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München: Hohes Schmerzensgeld nach fatalen OP-Folgen

Wegen Behandlungsfehler  

Klinik muss Querschnittsgelähmter Schmerzensgeld zahlen

23.01.2020, 12:40 Uhr | dpa

München: Hohes Schmerzensgeld nach fatalen OP-Folgen. Ein Richterhammer liegt auf einer Richterbank: Ein Münchner Gericht hat einer Querschnittsgelähmten Schmerzensgeld zugesprochen. (Quelle: dpa/Uli Deck/Symbolbild)

Ein Richterhammer liegt auf einer Richterbank: Ein Münchner Gericht hat einer Querschnittsgelähmten Schmerzensgeld zugesprochen. (Quelle: Uli Deck/Symbolbild/dpa)

Eine junge Frau wird am Rücken operiert, danach gibt es Komplikationen – heute sitzt sie im Rollstuhl. Jetzt hat ein Gericht ihr ein hohes Schmerzensgeld zugesprochen.

500.000 Euro Schmerzensgeld und 250.000 Euro Zinsen bekommt eine 27-jährige Frau, die nach einer Rücken-Operation querschnittsgelähmt ist. Das entschieden die Richter vom Oberlandesgericht München am Donnerstag. Die Frau hatte sich im Jahr 2008 wegen einer Verkrümmung der Wirbelsäule, auch Skoliose genannt, in einer Klinik in Schleswig-Holstein operieren lassen.

Die Operation verlief nach Angaben des Gerichts wie geplant, in der Folge kam es allerdings zu Komplikationen. Nach einem Kreislaufzusammenbruch sollte ihr ein Katheder in eine Vene eingeführt werden. Er landete allerdings im Spinalkanal - was den behandelnden Ärzten zunächst nicht einmal auf Röntgenbildern auffiel. Am nächsten Morgen konnte die Patientin ihre Beine nicht mehr bewegen. Sie ist seither vom vierten Halswirbel an gelähmt.

Gericht sieht grobe Behandlungsfehler

"Die Klägerin hat ihr Geh- und Stehvermögen vollständig eingebüßt und auch die Beweglichkeit der Arme und Hände ist stark eingeschränkt", teilte das Gericht mit. "Weil wir mehrere Fehler in einer Kette sehen, behandeln wir sie in der Summe als grob", begründete der Vorsitzende Richter das Urteil.

Das Landgericht Traunstein, das in erster Instanz zuständig war, weil die Klinikgesellschaft ihren Sitz am Chiemsee hat, hatte der Klägerin 430.000 Euro und eine Schmerzensgeld-Rente von 1.500 Euro pro Quartal zugesprochen. Diese Entscheidung änderte das OLG nun ab. Einen Grund für eine Rente sah der Senat nicht. "Wir haben das eher zusammengefasst." Zusätzlich zu den 500.000 Euro hat die Klägerin nun auch Anspruch auf Zinsen in Höhe von rund 250.000 Euro.

Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagentur dpa

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