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Nach Corona-Massentest an 77 Infizierte

Straubing  

Nach Corona-Massentest an 77 Infizierte

15.05.2020, 15:47 Uhr | dpa

Nach Corona-Massentest an 77 Infizierte. Das Betriebsgelände eines Schlachthofs

Das Betriebsgelände eines Schlachthofs ist zu sehen. Foto: Armin Weigel/dpa (Quelle: dpa)

Mindestens 77 Mitarbeiter eines Schlachthofs in Bogen sind mit dem neuartigen Coronavirus infiziert. Bei einer Reihentestung von Hunderten Beschäftigten der Donautal-Geflügelspezialitäten (DGS) waren 59 Proben positiv. Für die Betroffenen wurde am Freitag Quarantäne angeordnet. Der Betrieb in dem Unternehmen läuft aber weiter. In der kommenden Woche sollen Ergebnisse von ähnlichen Massentests in allen 51 Schlachthöfen im Freistaat vorliegen.

Die Gemeinschaftsunterkünfte, in denen infizierten Mitarbeiter leben, werden nach Angaben des Landratsamts Straubing-Bogen unter Quarantäne gestellt. Erkrankte, die dort nicht isoliert werden können, würden in eine zentrale Unterkunft gebracht. "Dort überwacht auch ein Sicherheitsdienst die Quarantäne." Dolmetscher seien im Einsatz. Nach Angaben der DGS haben die Betroffenen keine oder leichte Symptome.

Bei 18 Beschäftigten der Firma war das Coronavirus Sars-CoV-2 nachgewiesen worden. Daraufhin hatten die Behörden eine Reihenuntersuchung aller Mitarbeiter angeordnet. Die dafür nötigen Abstriche wurden am Dienstag und Mittwoch genommen.

Bei dem Betrieb, der zum Wiesenhof-Konzern gehört, arbeiten laut der Behörde 1021 Mitarbeiter, darunter 525 Werkvertragsbeschäftigte. Unter den neu positiv getesteten Beschäftigen befinden sich der DGS zufolge 19 Festangestellte, 38 Werkvertragsbeschäftigte und 2 externe Dienstleister. Geschäftsführer Jürgen Loibl sagte laut Mitteilung: "Als systemrelevantes Unternehmen haben wir drei elementare Aufgaben hier in unserem Betrieb sicherzustellen: Den bestmöglichen Schutz aller unserer Beschäftigten, die Sicherstellung des Tierschutzes und die Versorgungssicherheit der Bevölkerung mit frischem Geflügelfleisch." Er kündigte weitere freiwillige Tests an.

Untersucht wurden nach Angaben des Landratsamts, der Firma und des bayerischen Gesundheitsministeriums bisher 923 Proben. Das Gesundheitsamt lädt die etwa 150 wegen Krankheit, Urlaubs oder aus anderen Gründen abwesenden Mitarbeiter zu Nachtests vor, wie es hieß. Laut DGS sind auch darunter externe Mitarbeiter wie Lastwagenfahrer.

"Die Gesundheit der Bevölkerung hat oberste Priorität. Unser klares Ziel muss sein, jetzt gemeinsam so konsequent und umfassend zu reagieren, dass eine weitere Infektionsausbreitung verhindert wird", erklärten Landrat Josef Laumer und Straubings Oberbürgermeister Markus Pannermayr (beide CSU). So soll auch eine mögliche Rücknahme von Lockerungen der Anti-Pandemie-Maßnahmen verhindert werden, die nötig wäre, wenn es binnen sieben Tagen mehr als 50 Neuinfektionen je 100 000 Einwohner gibt. Von den neu positiv getesteten Personen stammen 35 aus dem Landkreis Straubing-Bogen, 16 aus der Stadt Straubing, drei aus Nachbarlandkreisen und fünf aus Tschechien.

Das Gesundheitsministerium hatte infolge der Corona-Fälle in Bogen erklärt, dass nicht die Arbeit im Schlachthof selbst zu einer besonderen Infektionssituation führe, sondern vielmehr die Gemeinschaftsunterkünfte in den Blick genommen werden müssten, wo viele Beschäftigte untergebracht werden. Daher soll das Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) Reihentestungen von Mitarbeitern aller 51 Schlachthöfe im Freistaat durchführen. Ministerin Melanie Huml (CSU) sagte: "Ziel ist, dass spätestens Ende nächster Woche die Tests abgeschlossen sind."

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