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Muslime gehen in zweiten Ramadan unter Corona-Bedingungen

Mainz  

Muslime gehen in zweiten Ramadan unter Corona-Bedingungen

13.04.2021, 06:17 Uhr | dpa

Muslime gehen in zweiten Ramadan unter Corona-Bedingungen. Symbolbild "Ramadan"

Ein Mann bricht ein Brot. Foto: Fredrik von Erichsen/dpa/Archivbild (Quelle: dpa)

Für die rund 200 000 Muslime in Rheinland-Pfalz hat am Dienstag der Fastenmonat Ramadan begonnen, zum zweiten Mal unter Corona-Bedingungen. Das abendliche Fastenbrechen in größerer Gemeinschaft sei ebenso wenig möglich wie Besuche unter Nachbarn und Freunden, sagte der Vorsitzende der Schura Rheinland-Pfalz, Akif Ünal. Umso wichtiger werde die spirituelle Einkehr der Gläubigen. Auch gebe es verstärkt Aufrufe, für Bedürftige zu spenden, etwa in Form von Lebensmittelpaketen oder an die örtlichen Tafeln.

"Wir wünschen allen muslimischen Rheinland-Pfälzerinnen und Rheinland-Pfälzern einen gesegneten Ramadan", sagte Integrationsministerin Anne Spiegel (Grüne). Der Fastenmonat sei für diese eine Zeit der Besonnenheit und des Gemeinsinns. "Genau diese beiden Tugenden brauchen wir derzeit in der Corona-Pandemie besonders." Die Moscheegemeinden gingen sehr verantwortungsvoll mit den Einschränkungen und Vorgaben um.

Mit Blick auf den zurzeit laufenden Prozess der Zielvereinbarungen mit den islamischen Verbänden erklärte der rheinland-pfälzische Integrationsbeauftragte Miguel Vicente, die Menschen muslimischen Glaubens in Rheinland-Pfalz hätten wie alle Glaubensgemeinschaften die gleichen Rechte auf Anerkennung und Würdigung. Für die Landesregierung sei dies ein wichtiger Baustein der gesellschaftspolitischen Teilhabepolitik für alle Menschen. "Daher verfolgt das Land seit vielen Jahren die Kultur des Dialogs, die sich sehr bewährt hat."

Schura-Vorsitzender Ünal äußerte die Hoffnung auf ein positives Ergebnis der im Herbst endenden Überprüfung, ob die 2020 unterzeichneten Zielvereinbarungen mit vier islamischen Verbänden eingehalten wurden. Unter ihnen ist der türkische Moscheeverein Ditib, dessen Landesvorsitzender Yilmaz Yildiz nach massiver Kritik an der Einladung eines türkischen Historikers Ende März seinen Rücktritt erklärt hat.

Die Landesregierung hat angekündigt, sie werde entscheiden, "welche Konsequenzen sie für den Zielvereinbarungsprozess aus diesem Vorgang ableitet". CDU und AfD haben gefordert, den Prozess der Zielvereinbarung mit Ditib zu beenden. Von der Einhaltung der Zielvereinbarung ist die Entscheidung abhängig, ob die seit 2016 unterbrochenen Verhandlungen über einen Grundlagenvertrag fortgesetzt werden. Dieser soll Regelungen zu islamischen Feiertagen, zum islamischen Religionsunterricht und zu neu zu schaffenden Professuren für islamische Religionspädagogik enthalten.

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