Haase: Die Mainzer CDU unterstützt den parteilosen Kandidaten. (Quelle: Nino Haase)Nino Haase: Die Mainzer CDU unterstützt den parteilosen Kandidaten. (Quelle: Nino Haase)

Tabea Rößner (Grüne) könnte erste Oberbürgermeisterin werden

Ihre grünen Parteifarben zeigt die Bundestagsabgeordnete Rößner. "Es ist Zeit, dass nach 70 Jahren SPD an der Stadtspitze endlich frischer Wind durchs Rathaus weht", sagte sie bei der Bekanntgabe ihrer Kandidatur im Juni.

Tabea Rößner (Grüne): Sie könnte die erste Mainzer Oberbürgermeisterin werden. (Quelle: imago images/Oryk Haist/Archiv)Tabea Rößner (Grüne): Sie könnte die erste Mainzer Oberbürgermeisterin werden. (Quelle: Oryk Haist/Archiv/imago images)

Der Wahlkampf sei deutlich intensiver als bei der letzten OB-Wahl im März 2012, heißt es in der SPD. Damals erhielt Ebling im ersten Wahlgang 40,5 Prozent der Stimmen, in der Stichwahl gegen den Grünen-Kandidaten Günter Beck dann 58,2 Prozent. Beck ist jetzt als Bürgermeister im Stadtvorstand für Finanzen und Sport zuständig; zweite Grüne an der Verwaltungsspitze ist die Umweltdezernentin Katrin Eder.

In einem Leserforum der Mediengruppe VRM setzt Ebling auf seine Mainzer Herkunft. Sein Ansporn sei es, "nie den Bezug zu den Menschen und zum Mainzgefühl, das so einzigartig ist, zu verlieren". Haase hält dem Amtsinhaber vor, "wie immer sehr gefällig und sehr nett" zu klingen. Er moniert, dass Mainz in etlichen Fragen wie der Verkehrspolitik "viel zu schläfrig" sei und endlich neue Anstöße von außen brauche.


Rößner setzt auf den Klimaschutz, ist deswegen auch gegen die Erschließung neuer Wohnviertel in Schneisen, die jetzt noch die Stadt mit frischer Luft versorgten. Lieber sollte geprüft werden, wo in Mainz noch in die Höhe gebaut werden könne. Dem in dieser Frage skeptischen Ebling sagt sie: "Michael, ich kann dir versichern, Mainz wird nicht zu Mainzhattan."

Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagentur dpa

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