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Experte: Wahlkampf für Herausforderer Baldauf schwer

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Experte: Wahlkampf für Herausforderer Baldauf schwer

23.11.2020, 05:35 Uhr | dpa

Experte: Wahlkampf für Herausforderer Baldauf schwer. Landtagswahlkampf

Christian Baldauf, Fraktionsvorsitzender der CDU, sitzt mit Maske an seinem Platz im Landtag. Foto: Andreas Arnold/dpa (Quelle: dpa)

Der erste Landtagswahlkampf in Corona-Zeiten macht es nach Einschätzung des Politikwissenschaftlers Uwe Jun dem Herausforderer für das Amt des Regierungschefs besonders schwer. "Der erste Wahlkampf in der Corona-Phase muss auf Präsenz-Veranstaltungen nahezu verzichten. Wir haben nur zwei Bühnen: Die traditionellen Massen-Medien - Print, Fernsehen und Radio - und den online-Wahlkampf", sagte der Politologe von der Universität Trier der Deutschen Presse-Agentur in Mainz. Diese Situation sei für den Herausforderer Christian Baldauf (CDU) besonders schwierig, weil sein Bekanntheitsgrad nicht so hoch sei.

"Vielen sagt allenfalls der Name etwas." Baldaufs Möglichkeiten, seine Person nach vorne zu schieben und die Aufmerksamkeit auf sich zu lenken, seien in diesem Wahlkampf begrenzt. "Für die anderen Parteien ist es nicht ganz so gravierend", sagte Jun.

"Für Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) ist der Wahlkampf ohne große Präsenzveranstaltungen nicht ganz so ein gravierender Nachteil, weil sie über einen sehr hohen Bekanntheitsgrad verfügt - und auch über einen recht hohen Popularitätsgrad." Die Spitzenkandidatin der Grünen, Anne Spiegel, sei den Wählern zwar weitgehend unbekannt. "Aber die Grünen haben die Wählerschaft, die am stärksten politikinteressiert ist und das wiegt es etwas auf", sagte der Wissenschaftler.

Die FDP dagegen sei zwar keine Partei, die so stark auf große Präsenzveranstaltungen setze. "Sie steht aber vor einer ganz schwierigen Landtagswahl." Der Bundestrend spreche aktuell gegen sie. Ihr Zugpferd - Minister und Vize-Ministerpräsident Volker Wissing - sei inzwischen vor allem als Generalsekretär der Partei in Berlin aktiv. Die Spitzenkandidatin, Staatssekretärin Daniela Schmitt, sei den meisten Wählern völlig unbekannt. Zudem fehle bislang eine klare Koalitionsaussage. "In der Vergangenheit war es für die FDP immer von Vorteil, wenn sie eine Präferenz zum Ausdruck gebracht hat."

Die oppositionelle AfD hingegen "ist ohnehin stärker mit sozialen Netzwerken verbunden und legt viele Online-Aktivitäten an den Tag". Der Einzug der Linken in den rheinland-pfälzischen Landtag wäre aus Sicht Juns "eine große Überraschung". "Sie haben keine große organisatorische Basis und im Moment auch keinen Rückenwind aus der Bundespolitik." Zudem waren sie noch nie im Landtag in Mainz vertreten.

Und die Bundespolitik? Die ungeklärte Nachfolge von CDU-Parteichefin Annegret Kramp-Karrenbauer sei sicherlich nicht förderlich für die Partei, sagte Jun. "Aber die Partei generiert dadurch immer noch viel Aufmerksamkeit. Das wiegt den Nachteil, dass es noch keinen Namen gibt, etwas auf."

"Das größte Problem für Malu Dreyer ist die Lage der Bundes-SPD", sagte der Wissenschaftler. "Für sie kann es nur gut sein, wenn es keinen Gegenwind aus Berlin gibt, wenn sich die SPD wie im Moment recht geschlossen zeigt."

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