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Corona-Krise: Mainzer Studenten schlagen Alarm

Nebenjobs brechen weg  

Mainzer Studenten schlagen wegen Corona Alarm

06.04.2020, 10:17 Uhr | dpa

Corona-Krise: Mainzer Studenten schlagen Alarm. Ein Kellner räumt einen Tisch in einem Restaurant ab (Symbolbild): Studenten in Mainz brechen in der Corona-Krise die Nebenjobs weg. (Quelle: dpa/Sebastian Gollnow)

Ein Kellner räumt einen Tisch in einem Restaurant ab (Symbolbild): Studenten in Mainz brechen in der Corona-Krise die Nebenjobs weg. (Quelle: Sebastian Gollnow/dpa)

Mit einem offenen Brief haben sich Mainzer Studentenvertreter an die Landesregierung gewandt. Sie machen darin auf die finanzielle Nöte der Studierenden in der Corona-Krise aufmerksam.

Viele Studenten jobben normalerweise in Bars, Kneipen, Restaurants oder Läden – doch in der Corona-Krise sind diese geschlossen. Das stürzt so manchen Studierenden in Rheinland-Pfalz in arge finanzielle Nöte. Bei Studentenvertretern häufen sich die Anfragen oder Hilferufe. Der Allgemeine Studierendenausschuss (AStA) in Mainz hat auch schon einen offenen Brief an die Landesregierung geschrieben, um auf die Lage aufmerksam zu machen.

Johannes Maurer, Referent für Hochschulpolitik des AStA an der Mainzer Johannes Gutenberg-Universität, sagt, es gehe nicht darum, in diesen schweren Zeiten der Politik einen Vorwurf zu machen. Die müsse derzeit sehr viel regeln. Dennoch müsse auf die Situation der Studierenden aufmerksam gemacht werden. In der Gastronomie werde alles nach Stunden bezahlt. "Das ist jetzt alles weg." Maurer berichtet, dass der Hilfsfonds des AStA verstärkt genutzt werde, doch der sei wie auch Hilfen der Studentenwerke nun mal begrenzt.

Dreistelliger Betrag fehlt nun

Manuel Schabel beispielsweise studiert in Mainz Philosophie und Theaterwissenschaften, gleichzeitig noch Psychologie. Gearbeitet hat er zuletzt in einem Restaurant und in einem Weinhandel, wobei der Restaurant-Job der wesentlich umfangreichere und damit wichtigere war, wie er berichtete. Doch dort sind die Türen nun geschlossen. Unterm Strich fehlt dem aus Osthessen stammenden Schabel nun pro Monat ein ordentlicher dreistelliger Betrag, obwohl er sich einen Minijob im Einzelhandel gesucht hat.

Er habe ein bisschen gespart, sagt Schabel. Mit einer für Mainz vergleichsweise günstigen Miete von unter 300 Euro für sein WG-Zimmer könne er sich drei bis vier Monate einigermaßen über Wasser halten, sagte der 26-Jährige. Danach werde es aber definitiv knapp. "Das zehrt an den Reserven." In seiner Mainzer WG ist das gesamte Spektrum dessen zu sehen, wie es gerade gehen kann. Ein Mitbewohner bekomme Bafög, einer Kurzarbeitergeld, einer sei in der gleichen Situation wie er und einer habe reiche Eltern. "Der kann gerade eher chillen." Das Problem für die anderen sei die Unsicherheit, keiner wisse, wie lange die aktuelle Krise anhalte. Es machten sich schon Sorgen breit.

Mainzer AStA wendet sich an Landesregierung

In dem offenen Brief des Mainzer AStA an die Landesregierung wird unter anderem vorgeschlagen, in Studierendenwohnheimen Betroffenen die Miete zu erlassen und dies durch Ausgleichszahlungen an die Studierendenwerke abzufangen. Bedacht werden müsse auch die Situation ausländischer Studierender. Die hätten zwar ihren gewöhnlichen Aufenthalt in Deutschland, seien aber keine deutschen Staatsbürger. "Die Menschen können derzeit nicht einreisen und werden damit von ihrem sozialen Leben und ihrem Arbeitsplatz isoliert. Auch hier droht ein finanzieller Kollaps mit der Konsequenz, dass ein Studium nicht fortgeführt werden kann."

Das Wissenschaftsministerium in Mainz teilte mit, man könne die Problematik der Studenten, die in dem Brief aufgeführt worden sei, nachvollziehen. Bund und Länder suchten nach Lösungen, um auch Studierenden in dieser Ausnahmesituation zu helfen. Es sei in der derzeitigen Situation besonders wichtig, dass BAföG-Leistungen durch die Einschränkungen im Vorlesungsbetrieb nicht eingeschränkt seien. Darüber hinaus seien bei der Novellierung des BAföG Anreize vorgesehen, um im Gesundheitswesen, in sozialen Einrichtungen oder in der Landwirtschaft eine Tätigkeit zu übernehmen. "Das Land setzt sich hier für eine Verbesserung der Bundesregelungen ein."

Der Landesregierung sei bewusst, dass Studierende durch Mietzahlungen belastet seien. Das Land finanziert schon jetzt die Stipendienstiftung, welche an Studierende der Hochschulen in Rheinland-Pfalz Stipendien vergebe. Zudem verwies das Ministerium auf die Fonds für Studierende in Notlagen bei den Studierendenwerken.

Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagentur dpa

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