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Dreifachmord in Starnberg – zwei junge Männer angeklagt

Von dpa
Aktualisiert am 26.02.2021Lesedauer: 2 Min.
Die Statue der Justitia steht im Gegenlicht der Sonne
Die Statue der Justitia steht im Gegenlicht der Sonne (Symbolbild): Zwei junge Männer müssen sich wegen Dreifachmordes vor Gericht verantworten. (Quelle: Arne Dedert/dpa-bilder)
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Ein junger Mann soll seinen 21-jährigen Freund und dessen Eltern in Starnberg erschossen haben. Nun müssen der Beschuldigte und sein 19-jähriger Komplize sich vor Gericht verantworten.

Mehr als ein Jahr nach der Ermordung von Eltern und ihrem Sohn im oberbayerischen Starnberg hat die Staatsanwaltschaft München II zwei junge Männer angeklagt. Sie wirft ihnen Mord, besonders schweren Raub und Verstoß gegen das Kriegswaffenkontroll- und Waffengesetz vor. Nach dem Willen der Anklagebehörde sollen sich die beiden 19 und 20 Jahre alten Männer vor der Jugendkammer des Landgerichts München II verantworten, die nun über die Eröffnung des Verfahrens zu entscheiden hat.

Die beiden waren mit dem 21 Jahre alten Sohn der Familie befreundet. Die Angeklagten sollen am 10. Januar 2020 den Abend mit ihm verbracht haben – ehe der 20-Jährige diesen und die Eltern erschoss. Um die Tat zu vertuschen, soll er eine Pistole so neben dem toten Freund drapiert haben, dass es aussah, als habe dieser erst seine Eltern und dann sich selbst getötet. Der 19-Jährige soll den 20-Jährigen zum Tatort gefahren, während der Tat in der Nähe gewartet und ihn anschließend wieder abgeholt haben.

Illegale Waffen von Erschossenem geklaut

Nach der Tat nahmen die beiden laut Anklagebehörde gemeinsam mehrere voll- und halbautomatische Schuss- sowie Kriegswaffen aus dem Besitz des Sohnes mit. Dieses Waffenarsenal könnte auch das Motiv für die Tat gewesen sein. Vermutet wird, dass die beiden den 21-Jährigen töten wollten, um an die Waffen zu kommen, die dieser illegal besaß.

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Eine Polizeistreife hatte die Leichen der 60 Jahre alten Frau und ihres 64 Jahre alten Mannes sowie des Sohnes am 12. Januar entdeckt. Die Tochter hatte sich Sorgen gemacht und Alarm geschlagen. Die Eltern lagen im Schlafanzug in ihrem Schlafzimmer im ersten Stock des Einfamilienhauses.

Die Leiche des Sohnes wurde in dessen Zimmer entdeckt. Er starb wie seine Eltern durch einen Kopfschuss; eine von zwei gefundenen Pistolen lag direkt neben ihm. Zunächst wurde deshalb vermutet, dass er zuerst die Eltern und dann sich selbst erschoss. Allerdings fehlte ein Abschiedsbrief – eine der Ungereimtheiten, die die Ermittler stutzig machten.

20-Jähriger hatte die Tat gestanden

Ermittlungen zu den am Tatort gefundenen Pistolen führten dann über den Ausbildungsbetrieb des Sohnes zu dem nun Tatverdächtigen. Knapp zwei Wochen nach der Tat wurde die Wohnung des 20-jährigen Beschuldigten durchsucht, die Ermittler fanden eine Vielzahl an Waffen sowie Munition. Die weiteren Ermittlungen konnten den Tatverdacht gegen ihn und seinen Freund erhärten.

Der 20 Jahre alte Mann hatte nach seiner Festnahme damaligen Angaben der Polizei zufolge die Tat gestanden. Er und der 19-Jährige sitzen seither in Untersuchungshaft. Beiden wirft die Staatsanwaltschaft auch zwei bewaffnete Raubüberfalle auf Verbrauchermärkte mit insgesamt einigen Tausend Euro Beute vor.

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Von Jennifer Lichnau
Von Patrick Mayer

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