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Kunden nutzen letzten Tag vor dem Lockdown

Mainz  

Kunden nutzen letzten Tag vor dem Lockdown

15.12.2020, 01:23 Uhr | dpa

Kunden nutzen letzten Tag vor dem Lockdown. Malu Dreyer spricht bei einem Parteitag

Malu Dreyer, Ministerpräsidentin von Rheinland-Pfalz, spricht bei einem Parteitag. Foto: Thomas Frey/dpa (Quelle: dpa)

Am letzten Tag vor der coronabedingten Schließung des Einzelhandels haben viele Menschen in Rheinland-Pfalz die Gelegenheit für einen Weihnachtseinkauf genutzt. Vor Läden bildeten sich am Dienstag Schlangen, und in zahlreichen Geschäften war die Nachfrage nach Geschenken oder Waren des täglichen Bedarfs groß. Wohl besonders gefragt waren Friseurtermine.

"Viele haben schon um 7.00 Uhr geöffnet und arbeiten bis abends spät", sagte der Vorsitzende Landesinnungsmeister beim Landesverband Friseure und Kosmetik Rheinland, Guido Wirtz, in Körperich (Eifelkreis Bitburg-Prüm). Man versuche, so viele Kunden wie möglich zu bedienen. "Aber alle schaffen wir leider nicht."

Er gehe daher davon aus, dass der eine oder andere sich mit seinen Haaren mit Sicherheit nicht so glücklich fühle. Für die Friseure sei der durch den Shutdown wegbrechende Umsatz "ganz schlimm". Wirtz rechnet damit, dass viele Betriebe die Krise nicht überstehen werden.

Ministerpräsidentin Malu Dreyer appellierte an die Bürger, während des Shutdowns beim örtlichen Einzelhandel zu bestellen. "Unterstützen Sie die lokalen Geschäfte in Ihrer Umgebung", sagte die SPD-Politikerin am Dienstag in ihrer Regierungserklärung in Mainz. "Die allermeisten bieten Abhol- und Lieferservice an."

Von diesem Mittwoch an müssen auch in Rheinland-Pfalz viele Geschäfte bis zunächst zum 10. Januar geschlossen bleiben, das öffentliche Leben wird wegen der anhaltend hohen Corona-Infektionszahlen heruntergefahren. Läden, die Dinge des täglichen Bedarfs anbieten, wie Supermärkte, Drogerien oder Apotheken, dürfen während des verschärften Lockdowns öffnen. Auch der Verkauf von Weihnachtsbäumen ist erlaubt. Der Handelsverband Rheinland-Pfalz hatte die Schließung in der Vorweihnachtszeit kritisiert. Es gebe zudem die Sorge, dass der 10. Januar nicht der letzte Tag der Schließung sein werde.

Die Baumarktkette Hornbach berichtete von einem gewaltigen Interesse an den letzten regulären Verkaufstagen vor dem Shutdown. Der Andrang zum Beispiel an der Filiale im pfälzischen Bornheim sei "extrem" gewesen, sagte ein Unternehmenssprecher. "90 Prozent der Parkplätze waren besetzt, und das an einem Dienstag." Der Montag sei möglicherweise einer der verkaufsstärksten Tage des Jahres gewesen. Großes Interesse herrsche an Weihnachtsartikeln sowie an Farben und Tapeten, aber auch der Absatz etwa von Feuerkörben steige an.

Anders als beim Corona-Lockdown im Frühjahr müssen diesmal auch Baumärkte schließen. Allerdings dürfen sie wie andere Geschäfte einen Abholdienst anbieten, wenn Kunden die Ware vorher bestellt haben. "Wir können uns das bei zahlreichen Artikeln vorstellen, etwa bei Brennholz", sagte der Sprecher.

Branchenverbände wie die Industrie- und Handelskammer (IHK) forderten vor dem Shutdown an diesem Mittwoch durchdachte Konzepte für die Zeit danach. "Die Politik muss die Zeit nutzen, um jetzt Bewertungsmaßstäbe und Maßnahmen für verschiedene Szenarien zu entwickeln", sagte Hauptgeschäftsführer Tibor Müller von der IHK Pfalz. "Damit sollte umgehend begonnen werden, damit wir keine wertvolle Zeit verlieren." Die stark gebeutelte Wirtschaft müsse schnell und dauerhaft wieder hochgefahren werden.

Wichtig sei zudem, die Regelungen einheitlich anzuwenden, damit es nicht zu Wettbewerbsverzerrungen komme. "Die Landesverordnung legt massive Einschränkungen fest, lässt an einigen Stellen dennoch Interpretationsspielraum, ob bestimmte Geschäfte öffnen dürfen oder nicht", betonte Müller. Hier müsse mit einer Elle gemessen werden.

Der englische Begriff Lockdown bedeutet Ausgangssperre, unter Shutdown wird die Schließung oder Stilllegung etwa von Betrieben oder Geschäften verstanden. In der Corona-Krise werden beide Begriffe in der deutschen Sprache häufig für gravierende Einschränkungen des gesellschaftlichen oder wirtschaftlichen Lebens verwendet.

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