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München: Kritik an geplantem Kollegah-Konzert

Kritik des Antisemitismus-Beauftragten  

Kollegah-Konzert in München sorgt für Unmut

14.11.2019, 15:20 Uhr | dpa

München: Kritik an geplantem Kollegah-Konzert. Kollegah auf der Bühne bei einem Konzert seiner Impreator-Tour: Für Bayerns Antisemitismus-Beauftragten distanziert sich der Rapper nicht ausreichend von Antisemitismus-Vorwürfen. (Quelle: imago images/Future Image/Archivbild)

Kollegah auf der Bühne bei einem Konzert seiner Impreator-Tour: Für Bayerns Antisemitismus-Beauftragten distanziert sich der Rapper nicht ausreichend von Antisemitismus-Vorwürfen. (Quelle: Future Image/Archivbild/imago images)

Bayerns Antisemitismus-Beauftragter Ludwig Spaenle (CSU) kritisiert ein geplantes Konzert des umstrittenen Rappers Kollegah in München.

Das Kollegah-Konzert am 14. Dezember in München sorgt im Vorfeld für Kritik. Der Antisemitismus-Beauftragte des Freistaats, Ludwig Spaenle, sagte dazu: "Ich kann ja nichts verbieten, aber ich kann jeden Veranstalter nur auffordern, das mit der nötigen Sensibilität zu sehen."

Zuvor hat die "Bild"-Zeitung über seine Kritik an dem geplanten Kollegah-Auftritt berichtet. Aus Sicht Spaenles habe sich der Rapper nie ausreichend von Antisemitismus-Vorwürfen gegen ihn distanziert. "Der sendet Signale", sagte Spaenle. "Man könnte das geistige Brandstiftung nennen."

Bayerns Antisemitismus-Beauftragter Ludwig Spaenle: Er kritisiert den geplanten Auftritt von Kollegah in München. (Quelle: dpa/Sven Hoppe/Archivbild)Bayerns Antisemitismus-Beauftragter Ludwig Spaenle: Er kritisiert den geplanten Auftritt von Kollegah in München.

Gerade in einer Zeit, in der die Zahl antisemitischer Straftaten zunehme, und nach dem Anschlag auf eine Synagoge in Halle sei es gefährlich, wenn ein Musiker wie Kollegah, der Millionen junge Menschen erreiche, mit antisemitischen Aussagen provoziere, sagte Spaenle. Kollegahs Management war für eine Stellungnahme zunächst nicht zu erreichen.

Rastatt sagte Kollegah-Konzert ab

Kollegahs Auftritt in München ist allerdings nicht der erste, der für Ärger sorgt. Erst kürzlich sagte die Stadt Rastatt ein für den 9. November – Jahrestag der Pogrome gegen die Juden in Deutschland im Jahr 1938 – geplantes Konzert des Rappers ab. Angesichts der antisemitischen, gewaltverherrlichenden und frauenverachtenden Texte des Künstlers könne Rastatt besonders an diesem sensiblen Tag nicht Veranstaltungsort eines solchen Konzertes werden, begründete die Kommune die Absage.

Kollegah gilt spätestens als Skandalrapper, seit er mit Farid Bang in dem Song "0815" die Zeile "Mein Körper definierter als von Auschwitz-Insassen" aufnahm und trotz heftiger Kritik für das inzwischen indizierte Album "Jung, brutal, gutaussehend III" einen "Echo" bekam. Es gab einen Eklat, der schließlich das Aus für den Musikpreis bedeutete.

Kollegah selbst glaubt, sich ausreichend zu distanzieren

Er selbst habe Vorwürfe des Antisemitismus stets zurückgewiesen. Seit einem Besuch in der Gedenkstätte des ehemaligen deutschen Vernichtungslagers Auschwitz gibt Kollegah sich geläutert. Seine "grundsätzliche Sensibilität gegenüber dem Holocaust, aber auch vergleichbaren Ereignissen in der Geschichte" sei gewachsen, hatte er der Deutschen Presse-Agentur im vergangenen Jahr in München gesagt.


In einem Interview mit dem Portal "hiphop.de" hatte er die Ermordung von sechs Millionen Juden kurz zuvor mit der Situation in den Palästinensergebieten verglichen und damit wieder eine Empörungswelle mit dem Vorwurf, er relativiere den Holocaust, losgetreten.

Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagentur dpa

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