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Lehrergewerkschaft fordert mehr Bäder für Schwimmunterricht

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Lehrergewerkschaft fordert mehr Bäder für Schwimmunterricht

05.03.2020, 05:53 Uhr | dpa

Lehrergewerkschaft fordert mehr Bäder für Schwimmunterricht. Zwei Kinder plantschen im Becken eines Freibads

Zwei Kinder plantschen im Becken eines Freibads. Foto: Frank May/dpa/Symbolbild (Quelle: dpa)

Schwimmen sollte jedes Kind nach der Grundschule können - der Unterricht ist bundesweit im Lehrplan vorgeschrieben. Die Situation sei aber sehr angespannt, sagte Marco Vogt, Sprecher der Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) in Rheinland-Pfalz. "Das Kardinalproblem ist die fehlende Wasserfläche", fügt er hinzu. Ohne Schwimmbäder könne kein Unterricht angeboten werden, egal wie viele Ausbilder es gebe.

Die Rahmenbedingungen hierfür unterscheiden sich nach Angaben der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) in Rheinland-Pfalz aber von Region zu Region. "Der Wille ist da und in vielen Städten und Kommunen gibt es auch regelmäßig Schwimmunterricht", sagte GEW-Landesvorsitzender Klaus-Peter Hammer der Deutschen Presse-Agentur. Gerade im ländlichen Raum fehlt es aber an Hallenbädern oder Busse, um die Schüler zum nächsten Bad zu fahren.

Die DLRG warnte bereits im vergangenen Jahr davor, dass Deutschland zu einem Land der Nichtschwimmer werden könnte. Den Angaben zufolge können bundesweit 20 bis 25 Prozent aller Grundschulen inzwischen keinen Schwimmunterricht mehr anbieten. Der Hauptgrund: Ihnen steht kein Bad mehr zur Verfügung. In Rheinland-Pfalz gibt es nach Angaben des Innenministeriums 270 Schwimmbäder. Die Bäder werden aber immer weniger. Seit dem Jahr 2000 hätten landesweit insgesamt 43 Bäder dauerhaft geschlossen.

Das DLRG befürchtet, dass durch den ausbleibenden Unterricht einige Kinder Nichtschwimmer bleiben. Sie seien gerade im Sommer besonders gefährdet, wenn sie in der Nähe vom Schwimmbecken und Seen spielen. Einer Umfrage zufolge, die die DLRG im Jahr 2017 in Auftrag gegeben hat, sind rund 60 Prozent der Zehnjährigen keine sicheren Schwimmer.

"Die Kinder von heute sind aber die Erwachsenen von morgen", sagte DLRG-Landessprecher Vogt. Im Kindesalter sei die Koordination noch am besten, um Schwimmen zu lernen. Wenn das versäumt werde, sinke auch die Wahrscheinlichkeit, es als Jugendlicher oder Erwachsender nachzuholen. Damit steige auch das Risiko zu ertrinken.

Die Gefahren lauern aber nicht in erster Linie in Schwimmbädern oder an überwachten Badeseen. Problematisch wird es laut Vogt, wenn Nichtschwimmer in eine Situation kommen, in der sie schwimmen müssen - etwa weil sie eine Flussströmung erfasst. Solche Fälle gebe es etwa in heißen Sommern immer wieder, wenn viele Menschen auf der Suche nach einer Abkühlung sind. Auch solche, die nicht so gut schwimmen können. 2018 starben in rheinland-pfälzischen Gewässern 22 Menschen. Die DLRG stellt am (heutigen) Donnerstag die Zahlen für das vergangene Jahr vor.

Der GEW-Landesvorsitzende Hammer fordert einen Ausbau der Bäderversorgung: "Die Kommunen sollten nicht immer nur schließen, sondern neue Bäder eröffnen oder alte wiedereröffnen." Das sieht auch die DLRG so. Der Bundesverband hat aus diesem Grund im vergangenen September die Petition "Rettet die Bäder!" an den Deutschen Bundestages übergeben. Mehr als 130 000 Unterzeichnende fordern darin einen bundesweiten Masterplan zu Erhaltung und Sanierung von Schwimmbädern.

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