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Land nimmt digitale Bildungsplattformen in die Hand

Mainz  

Land nimmt digitale Bildungsplattformen in die Hand

11.08.2020, 06:39 Uhr | dpa

Land nimmt digitale Bildungsplattformen in die Hand. Daniel Köbler (Die Grünen)

Daniel Köbler (Die Grünen) spricht. Foto: picture alliance / dpa/Archivbild (Quelle: dpa)

Rheinland-Pfalz treibt im neuen Schuljahr die Entwicklung eigener Digitalplattformen für den Unterricht voran. Das Bildungsministerium in Mainz teilte in der Antwort auf eine Landtagsanfrage des Grünen-Abgeordneten Daniel Köbler mit, bis zum kommenden Jahr werde der "Schulcampus RLP" für alle Schulen als "digitale Arbeitsumgebung für Lehrende sowie Schülerinnen und Schüler" bereitgestellt. Daneben werde im Schuljahr 2020/21 das Open-Source-System "Big Blue Button" (BBB) für Videokonferenzen auf landeseigenen Servern bereitgestellt.

Am kommenden Montag soll der Unterricht in Rheinland-Pfalz im Regelbetrieb beginnen - ohne Maskenpflicht im Klassenraum. Für den Fall einer deutlichen Zunahme der Corona-Infektionen oder lokaler Ausbrüche hat das Bildungsministerium zwei weitere Szenarien vorbereitet: abwechselnd Präsenzunterricht und Fernunterricht oder nur Fernunterricht.

"Mit den Erfahrungen der letzten Wochen haben wir zum einen deutlich an Flexibilität für die kommende Zeit gewonnen und zum anderen Perspektiven für einen zeitgemäßen Unterricht auch nach Corona eröffnet", erklärte Köbler als bildungspolitischer Sprecher der Grünen-Fraktion zur Antwort des Ministeriums. "Jetzt gilt es, den Schwung mitzunehmen und am Ball zu bleiben." An den Schulen gebe es eine große Offenheit und Bereitschaft für digitales Lehren und Lernen. Bislang werde das digitale Lernen aber von vielen verschiedenen Systemen, Lernplattformen und Tools erschwert. "So werden teilweise innerhalb einer Schule unterschiedliche Kommunikationswege und Lernplattformen genutzt, was zu großem Durcheinander führen kann." Mit der Integration bisheriger Anwendungen könne der Schulcampus als einheitliche digitale Lernplattform Abhilfe schaffen.

An der Entwicklung des Schulcampus' waren bisher sieben Pilotschulen beteiligt. Jetzt beginne die Pilotphase mit 48 Schulen und 7 Studienseminaren, teilte Bildungsministerin Stefanie Hubig (SPD) in der Antwort mit. Der Schulcampus integriere unter anderem die Lernplattform Moodle, die Mediathek Omega mit mehr als 21 000 Lernmaterialien und die Plattform Curriculum für digitale Lehrpläne. Auch eine zentrale Dateiablage sei in der Schulcampus-Cloud von überall verfügbar.

Die Bedeutung von Videokonferenzen im Fernunterricht wurde während der Zeit der Schulschließungen ab Mitte März deutlich. Als Übergangslösung wurde Ende April das kommerzielle System Cisco Webex angeschafft. Dieses wurde im Juli nach Angaben des Ministeriums von 18 000 Lehrkräften an 800 Schulen genutzt, mit täglich bis zu 1800 Videokonferenzen. Es soll nun im neuen Schuljahr von der Open-Source-Lösung "Big Blue Button" (BBB) abgelöst werden. Bei Open-Source-Software ist der Quellcode für alle offen zugänglich und kann von allen am Projekt beteiligten Programmierern verbessert werden, etwa für eine größtmögliche Sicherheit. Die digitale Kommunikation läuft dann nicht mehr über Großrechner (Server) des kommerziellen Anbieters, sondern über die landeseigene Infrastruktur.

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