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Usmanow klagt – ein Oligarch in Finanznot

Von Klaus Wiendl

Aktualisiert am 27.07.2022Lesedauer: 3 Min.
Die Villa von Alischer Usmanow am Tegernsee (Archivbilder): Sein Eigentum in Bayern ist im Visier der Fahnder.
Die Villa von Alischer Usmanow am Tegernsee (Archivbilder): Er darf seine Häuser weder vermieten noch verkaufen – dagegen klagt der Oligarch nun. (Quelle: Klaus Wiendl / ITAR-TASS/imago-images-bilder)
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So schnell kann es gehen: Alischer Usmanows Milliarden sind am Tegernsee fast nichts mehr wert. Baufirmen bleiben auf ihren Kosten sitzen – und Usmanow klagt.

Vor einigen Monaten noch ließ Putin-Freund und Oligarch Alischer Usmanow kräftig am Tegernsee bauen. Seit die EU-Sanktionen gegen den gebürtigen Usbeken greifen, sind die Bauarbeiten jedoch zum Erliegen gekommen. Firmen, die für den Neubau einer Villa in der Rottacher Forellenstraße beauftragt worden waren, haben noch offene Rechnungen, wie t-online erfahren hat. "Die Dienstleistungen der Unternehmen werden bezahlt, sobald es eine Möglichkeit dazu gibt", erklärte Usmanows Pressesprecher Levchenko. Doch wann wird das sein? Usmanow jedenfalls klagt nun gegen die Sanktionen – und ist damit in prominenter Gesellschaft.

Mit Putins Überfall auf die Ukraine am 24. Februar wurde für seinen "favorisierten Oligarchen", wie Usmanow oft genannt wurde, das Pflaster in seiner Tegernseer Hauptvilla am Schorn zu heiß. Hals über Kopf verließen er und seine Entourage vier Tage nach Kriegsbeginn die Fischerstraße. Mit seinem Airbus jettete er von München nach Taschkent. Er ahnte wohl, was ihm drohte.

Eigentum in Hamburg und Bayern

Mit der Aufnahme auf die EU-Sanktionsliste wurde amtlich, dass sein Vermögen im westlichen Ausland eingefroren wird. Seine Yacht Dilbar wurde in Hamburg an die Kette gelegt, und die Rottacher Immobilien darf der 68-Jährige weder vermieten noch weiterverkaufen. Sie bleiben jedoch sein Eigentum. Juristen nennen dies ein "Verfügungsverbot". Auch die USA und Großbritannien setzten Usmanow auf Sanktionslisten. In die EU darf er seither nicht mehr einreisen.

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Viele sehen in ihm das Paradebeispiel eines russischen Oligarchen. Die EU-Kommission beschreibt dies konkreter. Usmanow sei ein "kremlfreundlicher Oligarch, der besonders enge Beziehungen zum russischen Präsidenten Vladimir Putin unterhält". Angesichts dieser Verbindung sei er mit der "Verwaltung von Finanzströmen betraut worden". In dieser Funktion habe er Präsident Wladimir Putin als "Strohmann" gedient. Und Dimitri Medwedew, Ex-Präsident und inzwischen Putins Büchsenspanner, "hat persönlich Usmanows luxuriöse Anwesen nutzen können".

Die Sanktionen gegen Usmanow und drei andere Oligarchen scheinen zu greifen, wie das "Wall Street Journal" nun berichtet. Mit Usmanow haben noch Roman Abramowitsch, Mikhail Fridman und Petr Aven Klagen vor dem Europäischen Gerichtshof in Luxemburg eingereicht.

Usmanow klagt mit Roman Abramowitsch gegen Sanktionen

Die Milliardäre sehen ihre Rechte durch die Sanktionen verletzt. Außerdem behaupten sie, keine engen Verbindungen zum Kreml zu pflegen. Hier dürfte Usmanow in Beweisnot geraten. Denn es gibt wahrhaft viele Fotos von verschiedenen Anlässen, wo ihn Putin jeweils mit Orden dekoriert.

Dennoch sieht er sich zu Unrecht am Pranger. Wie berichtet, ließ Usmanow auf Anfrage von t-online über seinen Pressesprecher Grigory Levchenko ausrichten, dass er die Sanktionen gegen ihn als "unfair" betrachte, sie basierten auf "falschen Anschuldigungen": "Er sei nie nah an Putin gewesen, und er habe nie Geld für ihn verwaltet“, sagt er.

Schon bei seinem Rücktritt als Präsident des Welt-Fecht-Verbands FIE schrieb er: "Ich bin der Meinung, dass diese Entscheidung ungerecht ist und die Gründe, die zur Rechtfertigung der Sanktionen angeführt werden, eine Reihe von falschen und verleumderischen Behauptungen sind, die meine Ehre, meine Würde und meinen geschäftlichen Ruf schädigen."

Unternehmen von russischem Oligarchen von Bankrott bedroht?

Die EU-Sanktionen haben sichtlich dazu geführt, dass Usmanow und seine Oligarchen-Freunde ihr Luxusleben stark einschränken müssen. Nun fordert Usmanow laut einem Medienbericht wenigstens 20.000 US-Dollar von der EU für die Übernahme von Gerichtskosten. Er bemühte sich außerdem um eine Beschleunigung des Verfahrens, da die Sanktionen sich wohl negativ auf seine Geschäftsabschlüsse ausgewirkt hatten.

Usmanow behauptet, dass drei seiner Unternehmen durch die EU-Strafen von Bankrott bedroht seien. Für diese Mitarbeiter soll er auch eine Entschädigung gefordert haben, da sie Opfer dieser Sanktionen geworden seien. Doch das Gericht lehnte seinen Eilantrag im vorläufigen Verfahren binnen weniger Tage ab.

Keine gute Nachricht ist dies für die Firmen am Tegernsee, die noch offene Rechnungen mit Usmanow haben. "Seit den Sanktionen warten wir auf die Schlusszahlungen", sagt ein Firmenchef zu t-online. Dass sich die Situation für die Firmen verbessert, ist trotz Usmanows Klage nicht zu erwarten: Die EU will ihre Sanktionen noch verschärfen.

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