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Corona-Lockdown drückt Kriminalitätsrate

Mainz  

Corona-Lockdown drückt Kriminalitätsrate

24.02.2021, 13:05 Uhr | dpa

Corona-Lockdown drückt Kriminalitätsrate. Innenminister Roger Lewentz

Roger Lewentz (SPD)steht vor dem Landeswappen mit Polizeistern. Foto: Andreas Arnold/dpa/Archivbild (Quelle: dpa)

So wenige Straftaten hatte die Polizei in Rheinland-Pfalz zuletzt kurz nach der deutsch-deutschen Wiedervereinigung erfasst: Im Corona-Jahr 2020 sank die Zahl der registrierten Delikte nach Angaben des Innenministeriums auf den niedrigsten Stand seit 1992. Insgesamt gut 230 000 Straftaten wurden den Polizeibehörden im Land bekannt, das waren etwa 11 000 weniger als noch im Jahr 2019. Gleichzeitig konnte die Polizei so viele Straftaten aufklären wie noch nie, seit die Kriminalstatistik im Jahr 1971 erstmals bundesweit einheitlich erhoben wurde.

Innenminister Roger Lewentz (SPD) führte diese Entwicklung am Mittwoch auch auf die Einflüsse der Corona-Pandemie und des damit verbundenen Lockdowns im Frühjahr 2020 zurück. Damals war das öffentliche Leben wegen der Corona-Pandemie wochenlang weitgehend heruntergefahren worden, die Menschen wurden aufgefordert, möglichst zu Hause zu bleiben. Für einige Straftaten fehlte somit schlicht die Gelegenheit - zum Beispiel für Ladendiebstähle, weil eben zahlreiche Geschäfte über längere Zeit geschlossen waren.

Außerdem wurde weniger in Wohnungen eingebrochen. Die Zahl der erfassten Fälle lag um etwa ein Fünftel niedriger als im Jahr davor, wie das Innenministerium berichtete. Die 2627 Taten, da sind versuchte Wohnungseinbrüche mit eingerechnet, bedeuteten ebenfalls den niedrigsten Stand seit Beginn der Statistik 1971.

Wie Lewentz weiter erläuterte, hatte der zweite Lockdown ab November dagegen bislang nur geringfügige Auswirkungen auf die Kriminalstatistik für 2020. Die damit verbundenen Veränderungen würden überwiegend erst in der nächsten Statistik deutlich.

Trotz sinkender Zahlen seien die Sicherheitsbehörden aber ständig mit neuen und steigenden Anforderungen konfrontiert, sagte der Innenminister. Er verwies unter anderem auf die Amokfahrt von Trier, als ein Mann Anfang Dezember mit einem Auto durch die Fußgängerzone gerast war und gezielt Passanten angefahren hatte. Fünf Menschen wurden getötet, zahlreiche weitere verletzt. Der Täter wurde kurz darauf gefasst. Die Ermittlungen dazu laufen noch.

Die Polizei in Rheinland-Pfalz konnte im Jahr 2020 etwa zwei Drittel aller Straftaten aufklären. Die Aufklärungsquote von 66,2 Prozent sei der höchste Wert seit Einführung der bundeseinheitlichen Kriminalstatistik im Jahr 1971. Sie lag um 1,3 Punkte höher als im Jahr 2019.

Knapp ein Viertel aller erfassten Straftaten in Rheinland-Pfalz waren Diebstahlsdelikte, es folgen sogenannte Rohheitsdelikte - dazu gehören Körperverletzung oder Raub - mit einem Anteil von etwa 18 Prozent. Nur selten sind dagegen Mord oder Totschlag: Die Polizei erfasste 95 Straftaten gegen das Leben, in 45 Fällen davon blieb es beim Versuch.

Eine Zunahme wurde bei den Fällen von Partnerschaftsgewalt verzeichnet - insgesamt stieg diese Zahl binnen eines Jahres um 3,8 Prozent auf etwa 8700 Delikte, darunter knapp 6400 Körperverletzungen. Der Anstieg gehe auf die zweite Jahreshälfte zurück, berichtete das Ministerium.

Zu den neuen Kriminalitätsphänomenen in der Corona-Zeit zählt der Betrug mit den Soforthilfen, die im Frühjahr 2020 für Selbstständige und Unternehmen gedacht waren. Rund 550 Anzeigen gingen dazu bei den Polizeien in Rheinland-Pfalz ein.

Rein rechnerisch ergibt sich insgesamt eine Zahl von 5626 Straftaten pro 100 000 Einwohner in Rheinland-Pfalz. Bundesweit lag diese Zahl im Jahr 2019 bei 6548. Hinzu kommt eine nur sehr schwer einzuschätzende Dunkelziffer an Delikten, die beispielsweise nicht bei der Polizei angezeigt werden. Finanz- und Steuerdelikte etwa, die nicht von den Polizeibehörden bearbeitet werden, sind ebenfalls nicht von der Kriminalstatistik erfasst.

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