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Konzert von Andreas Gabalier in München – 90.000 beim Rocker von rechts


90.000 bei Gabalier – der Rocker von rechts?

Von Christof Paulus

Aktualisiert am 09.08.2022Lesedauer: 2 Min.
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Andreas Gabalier bei seinem Mega-Konzert in München (Archivbild): 90.000 Zuschauer kamen an die Messe – und mindestens genauso viele Kritiker hat der selbsternannte "Volks-Rock'n'Roller".
Andreas Gabalier bei seinem Mega-Konzert in München (Archivbild): 90.000 Zuschauer kamen an die Messe. (Quelle: Plusphoto/imago-bilder)
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Andreas Gabaliers Konzert in München schlägt hohe Wellen. Der Volksmusiker ist ein Superstar – obwohl er mit rechten Symbolen und Parolen spielt.

Wer so richtig berühmt werden will, sollte polarisieren. Das beweist dieser Tage in München wieder einmal der selbsternannte "Volks-Rock'n'Roller" Andreas Gabalier. Dessen Konzert an der Messe am Samstag besuchten mehr als 90.000 Fans, dabei brachten sie buchstäblich die Erde zum Beben. Was für sie offenbar kein Thema ist: Ein Mensch, der für Toleranz steht, ist Gabalier nicht. Seine politischen und gesellschaftlichen Ansichten stoßen immer wieder Menschen vor den Kopf.

Was von dem 37-jährigen Österreicher zu erwarten sein würde, war schon früh in seiner Karriere klar. Auf dem Cover eines seiner ersten Alben, der 2011 erschienenen Platte "Volks-Rock'n'Roller", ist ein Bild von einem tanzenden Gabalier zu sehen. Der verrenkt sich dabei auffällig – seine Pose deuten viele als Hakenkreuz. Beine und Arme sind im rechten Winkel angelegt, Gabalier trägt zudem Tracht und steht vor einer Bergkulisse.

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Mega-Konzert in München: Andreas Gabalier und seine Skandale

Dass nicht nur die Atmosphäre im Stil der Heimatfilme, sondern auch die mögliche Hakenkreuz-Pose Erinnerungen an rechte Symbolik weckt, kann Gabalier nicht verstehen. "Ich finde diese Assoziationen echt unfassbar, und ich bediene sie auch nicht bewusst", sagte er in einem Interview mit der "Welt". "Wenn jemand etwas negativ sehen will, wird er immer etwas finden oder notfalls sogar erfinden, was gar nicht da ist." Zweifel bleiben, ob im hochprofessionellen Musikbusiness ein solches Motiv tatsächlich aus Versehen NS-Assoziationen weckt – oder ob nicht zumindest die Provokation gewollt ist.

Zudem leistete sich Gabalier in den vergangenen Jahren noch weitere Entgleisungen, die rechte Narrative bedienten. Man habe es nicht leicht auf dieser Welt, sagte er etwa 2015 bei einer Preisverleihung, "wenn man als Manderl noch auf Weiberl steht". Dass gleichgeschlechtliche Ehe damals in Österreich nicht einmal erlaubt war, ignorierte Gabalier.

Und auch wenn sich Österreich seit 2012 in seiner Nationalhymne als "Heimat großer Töchter und Söhne" bezeichnet, sang Gabalier am Rande des Formel-1-Rennens in Österreich den alten Text – in dem von den Frauen des Landes noch keine Rede war. Er habe den Text eben so gelernt, sagte Gabalier anschließend – und wurde von der rechtspopulistischen FPÖ fürs Ignorieren der "Minderheitenideen der linken Emanzen" gefeiert.

Andreas Gabalier im rechten Spektrum: Geliebt oder gehasst

Zudem kursiert ein Zitat von Gabalier, wonach er sich wünsche, dass die Mutter seiner zukünftigen Kinder länger zu Hause bleibe, um sich um diese zu kümmern. Das Gespräch wurde jedoch in der Klatschzeitung "Tina" gedruckt, Gabalier dementierte später Äußerungen aus dem Interview. Wie authentisch die Zitate sind, ist daher fraglich. Den Musiker als "umstritten" zu bezeichnen, ist dennoch nicht sonderlich gewagt.

Im Wiener Konzerthaus oder bei dem Musikerkollegen Hubert von Goisern stößt Gabalier auf Ablehnung, auch Kulturforscher Jens Wietorke attestiert dem Österreicher rechtspopulistische Tendenzen in seinen Texten. Seiner Popularität tut das keinen Abbruch. Auch 2023 spielt er wieder auf den größten Bühnen Deutschlands. Am 19. Mai kehrt er zurück nach München.

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Verwendete Quellen
  • welt.de "'Ich bin keine Helene Fischer in Lederhose'"
  • vice.com: "14 Aussagen von Andreas Gabalier, die zeigen, wer er wirklich ist"
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  • Meike Kreil
Von Meike Kreil
Andreas GabalierÖsterreich

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