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München: Kinderheim droht Schließung – Kinder bald auf der Straße?


Zeit läuft davon
Kinderheim droht Aus – werden Geschwister getrennt?


Aktualisiert am 27.03.2024Lesedauer: 2 Min.
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Ein Transparent hängt an der Fassade des St. Josefs-Heims: Die Heimkinder haben es gestaltet, um die Nachbarschaft auf die mögliche Schließung hinzuweisen.Vergrößern des Bildes
Ein Transparent hängt an der Fassade des St. Josefs-Heims: Die Heimkinder haben es gestaltet, um die Nachbarschaft auf die mögliche Schließung hinzuweisen. (Quelle: Julia Kaifler)

Ein Kinderheim in Haidhausen könnte für immer seine Türen schließen. Leitung und Insolvenzverwalter suchen nach neuen Trägern, doch ihnen läuft die Zeit davon.

30 Kinder könnten in München bald ihr Zuhause verlieren. Denn dem Kinderheim des St.-Josefs-Vereins in Haidhausen droht die Schließung. Der Verein meldete Ende vergangenen Jahres Insolvenz aufgrund von Personalmangel an.

Leiterin Kaifler: "Die Kinder leben dort teilweise schon seit klein auf"

Die betroffenen Kinder und Jugendlichen sind zwischen vier und siebzehn Jahre alt, für sie ist das St.-Josefs-Kinderheim ein echtes Zuhause. "Sie leben dort stationär, teilweise schon von klein auf", sagt die pädagogische Leiterin Julia Kaifler. Die wenigsten könnten in ihr altes Zuhause zurück, denn dieses mussten sie aus oft tragischen Gründen verlassen. Die Kinder hätten in einem belastenden oder gefährlichen Umfeld gelebt oder die Eltern seien schlicht mit der Erziehung überfordert gewesen.

Diese Einrichtungen betreibt der Verein für Kinder

Der St.-Josefs-Verein betreibt auch das sogenannte Integrative Haus für Kinder. Neben dem erwähnten Kinderheim gehören eine Krippe, ein Hort und ein Kindergarten mit 118 Kindern dazu. Hinzu kommt eine Heilpädagogische Tagesstätte als eigene Einrichtung mit einer Vorschulgruppe und zwei Grundschulgruppen mit insgesamt 24 Kindern. Vier junge Erwachsene wohnen zudem in einer Einrichtung für sozialpädagogisches betreutes Wohnen.

Insolvenzverwalter: Verein nicht in der Lage, Betrieb weiterzuführen

"Eine Schließung wäre der Worst Case", sagt Kaifler. Denn schließe das Kinderheim, stünden die 30 Kinder und Jugendlichen zunächst auf der Straße, bis sie ein neues Zuhause gefunden hätten. Ein weiteres Problem: Bei vielen der Heranwachsenden handelt es sich um Geschwister. Im St.-Josefs-Kinderheim konnten sie gemeinsam aufwachsen, es gebe aber keine Garantie, dass sie im Fall einer Schließung weiterhin zusammen bleiben können.

Wann das Kinderheim tatsächlich schließen müsse, ist ungewiss. "Das kommt ganz darauf an, ob und wann ein neuer Träger gefunden wird", sagt Julia Kaifler. Darum kümmert sich derzeit der Münchner Insolvenzverwalter Max Liebig. "Der Verein wirtschaftet eindeutig defizitär", sagt er auf Nachfrage von t-online. Weder organisatorisch noch liquiditätsmäßig sei er in der Lage, den Betrieb fortzuführen.

Zeit bis April – danach muss Kinderheim angeblich schließen

Der Insolvenzverwalter sucht derzeit für alle Einrichtungen des Vereins Investoren. Aktuell laufen Gespräche mit potenziellen Trägern. "Auch Stadt, Kirche und Politik beteiligen sich an der Suche nach nachhaltigen Lösungen zur Weiterführung", sagt Max Liebig. Bislang habe sich noch kein neuer Träger gefunden.


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"Eine Schließung wäre der Worst Case"


Kinderheimsleiterin Julia Kaifler


Betreuer bleiben Kinderheim treu

Bis dahin rennt die Zeit: Wenn binnen April kein neuer Träger gefunden wurde, muss das Kinderheim schließen und alle Mitarbeiter kündigen. Das geht aus einem Brief der Insolvenzverwaltung an die Leitung des Kinderheims hervor. Ob es sich bei der Frist um Anfang oder Ende April handelt, geht aus dem Dokument nicht hervor.

Für die Kinder heißt es bis dahin: abwarten. Dabei haben sie zumindest die Mitarbeiter an ihrer Seite. Trotz der unsicheren Lage hat nämlich noch kein einziger der rund 30 Betreuer gekündigt.

Verwendete Quellen
  • Eigene Recherche
  • Mailverkehr mit Insolvenzverwalter Max Liebig
  • Telefonat mit Leiterin Julia Kaifler
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