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Ministerium: Starre Rollen hemmen oft Aufstieg von Frauen

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Ministerium: Starre Rollen hemmen oft Aufstieg von Frauen

05.03.2021, 08:19 Uhr | dpa

Ministerium: Starre Rollen hemmen oft Aufstieg von Frauen. Anne Spiegel

Anne Spiegel (Bündnis90/Die Grünen), Familienministerin in Rheinland-Pfalz. Foto: Andreas Arnold/dpa/Archivbild (Quelle: dpa)

Die oft starre Rollenverteilung zwischen Männern und Frauen in Rheinland-Pfalz hemmt nach Einschätzung des Familienministeriums den Aufstieg von Frauen in Führungspositionen. "Überwiegend sind es immer noch Frauen, die sich um die Familie kümmern", teilte das Ministerium in Mainz mit. Für viele Frauen gehe unbezahlte Arbeit zu Hause zulasten beruflicher Entwicklungsmöglichkeiten - während Männer Karriere machen könnten. "Der Frauenanteil an Teilzeitbeschäftigten in Rheinland-Pfalz liegt bei 82,7 Prozent, während er bei Männern nur 17,3 Prozent beträgt."

Als weiteres Hindernis für den beruflichen Aufstieg von Frauen in Führungspositionen sieht das Ministerium die Präsenzkultur in vielen Unternehmen. "Hier wäre ein Umdenken wichtig: mehr Offenheit für Führen in Teilzeit, Jobsharing in Führungspositionen und so weiter." In Rheinland-Pfalz hätten 2019 nur 2,9 Prozent der Frauen im Alter von 15 bis 65 Jahren eine Führungsposition inne gehabt, bei den Männern seien es hingegen rund 6 Prozent gewesen. Eine wirkliche Dynamik habe es hier auch in den Jahren zuvor nicht gegeben.

Frauenministerin Anne Spiegel (Grüne) zeigte sich skeptisch, dass das im Bundestag diskutierte Zweite Führungspositionen-Gesetz ausreichen werde. Das Gesetz sieht vor, dass börsennotierte und paritätisch mitbestimmte Unternehmen, deren Vorstand aus mehr als drei Mitgliedern besteht, mindestens einen Vorstandsposten mit einer Frau beziehungsweise einem Mann besetzen müssen. "Ich hätte mir statt eines Mindestbeteiligungsgebot für die Vorstände eine feste Quote gewünscht, wie wir sie in den Aufsichtsräten dieser Unternehmen bereits haben", sagte die Grünen-Politikerin in Mainz.

Bundesweit sind aktuell 105 Unternehmen börsennotiert und paritätisch mitbestimmungspflichtig, davon aber nur vier in Rheinland-Pfalz. Und nur rund 70 dieser Unternehmen haben einen Vorstand, der aus mehr als drei Mitgliedern besteht. "Das bedeutet, dass der Wirkungskreis der neuen Regelung sehr begrenzt ist", sagte Spiegel. Das Gesetz würde für Rheinland-Pfalz demnach nur geringe Wirkung entfalten - und wohl kaum mehr Frauen in Führungspositionen bringen.

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