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Tausende Tierknochen und Werkzeug aus Steinzeit gefunden

Von dpa
Aktualisiert am 03.06.2022Lesedauer: 2 Min.
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Mammut, Höhlenbär und Wildpferd - Tausende Tierknochen und von Menschen gefertigtes Werkzeug aus der Altsteinzeit haben Archäologen bei einer Grabung in Mittelfranken entdeckt. Die Fachleute sprechen von einem extrem seltenen und bedeutsamen Fund. "Er wird helfen, unsere menschlichen Anfänge zu verstehen, unser Bild vom frühen Menschen zu vervollständigen", teilte der Leiter des Bayerischen Landesamtes für Denkmalpflege, Mathias Pfeil, am Donnerstag in München mit.

Die Funde weisen nach Ansicht der Wissenschaftler darauf hin, dass der Fundort im Landkreis Ansbach einst als Rastplatz für Menschen diente. Allein auf einer Untersuchungsfläche von nur einem Quadratmeter gruben sie 300 Knochen und Zähne diverser Tiere aus, darunter Überreste von Höhlenbär, Wolf, Mammut, Nashorn und Wildpferd. Auch einen Feuersteinsplitter entdeckten sie dort.

An einem auf 40.000 vor Christus datierten Knochenfragment zeigten sich Schnittspuren, die vermutlich von einem solchen scharfkantigen Feuersteinstück stammten, erläuterten die Fachleute. Ob Neandertaler oder anatomisch moderne Menschen zu Werke gewesen seien, lasse sich bislang nicht sagen. Zu diesem Zeitpunkt sei der Homo sapiens sapiens gerade erst dabei gewesen, nach Europa einzuwandern.

In der Altsteinzeit lebten der Forschung zufolge in ganz Europa zeitweise nur wenige Tausend Menschen, sagte Pfeil. "Das macht deutlich, wie extrem selten ein Fundort wie dieser ist und welche Bedeutung er für die Wissenschaft hat."

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Der Großteil der Knochen stamme von Höhlenbären, die später ausstarben. Ungewöhnlich sei, dass diese auf offenem Feld gefunden wurden. Analysen sollen jetzt ergeben, ob sich der Rastplatz in einer ehemaligen, erodierten Höhle oder unter freiem Himmel befunden habe. Unklar sei auch, ob die Funde Reste menschlicher Jagdbeute seien oder ob diese auf anderem Wege dorthin gelangt seien.

Rund um den Fundort fand das Team außerdem vorgeschichtliche Siedlungsreste vermutlich der Frühbronzezeit, der vorrömischen Metallzeiten und der römischen Kaiserzeit sowie zwei Gräber aus dem frühen Mittelalter.

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