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Alischer Usmanow: Russischer Oligarch vom Tegernsee beklagt "politische Verfolgung"


Oligarch Usmanow spricht von "politischer Verfolgung"

Von Klaus Wiendl

Aktualisiert am 27.09.2022Lesedauer: 3 Min.
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Die Villa am Tegernsee von Alischer Usmanow (Archivbilder): Bei einer Razzia wurde Fabergé-Eier gefunden, die aber gar nicht echt sein sollen – sagt zumindest der Besitzer.
Die Villa am Tegernsee von Alischer Usmanow (Archivbilder): Bei einer Razzia wurden Fabergé-Eier gefunden, die aber gar nicht echt sein sollen – sagt zumindest der Besitzer. (Quelle: Klaus Wiendl / privat)
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Millionenfunde in der Tegernseer Oligarchen-Villa verkündete die Staatsanwaltschaft vergangene Woche. Stimmt gar nicht, sagt jetzt Oligarch Usmanow.

Vergangenen Mittwoch durchkämmte ein Großaufgebot von Spezialkräften die Villa am Tegernsee, die dem Milliardär Alischer Usmanow zugeschrieben wird. Was anfangs als spektakulärer Fund Schlagzeilen machte, könnte auch zum Rohrkrepierer werden. Glaubt man zumindest dem Beschuldigten, der sich zur Wehr setzt. Die angeblich millionenschweren Funde seien gar nicht so wertvoll, sagt er t-online.

Der von der EU als "Putin-Freund" eingestufte russische Großindustrielle Usmanow steht seit dem 28. Februar auf der EU-Sanktionsliste. Sein gesamtes Vermögen wurde eingefroren. Seine vier Immobilien in Rottach-Egern sind verwaist. Millionenwerte liegen brach. Manchmal schaut ein Gärtner noch nach dem Rechten, Friedhofsruhe machte sich breit – wäre da nicht die zweitägige Razzia gewesen.

Teure Funde bei Durchsuchung in Usmanow-Villa am Tegernsee

Mit einem Durchsuchungsbeschluss der Justiz hofften die Ermittler dort Hinweise zu finden, um den Verdacht von Geldwäsche und Steuerhinterziehung gegen Usmanow untermauern zu können. Was sie fanden, waren auch zahlreiche wertvolle Gegenstände, wie die Staatsanwaltschaft dem Bayerischen Rundfunk bestätigte. Unter anderem seltene Schmuckstücke, mehrere Gemälde, eine umfangreiche Wein- und Spirituosensammlung und vier Fabergé-Eier. Deren Echtheit müsse zwar noch endgültig geklärt werden, aber man gehe davon aus, dass es sich um Originale handele, so Oberstaatsanwältin Andrea Grape.

Stimmt das, würden sie zusammen einen unschätzbaren Wert darstellen. Diese Eier als Schmuckstücke in Form von Ostereiern, benannt nach ihrem Schöpfer Peter Carl Fabergé, stammen aus einer Werkstatt in St. Petersburg. Zwischen 1885 und 1917 wurden sie dort gefertigt, aufwändig verziert und mit Diamanten besetzt. Sie sind das Symbol höchster Goldschmiedekunst und ein Sinnbild für Luxus: So wurde ein Exemplar 2007 für 12,5 Millionen Euro im Londoner Auktionshaus Christie's versteigert.

Vier dieser Fabergé-Eier sollen nun im Safe von Usmanow gelagert haben. Eine Nachricht, die zunächst elektrisierte. Sollte es sich um Millionenwerte handeln, hätte der 69-Jähre sie offiziell anzeigen müssen, was er nicht tat, sagt die Staatsanwaltschaft. Deshalb ermittelt nun die Staatsanwaltschaft München II wegen des Anfangsverdachts eines Verstoßes gegen das Außenwirtschaftsgesetz.

Alischer Usmanow wehrt sich gegen deutsche Ermittlungen

"Skandalös" nennt Usmanows Pressesprecher auf Nachfrage von t-online dieses Vorgehen der Ermittler. Usmanow würden Handlungen vorgeworfen, die er nie begangen habe – schon gar nicht das Schmuggeln der sogenannten Fabergé-Eier. "Diejenigen, die in den Medien als Originale ausgegeben werden, sind eindeutig Souvenirs im Wert von mehreren Tausend Euro, hergestellt in München mit künstlichen Edelsteinen. Sie waren als Geschenk für Freunde und Verwandte in Usbekistan bestimmt", lässt Usmanow ausrichten.

Er sei ein zuverlässiger Steuerzahler. Darüber hinaus besitze er persönlich keinerlei Immobilien in Deutschland. Vielmehr würden die infrage stehenden Gebäude Familienstiftungen gehören, zu deren Begünstigten Usmanow nicht zähle. Die Generalstaatsanwaltschaft in Frankfurt und das Bundeskriminalamt sehen das anders, sie ermitteln zudem wegen Geldwäsche. Nach Angaben der Behörden soll der gebürtige Usbeke zwischen 2017 und 2022 mehrere Transaktionen von Geldern veranlasst haben, um deren Herkunft zu verschleiern.

Dabei habe er sein umfangreiches und komplexes Netzwerk an Unternehmen und Gesellschaften genutzt, überwiegend in sogenannten Offshore-Staaten. Die Ermittler halten es für möglich, dass das Geld aus Straftaten stammt, vor allem aus Steuerhinterziehungen. Er sei "fassungslos" über die Unrechtmäßigkeit der gegen ihn eingeleiteten Maßnahmen, erwidert Usmanow. Sie "hätten alle Merkmale einer politischen Verfolgung eines Kunstmäzens, nur weil er Vermögen in Russland hat."

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Verwendete Quellen
  • Stellungnahme von Alischer Usmanow
  • eigene Recherchen
  • Bayerischer Rundfunk: Spektakuläre Funde in bayerischer Usmanow-Villa
  • Nachrichtenagentur dpa
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