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Experte nach Amoklauf: Zeugen brauchen Zeit zum Verarbeiten

Von dpa
26.01.2022Lesedauer: 2 Min.
Amoklauf in Uni Heidelberg
Menschen legen vor einem Geb├Ąude der Universit├Ąt Blumen und Kerzen an den Wegesrand. (Quelle: Uwe Anspach/dpa/dpa-bilder)
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Augenzeugen der Amoktat in der Universit├Ąt Heidelberg m├╝ssen nach Erfahrung eines Experten das Erlebte nun erst einmal verarbeiten. "Zentral ist, sich die Zeit zu geben, das Erlebte verarbeiten zu k├Ânnen", sagte Frank-Hagen Hofmann, der Leiter der Psychosozialen Beratungsstelle des Studierendenwerks (PBS) der "Rhein-Neckar Zeitung" (Mittwoch). Die Reaktionen auf solche belastenden Ereignisse seien so individuell wie die Bew├Ąltigungsschritte. Wichtig seien anfangs oft vor allem ein sicheres Umfeld und Kontakt zu vertrauten Menschen, um sich sicher, unterst├╝tzt und aufgehoben zu f├╝hlen, so der Psychologe und Psychotherapeut. "Mit dem Umfeld dar├╝ber zu sprechen, sich und sein Erleben mitzuteilen, kann Teil davon sein."

Die 2017 gegr├╝ndete Psychosoziale Beratungsstelle ber├Ąt Studierende sonst bei Konflikten und Problemen wie ├ängsten oder Depressionen. Hofmann zufolge k├Ânnen nach einem solchen Ereignis viele Symptome auftreten: Anspannung, Konzentrationsst├Ârungen oder intensive Emotionen. Dies seien Schutzreaktionen des Gehirns. "Das ist eine sinnvolle und normale Reaktion auf ein au├čergew├Âhnliches Ereignis." Mit den Bew├Ąltigungsversuchen, mit dem Erlebten zurechtzukommen, lasse die Symptomatik in der Regel nach. Wenn man sich ├╝berfordert f├╝hle und Beschwerden nicht nachlassen, sei Hilfe von Experten sinnvoll.

Die Anlaufstelle bietet zun├Ąchst ein Kontingent von Terminen f├╝r Studierende an, die sich durch die Ereignisse belastet f├╝hlen und Rat und Unterst├╝tzung suchen. "Gegebenenfalls leiten wir dann auch beispielsweise an traumaspezifische Angebote und entsprechend spezialisierte Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten weiter."

Am Montag hatte ein 18-j├Ąhriger Biologie-Student w├Ąhrend eines Tutoriums vor allem f├╝r Erstsemester in einem H├Ârsaal eine 23-j├Ąhrige Studentin get├Âtet, eine 19- und eine 20-J├Ąhrige sowie ein 20-J├Ąhriger wurden mit Sch├╝ssen leicht verletzt. Der mutma├čliche Sch├╝tze t├Âtete sich nach der Tat selbst.

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