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Biontech: Großbritannien wird nicht bevorzugt behandelt

Mainz  

Biontech: Großbritannien wird nicht bevorzugt behandelt

02.12.2020, 16:05 Uhr | dpa

Biontech: Großbritannien wird nicht bevorzugt behandelt. Eine Flüssigkeit tropft aus der Kanüle einer Spritze

Eine Flüssigkeit tropft aus der Kanüle einer Spritze. Foto: Karl-Josef Hildenbrand/dpa (Quelle: dpa)

Auch nach der Zulassung des Corona-Impfstoffs in Großbritannien wollen der Mainzer Hersteller Biontech und sein US-Partner Pfizer an einer "fairen" weltweiten Verteilung des Präparats festhalten. Die Biontech-Unternehmensführung trat am Mittwoch Befürchtungen entgegen, die EU und die USA könnten bei den Auslieferungen des Vakzins das Nachsehen haben, da die Briten früher grünes Licht für den Impfstoff gegeben haben. "Wir haben von Anfang an gesagt, dass wir den Impfstoff der ganzen Welt zur Verfügung stellen und an alle fair verteilen, die ihn haben wollen", betonte Vorstand Sean Marett wenige Stunden nach Bekanntwerden der Zulassung vor Journalisten. "Und das heißt, dass nicht alle Dosen an Großbritannien gehen. Großbritannien erhält wie alle einen fairen Anteil."

Der Biontech-Geschäftsvorstand (CBO) fügte hinzu: "Wir werden so viele Dosen ausliefern, wie wir können, und so schnell, wie wir können, an alle, die das Präparat genehmigen." Bis Ende Dezember könnten 50 Millionen Dosen ausgeliefert werden. In dieser Zahl sind nach seinen Worten auch die bereits vorproduzierten Präparate enthalten. Im nächsten Jahr sollen dann 1,3 Milliarden Dosen hergestellt werden. Für eine Impfung werden zwei Dosen verabreicht.

Zu der Frage, ob die britische Aufsichtsbehörde für Arzneimittel schneller gearbeitet habe als die entsprechenden Stellen in der EU und den USA, wollte sich die medizinische Geschäftsführerin und Mitgründerin von Biontech, Özlem Türeci, nicht konkret äußern. "Wir haben sehr positive Erfahrungen mit den Zulassungsbehörden in aller Welt gemacht", sagte sie. Die Mitarbeiter dort arbeiteten unter hohem Druck, zügig und teilweise rund um die Uhr und seien sehr engagiert.

Die Lieferungen nach Großbritannien sollen nach Maretts Worten sofort beginnen und per Luftfracht oder Lastwagen erfolgen. Falls es im Zusammenhang mit dem Ende der Brexit-Übergangsphase Ende Dezember zu Lieferunterbrechungen kommen sollte, werde man nach anderen Möglichkeiten suchen.

Das Präparat könne in den Impfzentren durch das Nachfüllen von Trockeneis bis zu 15 Tage gelagert werden, erklärte er. Bei normalen Kühlschranktemperaturen sei es maximal fünf Tage haltbar. Bei Auslieferungen aus den Verteilzentren beispielsweise in Pflegeheime sei das aufgetaute Vakzin bis zu sechs Stunden haltbar. Extrem niedrige Temperaturen von minus 70 Grad seien nur für längerfristige Lagerungen über Monate hinweg erforderlich.

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