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Glocke läutet Hiroshima-Gedenktag in Büchel ein

Mainz  

Glocke läutet Hiroshima-Gedenktag in Büchel ein

05.08.2020, 06:20 Uhr | dpa

Glocke läutet Hiroshima-Gedenktag in Büchel ein. Atombombenexplosion in Hiroshima am 06. August 1945

Ein Foto vom Hiroshima Peace Memorial Museum zeigt die Atombombenexplosion 1945. Foto: Hiroshima Peace Memorial Museum/HIROSHIMA PEACE MEMORIAL MUSEUM/dpa/Archivbild (Quelle: dpa)

Die Friedensbewegung ruft zum 75. Jahrestag des Abwurfs der ersten Atombombe zur Ächtung von Atomwaffen auf. Aktivisten der Kampagne "Büchel atomwaffenfrei" wollen sich an diesem Donnerstag in einer Mahnwache vor dem Haupttor des Luftwaffenstützpunkts in der Eifel versammeln. Dort sollen die einzigen Atomwaffen in Deutschland lagern. Sie sind Teil der nuklearen Abschreckung der Nato. Offiziell wird weder von deutscher noch von US-Seite bestätigt, dass sie existieren. Für ihren Einsatz im Ernstfall hält die Bundeswehr Tornado-Kampfjets bereit.

"Um viertel nach acht wird zu Beginn der Mahnwache eine Glocke geschlagen", sagt Kampagnensprecherin Marion Küpker. "Zu diesem Zeitpunkt wurde in Hiroshima die Bombe abgeworfen." Für den 9. August, den Jahrestag des zweiten Atombombenabwurfs der USA auf Nagasaki ist ein 24-stündiges Dauergebet geplant.

Zu der Mahnwache wollen nach Angaben Küpkers mehrere Politiker der Linken und der SPD kommen. Auch die Grünen-Landesvorsitzende Misbah Khan will nach Büchel kommen. "Dieser Jahrestag mahnt uns, das Thema Atomwaffen wieder verstärkt auf die Agenda zu setzen", sagte Khan und forderte den Abzug und die Vernichtung der in Büchel gelagerten Atombomben.

Der 6. August 1945 müsse im Gedächtnis der Menschheit auf ewig mit dem Abwurf der Atombombe über Hiroshima verbunden sein, sagte SPD-Fraktionschef Alexander Schweitzer der Deutschen Presse-Agentur. "Hiroshima und auch Nagasaki sind ein Symbol und Beweis für das, was Atomwaffen anrichten können und mahnen uns: Nie wieder!" Die aktuellen Entwicklungen in den internationalen Beziehungen sehe er mit großer Sorge. "In unser aller Interesse muss das Ziel mehr denn je die weltweite nukleare Abrüstung lauten. Dazu gehört auch ein atomwaffenfreies Deutschland und Rheinland-Pfalz."

Im Rahmen einer "Mainzer Aktionswoche gegen Atomwaffen" findet am Donnerstag (17.30 Uhr) ein Friedensgebet in der Ruinenkirche St. Christoph statt, die im Zweiten Weltkrieg zerstört wurde. Als Teilnehmer ist der Mainzer Bischof Peter Kohlgraf angekündigt, der als Präsident der katholischen Friedensbewegung Pax Christi die Bundesregierung auffordert, den Atomwaffenverbotsvertrag der Vereinten Nationen zu unterzeichnen.

Kohlgraf kritisierte, dass die Bundesregierung und das Nato-Bündnis weiter auf Abschreckung setzten. "Deutschland ist in die nukleare Teilhabe eingebunden, die die Mitarbeit am Einsatz von Atombomben durch die deutsche Bundeswehr bedeutet." Jetzt sei die Erneuerung der in Deutschland stationierten amerikanischen Atomwaffen und die Anschaffung neuer Kampfjets für den Abwurf dieser Atombomben geplant. "Die Drohung mit der Vernichtung des Lebens durch Atomwaffen kann kein Synonym für Frieden sein", mahnte der Bischof.

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