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Mann mit Wolfsmaske soll Mädchen gezielt ausgesucht haben

Von dpa
Aktualisiert am 03.03.2021Lesedauer: 2 Min.
Der wegen schweren sexuellen Missbrauchs angeklagte Mann (l) steht vor Prozessbeginn im Landgericht neben seinem Anwalt Adam Ahmed im Verhandlungssaal: Der Mann soll, maskiert mit einer Wolfsmaske, im Sommer 2019 in München eine 11-Jährige in ein Gebüsch gezerrt und vergewaltigt haben.
Der wegen schweren sexuellen Missbrauchs angeklagte Mann (l) steht vor Prozessbeginn im Landgericht neben seinem Anwalt Adam Ahmed im Verhandlungssaal: Der Mann soll, maskiert mit einer Wolfsmaske, im Sommer 2019 in München eine 11-Jährige in ein Gebüsch gezerrt und vergewaltigt haben. (Quelle: Sven Hoppe/dpa-bilder)
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Ein Mann steht in München vor Gericht, weil er mit einer Wolfsmaske getarnt eine Elfjährige vergewaltigt haben soll. Er war bereits wegen sexuellen Missbrauchs vorbestraft. Nun gibt es mehr Details zur Tat.

Es ist eine alptraumhafte Szene: Ein Mann mit einer Wolfsmaske zerrt am helllichten Tag in München ein Mädchen in ein Gebüsch und vergewaltigt das Kind. Nach dem Vorfall im Sommer 2019 beginnt am Mittwochvormittag vor dem Landgericht München I der Prozess gegen den mutmaßlichen Täter. Er hat die Vorwürfe nach Angaben seines Anwalts bereits gestanden. "Mein Mandant hat ein schonungsloses schriftliches Geständnis über mich abgegeben, um dem Mädchen wenigstens im Nachgang eine intensive Befragung zu ersparen", sagte sein Anwalt nach der Tat.

Der Mann soll das damals elf Jahre alte Mädchen im Münchner Stadtteil Obergiesing missbraucht haben. Die Wolfsmaske fanden die Ermittler später in einem Abfallcontainer in der Nähe seines Wohnortes, nachdem der Angeklagte ihnen gesagt hatte, wo sie suchen müssen.

Opfer möglicherweise gezielt ausgesucht

Sein Opfer hat der Mann nach Angaben der Staatsanwaltschaft möglicherweise gezielt ausgesucht. Wie es zu Prozessbeginn heißt, soll er das damals elf Jahre alte Kind schon vor der Tat im Juni 2019 in der S-Bahn beobachtet und fotografiert haben. Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass er an jenem Tag mit dem Vorsatz losfuhr, das Mädchen zu missbrauchen und dass er zu diesem Zweck auch die Wolfsmaske dabei hatte.

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Der Anwalt des heute 45-jährigen Mannes räumte ein, dass sein Mandant das Mädchen im Vorfeld beobachtet und fotografiert hatte, bestritt aber den Vorsatz zur Tat. Der Entschluss, das Kind zu vergewaltigen, sei spontan gefallen. "Es gab so ein gewisses Hin- und Her: Soll ich? Soll ich nicht?"

Auf einem Bildschirm im Polizeipräsidium präsentiert die Polizei ein Vergleichsbild einer Wolfsmaske (gestellte Szene): Mehr als anderthalb Jahre nach der Vergewaltigung eines Mädchens in München beginnt der Prozess gegen den mutmaßlichen Täter.
Auf einem Bildschirm im Polizeipräsidium präsentiert die Polizei ein Vergleichsbild einer Wolfsmaske (gestellte Szene): Mehr als anderthalb Jahre nach der Vergewaltigung eines Mädchens in München beginnt der Prozess gegen den mutmaßlichen Täter. (Quelle: Wera Engelhardt/dpa-bilder)

Ansonsten räumte der Angeklagte die Vorwürfe über seinen Anwalt weitgehend ein. "Mit einer Entschuldigung lässt sich das Geschehene nicht wieder gutmachen. Er möchte aber, soweit das möglich ist, aufrichtig um Verzeihung bitten." Der Fall wirft auch die Frage nach der Resozialisierung von Sexualstraftätern auf. Der Mann, damals Anfang 40, befand sich in einer Lockerungsstufe des Maßregelvollzugs, weil er wegen sexuellen Missbrauchs von Kindern vorbestraft ist.

Vor der Tat war er für einige Jahre in einem psychiatrischen Krankenhaus untergebracht und lebte zuletzt in einer therapeutischen Wohngemeinschaft. Dieses sogenannte Probewohnen war eine Lockerungsstufe im Maßregelvollzug. Seit der Tat befindet sich der Mann wieder in der geschlossenen Abteilung einer psychiatrischen Klinik.

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