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München: Staatsanwaltschaft fordert lebenslange Haft für Raser

Jugendlicher starb  

Staatsanwaltschaft fordert lebenslange Haft für Raser

17.03.2021, 10:32 Uhr | dpa

München: Staatsanwaltschaft fordert lebenslange Haft für Raser. Das Landgericht München I (Archivbild): Ein Mann steht vor Gericht, der zu schnell gefahren ist und zwei Jugendliche erfasste, von denen einer starb. (Quelle: imago images/Ralph Peters)

Das Landgericht München I (Archivbild): Ein Mann steht vor Gericht, der zu schnell gefahren ist und zwei Jugendliche erfasste, von denen einer starb. (Quelle: Ralph Peters/imago images)

Ein Raser hatte 2019 zwei Jugendliche mit seinem Auto erfasst – einer von ihnen starb. Die Staatsanwaltschaft fordert nun eine lebenslange Haft wegen Mordes.

Im Mordprozess um einen tödlichen Raserunfall in München fordert die Staatsanwaltschaft lebenslange Haft für den Angeklagten. Sie beantragte eine Verurteilung wegen Mordes und vierfachen versuchten Mordes, wie das Landgericht München I am Mittwoch mitteilte. Außerdem soll der inzwischen 35-jährige Angeklagte in einer Entziehungsanstalt untergebracht werden. Das Urteil soll am 23. März fallen.

Der Mann aus dem Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen war am 15. November 2019 um kurz vor Mitternacht auf der Flucht vor einer Polizeikontrolle auf der Gegenfahrbahn durch die Stadt gerast. Laut Polizei ignorierte er mehrere rote Ampeln und erfasste – nach Angaben der Staatsanwaltschaft mit mehr als 120 Kilometern in der Stunde – zwei 14 und 16 Jahre alte Jugendliche, die gerade die Straße überquerten. Der 14-Jährige starb, die 16-Jährige wurde schwer verletzt.

Kritik am Verlauf des Prozesses

"Für das, was passiert ist, habe ich keine Worte", hatte der Angeklagte zu Beginn des Prozesses über seine Verteidigerin ausrichten lassen. "Schock, Schuldgefühle, Selbstmordgedanken" empfinde er. "Heute kann ich sagen, dass ich die Gefahr vollkommen unterschätzt und mich überschätzt habe."

Die Verteidigung hält die Anklage wegen Mordes laut ihrer Aussagen zu Prozessbeginn für überzogen und den Vorwurf eines illegalen Autorennens mit tödlichem Ausgang für ausreichend. Damit läge die Höchststrafe bei zehn Jahren. Konkrete Anträge wurden allerdings nicht gestellt. Laut "Bayerischem Rundfunk" kritisierte die Anwältin den Verlauf den Prozesses. Ihr Mandant habe keine echte Chance gehabt, sagte die Verteidigerin.

Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagentur dpa

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