Sie sind hier: Home > Regional > Mainz >

Mainz: Naturschützer lehnen Autobahn-Ausbau wegen Fehlern ab

Sechs Spuren für A 643 geplant  

Naturschützer lehnen Autobahn-Ausbau wegen Fehlern ab

13.11.2019, 10:46 Uhr | dpa

Mainz: Naturschützer lehnen Autobahn-Ausbau wegen Fehlern ab. Leuchtspuren von Autos auf einer Autobahn: Die A 643 in Mainz soll ausgebaut werden. (Quelle: dpa/Julian Stratenschulte/Symbolbild)

Leuchtspuren von Autos auf einer Autobahn: Die A 643 in Mainz soll ausgebaut werden. (Quelle: Julian Stratenschulte/Symbolbild/dpa)

Die A 643 in Mainz soll sechsspurig werden. Naturschützer lehnen das ab und verweisen auf zahlreiche rechtlich relevante Fehler in den Planungsunterlagen. Auch Hunderte Anwohner haben sich beschwert.

Die Pläne für den Ausbau der Autobahn durch den Mainzer Sand weisen nach Einschätzung der Naturschutzverbände BUND und GNOR mehrere rechtlich relevante Fehler auf. Außerdem würden sie für das Naturschutzgebiet dauerhaft den Verlust einer Fläche von nahezu zehn Fußballfeldern bedeuten, erklärten der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) und die Gesellschaft für Naturschutz und Ornithologie Rheinland-Pfalz (GNOR) am Dienstag in Mainz.

Die GNOR kommt in ihrer mehr als 68-seitigen Stellungnahme zu dem Bauvorhaben zu dem Schluss: "Der geplante sechsstreifige Ausbau der A 643 wird abgelehnt."

Gutachten zum Naturschutz fehlerhaft

Als Fehler monieren beide Organisationen, dass keine Alternativen geprüft worden und die in den Planunterlagen aufgenommenen Gutachten zum Naturschutz fehlerhaft seien. Einige Vogelarten wie Heidelerche und Ziegenmelker seien ebenso nicht näher untersucht worden wie der Schmetterling Russischer Bär und die Libellenart Asiatische Keiljungfer.

Außerdem seien auch Artengruppen der Flora "mit entscheidender Bedeutung für die Biodiversität" nicht einbezogen worden. Bei strenger Anwendung des europäischen Naturschutzrechts könne der Ausbau so nicht genehmigt werden.

"Unverträglich und schädlich"

Seit der Entscheidung des Bundesverkehrsministeriums für die Aufnahme des Bauvorhabens in den Bundesverkehrsplan im Jahr 2013 hätten sich gravierende gesellschaftliche und politische Änderungen ergeben, erklärten die Naturschützer. Der Planentwurf trage dem gestiegenen Stellenwert für Klimaschutz und Artenschutz nicht Rechnung und "schreibt verkehrspolitisch einen Ansatz fort, der heute als überholt, unverträglich und schädlich angesehen werden muss".


Neben den Stellungnahmen von Naturschutzverbänden und Behörden haben auch mehr als 350 Menschen Bedenken gegen den geplanten Ausbau der A 643 vorgebracht. Die Planfeststellungsbehörde beim Landesbetrieb Mobilität (LBM) muss nun die Einwendungen und Stellungnahmen prüfen.

Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagentur dpa

Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus. Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre E-Mail-Adresse an. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht
Artikel versenden

Empfänger

Absender

Name
Name
E-Mail
E-Mail
10-Tages-Vorhersage

Anzeige
Mäntel-Highlights und schöne Jacken shoppen
bei MADELEINE
myToysbonprix.deOTTOhappy-size.detchibo.deLIDLBabistadouglas.deBAUR

shopping-portal