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9.100 Euro pro Quadratmeter: Immobilienpreise schie├čen hoch

Von dpa
Aktualisiert am 23.06.2022Lesedauer: 3 Min.
Blick auf vom Olympiapark in M├╝nchen auf die Skyline und die Frauenkirche (Symbolbild): Eigentumswohnungen sind f├╝r viele kaum noch bezahlbar.
Blick auf die M├╝nchner Skyline (Symbolbild): Eigentumswohnungen sind f├╝r viele kaum noch bezahlbar. (Quelle: Ulrich Wagner/imago-images-bilder)
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In den vergangenen zwei Jahren sind die Preise f├╝r Eigentumswohnungen in M├╝nchen nochmal drastisch angestiegen ÔÇô und eine Besserung ist nicht in Sicht.

Mit einem durchschnittlichen Quadratmeterpreis von 9.100 Euro bei Eigentumswohnungen bleibt M├╝nchen mit Abstand Bayerns teuerstes Pflaster auf dem Immobilienmarkt. Demgegen├╝ber steht laut dem am Donnerstag vorgestellten Immobilienmarktbericht 2022 der Landkreis Wunsiedel mit rund 1.000 Euro pro Quadratmeter Wohnfl├Ąche.

Die bayrische Landeshauptstadt liegt bei den Immobilienpreisen seit Jahren deutschlandweit an der Spitze. 2020 lag der mittlere Preis aber noch bei 8.150 Euro pro Quadratmeter.

Bayernweit wurden 2021 im Mittel beim Weiterverkauf einer Eigentumswohnung etwa 3.000 Euro bezahlt. Dieses Preisniveau herrscht etwa in den Landkreisen Deggendorf und W├╝rzburg oder der Stadt Memmingen.

M├╝nchen: Bayerns S├╝den bleibt teurer als der Norden

Generell zeige der Bericht weiter eklatante Unterschied bei den Preisen zwischen S├╝dbayern, vor allem im erweiterten Bereich um M├╝nchen sowie in Teilen der kreisfreien St├Ądte, und dem nordbayerischen Raum sowie dem Bereich des gesamten ehemaligen Grenzlands auf, hie├č es weiter.

Unter 2.000 Euro je Quadratmeter Wohnfl├Ąche bezahlt man derzeit nur noch in 15 Kreisen, vor allem in Nordbayern, aber auch im Bayerischen Wald. Gleichzeitig mussten 2021 in sechs Landkreisen s├╝dlich von M├╝nchen f├╝r den Quadratmeter Wohnfl├Ąche im Schnitt ├╝ber 6.000 Euro gezahlt werden.

Der Bericht stellt alle Immobilienums├Ątze, aufgeteilt auf die Teilm├Ąrkte Bauland, bebaute Objekte, Eigentumswohnungen und landwirtschaftliche Fl├Ąchen, erg├Ąnzt mit Preisniveaus und den jeweiligen zeitlichen Entwicklungen dar. Etwa 20 Prozent des j├Ąhrlichen Geldumsatzes in Deutschland wird demnach allein im Freistaat erzielt.

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Umsatz f├╝r alle Immobilien und Grundst├╝cke innerhalb von sechs Jahren verdoppelt

F├╝r 2021 registrierte der Bericht in insgesamt 160.000 Immobilien-Transaktionen einen Umsatz von 71,6 Milliarden Euro. Im Vergleich dazu wurde im ersten Immobilienmarktbericht Bayern f├╝r 2015 bei 150.000 Transaktionen ein Umsatz von 36,1 Milliarden Euro verzeichnet. Damit hat sich der Umsatz f├╝r alle Immobilien und Grundst├╝cke innerhalb von sechs Jahren ÔÇô bei einem geringen Anstieg der Transaktionen ÔÇô fast verdoppelt.

Obwohl die Immobilienpreise in den vergangenen Jahren in vielen Teilen Bayerns extrem gestiegen seien, seien sie f├╝r viele Menschen bislang vor allem durch das historisch niedrige Zinsniveau finanzierbar gewesen, teilte das Bauministerium mit. Dieser Einfluss d├╝rfte sich in naher Zukunft jedoch durch bereits erheblich gestiegene Bauzinsen abschw├Ąchen. Seit Jahresanfang haben sich die Zinss├Ątze fast verdreifacht und liegen derzeit teilweise bei 3,5 Prozent.

Wohnungsmarkt in Bayern: Nachfrage erheblich h├Âher als Bestand

Nach mehr als zwei Jahren konnte anhand der Daten festgestellt werden, dass die Pandemie bis auf einen kurzfristigen R├╝ckgang des Umsatzes im Fr├╝hjahr 2020 keinen Einfluss auf die Gesamtums├Ątze und die langfristigen Preisentwicklungen hatte. Wesentlich schwieriger f├╝r den Immobilienmarkt stellen sich im Moment die enorm gestiegenen Baupreise, die gest├Ârten Lieferketten und die steigenden Energiekosten als Folge der Pandemie und des Ukrainekrieges sowie die gestiegenen Finanzierungskosten dar.

Der f├╝r die Erstellung des Berichtes zust├Ąndige Obere Gutachterausschuss sieht trotz der Entwicklungen f├╝r Bayern derzeit noch keine Preisblase. Die Nachfrage nach Immobilien sei erheblich h├Âher als der angebotene Bestand. "Es ist jedoch davon auszugehen, dass Immobilien in einfacheren Lagen oder mit erheblichem Sanierungsbedarf in Zukunft zun├Ąchst weitaus kritischer hinsichtlich eines angemessenen Preisniveaus gepr├╝ft werden", hie├č es. Eine solche Marktbereinigung w├Ąre gut f├╝r den Immobilienmarkt.

Um der Politik, der Bev├Âlkerung und der Wirtschaft rechtzeitig Warnhinweise f├╝r eine ├ťberhitzung des Immobilienmarktes geben zu k├Ânnen, sei davon auszugehen, dass die Daten k├╝nftig in k├╝rzeren Zyklen analysiert werden m├╝ssten.

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Ein Kommentar von Christof Paulus
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