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München: E-Scooter schuld an verlorenen Führerscheinen

Neues Problem  

Deutlich mehr Führerscheine in München beschlagnahmt

10.01.2020, 11:28 Uhr | dpa

München: E-Scooter schuld an verlorenen Führerscheinen. Eine Frau fährt einen E-Scooter (Symbolbild): Mehr als 1.000 Führerscheine von E-Scooter-Nutzern eingezogen. (Quelle: dpa/Frank Rumpenhorst/Archiv)

Eine Frau fährt einen E-Scooter (Symbolbild): Mehr als 1.000 Führerscheine von E-Scooter-Nutzern eingezogen. (Quelle: Frank Rumpenhorst/Archiv/dpa)

Der Trend zeichnete sich schon zur Wiesn ab, jetzt steht fest: 2019 haben in München deutlich mehr Personen ihre Fahrerlaubnis verloren als im Vorjahr. Das wird auf ein neues Phänomen zurückgeführt.

Die Zahl der vorläufig einkassierten Führerscheine ist in München im vergangenen Jahr wegen Fahrten auf E-Scootern drastisch gestiegen. 1.157 Fahrerlaubnisse wurden 2019 vom Amtsgericht München vorläufig beschlagnahmt. 2018 waren es nur 736. Das ist ein Anstieg von 57 Prozent. Die hohen Zahlen gehen nach Angaben der zuständigen Ermittlungsrichter vor allem auf Verkehrskontrollen von E-Scooter-Fahrern zurück.

Vielen sei gar nicht bekannt, dass auf den Elektro-Rollern die gleichen Alkoholgrenzen gelten, wie hinterm Steuer eines Autos, heißt es. Denn im Gegensatz zum Fahrrad handelt es sich bei den Scootern um ein Kraftfahrzeug. Immer wieder seien zwei, manchmal sogar drei Fahrer auf einem einzigen Scooter unterwegs. In dem Fall gelten dann laut den Ermittlungsrichtern alle gleichermaßen als Fahrzeugführer.

E-Scooter sind "Spielzeug"

Der heftige Anstieg hatte sich schon während der Wiesn im vergangenen Jahr angedeutet. Bei Alkoholfahrten rund um das Oktoberfest gab es einen Rekord: 774 Mal wurden Verkehrsteilnehmer unter Alkoholeinfluss gestoppt – 414 von ihnen allein auf E-Tretrollern. Bei 469 Verkehrsteilnehmern wurde der Führerschein sofort sichergestellt, davon waren 254 E-Scooter-Fahrer.

Viele betrachteten die Fahrzeuge nicht als ernstzunehmendes Verkehrsmittel, sondern als ein Lifestyle-Produkt oder Spielzeug, hatte der Pressesprecher der Münchner Polizei, Marcus da Gloria Martins, damals gesagt.

2018 hatte die Polizei zur Wiesn 332 Alkoholfahrten und 192 sichergestellte Führerscheine gezählt. Da spielten die Scooter aber noch keine Rolle. Am 15. Juni 2019 war die sogenannte Elektrokleinstfahrzeug-Verordnung in Kraft getreten, wodurch die Tretroller für den Straßenverkehr zugelassen wurden.

Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagentur dpa

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