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Im Auftrag des Putin-Regimes – und in München vor Gericht

Von Jennifer Lichnau

Aktualisiert am 15.06.2022Lesedauer: 3 Min.
Walid D. steht wegen eines mutmaßlichen Auftragsmord in München vor Gericht. Der Prozess begann am Mittwoch.
Walid D. steht wegen eines mutmaßlichen Auftragsmordes in München vor Gericht. Der Prozess begann am Mittwoch. (Quelle: Sven Simon/imago images)
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Es ist einer der spektakulärsten Kriminalfälle Bayerns in diesem Jahr: In München steht ein mutmaßlicher Auftragskiller vor Gericht, der es auf einen Gegner von Wladimir Putin und dessen tschetschenischen Schergen abgesehen haben soll. Der Angeklagte wollte den Mann offenbar umbringen.

Unscheinbar sieht der Mann aus, der am Mittwoch vor dem Oberlandesgericht in München steht. Angeklagt ist der Russe Walid D.; er soll geplant haben, im Auftrag des tschetschenischen Machtapparats in Deutschland zu morden. Ein Auftragskiller von Putins Gnaden soll er sein – so wie der Berliner "Tiergarten-Mord" ein Fall von Russlands langem Arm in Westeuropa.

Der Angeklagte trägt ein blau-rosa gestreiftes Hemd und Jeans. Sein gedrungener, massiger Körper füllt den Gerichtsstuhl im 70er-Jahre-Stil vollkommen aus. Er spricht leise, als er die Angaben zu seiner Person bestätigt: russischer Staatsangehöriger, geboren 1974 in der Nordkaukasus-Teilrepublik Tschetschenien. Er hat Jura studiert, den Beruf aber nie ausgeübt, ist geschieden. Zuletzt hat er in Mecklenburg-Vorpommern gewohnt.

Mordversuch gegen Tschetschenen in München vor Gericht

Am 1. Januar 2021 wurde er dort von deutschen Behörden festgenommen. Seitdem sitzt er in Untersuchungshaft. Die Bundesanwaltschaft wirft D. vor, einen Mord an dem 27-jährigen Exil-Tschetschenen Mochmad Abdurachmanow geplant zu haben. Abdurachmanow gilt in Tschetschenien als Staatsfeind, weil er den Machthaber Ramsan Kadyrow immer wieder offen kritisiert.

Abdurachmanow lebt wie sein Bruder auch im europäischen Exil. Die Brüder weisen in YouTube-Videos und auf anderen Social-Media-Kanälen auf Missstände in Tschetschenien hin. Wie Mochmad Abdurachmanow sollte auch sein neun Jahre älterer Bruder Tumso, der in Schweden lebt, ermordet werden. Ein Auftragsmörder hatte versucht, Tumso mit einem Hammer zu erschlagen. Der Mordanschlag im Frühjahr 2020 ging schief.

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So geriet der jüngere Bruder ins Visier des tschetschenischen Sicherheitsapparats. Sein Tod sollte den älteren Bruder laut Anklageschrift zum Schweigen bringen. Doch auch dieser Mordanschlag schlug fehl. Die deutsche Polizei erhielt Hinweise und konnte den Mord so rechtzeitig verhindern.

Auftragsmord-Versuch in München erinnert an Tiergarten

Walid D. hatte bereits alle Vorbereitungen getroffen, stellt die Staatsanwaltschaft dar: Als Tatwaffe soll er sich eine Makarow-9mm mit einem Schalldämpfer besorgt haben. Zudem hatte er bereits den Wohnort des Opfers ausgespäht, heißt es in der Anklage.

Die Hinweise an die Behörden stammen mutmaßlich vom Tschetschenen Tarmilan A.. Während Walid D. den Mord geplant und organisiert haben soll, sei es dessen Aufgabe gewesen, ihn durchzuführen. Er wird in dem Prozess, bei dem 39 weitere Verhandlungstage bis in den Dezember angesetzt sind, der wichtigste Zeuge sein. Den Mordauftrag soll er nach eigenen Angaben nur zum Schein angenommen haben. Der Generalbundesanwalt glaubt ihm.

Tschetschenisches Regime regiert von Putins Gnaden

Der Fall erinnert an den sogenannten "Tiergarten-Mord", bei dem der Tschetschene Selimchan Changoschwili in Berlin erschossen wurde. Der Täter: Ein 56-jähriger Mitarbeiter des russischen Staatsapparats. Das Berliner Kammergericht verurteilte den Mörder von Changoschwili zu lebenslanger Haft. Auch diesmal soll ein Regime hinter der Tat stecken, die Spuren deuten aber nicht direkt nach Russland, sondern nach Tschetschenien. Der dortige Machthaber Kadyrow gilt als Handlanger von Russlands Präsident Wladimir Putin.

Walid D. drohen zwischen drei und 15 Jahre Haft. Noch könne er das Strafmaß nicht genau abschätzen, sagt Staatsanwaltschaft Frank Stuppi am Mittwoch. Walid D. selbst wollte sich am ersten Prozesstag nicht äußern. Sein Pflichtverteidiger deutete an, dass er dies vielleicht zu einem späteren Zeitpunkt im Prozess tun werde.

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