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München: Ein Nachbarschaftsgarten bringt Menschen zusammen

Mehr Grün in der Stadt  

Ein neuer Nachbarschaftsgarten bringt Münchner zusammen

Von Kaja Godart

17.05.2021, 16:25 Uhr
München: Ein Nachbarschaftsgarten bringt Menschen zusammen. Die Nachbarschaftsgärtner in ihrer Haidhauser Oase: Schnell hatten sich viele Interessierte gemeldet. (Quelle: Peter Martl)

Die Nachbarschaftsgärtner in ihrer Haidhauser Oase: Schnell hatten sich viele Interessierte gemeldet. (Quelle: Peter Martl)

Ein neuer Gemeinschaftsgarten erblüht in der Münchner Kirchenstraße. Bald wachsen hier Blumen und Gemüse, Kinder und Nachbarn dürfen "mitgarteln".

Auf einem kleinen Stück Grünfläche in München-Haidhausen ist neues Leben eingezogen: Anwohner aus der Umgebung, Schüler und Kitakinder haben hier seit April Hochbeete errichtet und "garteln" seitdem fleißig im ersten Nachbarschaftsgarten in Haidhausen.

Nachbarschaftsgarten statt öder Grünfläche

Irgendwann war auf dem kleinen, eingezäunten Stück Grün in der Kirchenstraße, Ecke Seerieder, mal ein Spielplatz gewesen, aber den gibt es schon lange nicht mehr, erklärt Nina Reitz, Sprecherin der SPD-Fraktion und Mitglied im Bezirksausschuss 5 Au-Haidhausen. Eine ungenutzte öffentliche Grünanlage in Haidhausen, einer der am dichtesten besiedelten Stadtteile in München?

Das sei nicht nur eine Seltenheit, sondern auch eine Möglichkeit, hier was Tolles entstehen zu lassen, etwas, wovon auch die Nachbarn was haben, dachte Reitz. Sie hatte das Grundstück schon länger im Auge und reichte im Februar 2020 einen entsprechenden Antrag ein. Der wurde nun genehmigt: Auf der Grünfläche unterhalb der Alten Haidhauser Kirche darf ein Nachbarschaftsgarten einziehen.

Nina Reitz legt Hochbeete an: Der Garten soll ein Ort sein, der Menschen zusammen bringt. (Quelle: Matthias Altmann)Nina Reitz legt Hochbeete an: Der Garten soll ein Ort sein, der Menschen zusammen bringt. (Quelle: Matthias Altmann)

Kinder und Anwohner bepflanzen die Beete

Fleißige Gärtnerinnen und Gärtner waren schnell gefunden: Eine Klasse der Flurschule und eine Kindergruppe aus der Preysingstraße wollten sofort dabei sein, hinzu kamen Familien und Anwohner aus der Nachbarschaft. Der Andrang auf die zehn Beete war groß.

Am letzten Aprilwochenende starteten die Hobbygärtner mit dem Bau der Hochbeete, alleine die Befüllung mit Erde dauerte einen ganzen Tag. Die Erde war eine Spende des Gartenbauamtes, ebenso der benötigte Kies. "Schon das erste Wochenende sehe ich als vollen Erfolg", sagt Reitz.

"Die Aktivität führte zu extrem vielen interessierten Nachfragen, die Leute waren fast alle begeistert, manche wollten spontan helfen, manche gaben Tipps. Aus diesen wenigen Hochbeeten entsteht etwas. Vielleicht ein Ort, der Menschen zusammenbringt. Und das ist es, was wir uns wünschen", so Reitz.

Die Nachbarschaftsgärtner vor ihren Hochbeeten: Ein lokaler Künstler hat die Holzkonstruktionen bemalt. (Quelle: Nina Reitz)Die Nachbarschaftsgärtner vor ihren Hochbeeten: Ein lokaler Künstler hat die Holzkonstruktionen bemalt. (Quelle: Nina Reitz)

Der Haidhauser Garten bringt Nachbarn zusammen

Kurzerhand kamen Menschen aus der Nachbarschaft dazu: Ein Filmemacher dokumentierte spontan den Aufbau mit der Filmkamera, der Haidhauser Künstler Andreas Wiehl bot an, die Paletten bunt zu bemalen und der kurdische Bäcker von gegenüber spendete Baklava für die hungrigen Gärtnerinnen und Gärtner.

Das Wasser zum Gießen von Blumen und Gemüse dürfen die Hobbygärtner vom angrenzenden Friedhof holen. "Wir sind begeistert von dem, was hier entsteht!", freut sich Reitz.

Reitz hatte im Februar, gemeinsam mit Nachbarn und dem Elternbeirat der Flurschule, eigens den Verein "Nachbarschaftsgärten Haidhausen" gegründet. Zehn Euro pro Jahr kostet die Mitgliedschaft für alle Hobbygärtner, plus eine kleine Pacht von jährlich 30 Euro für das Beet. Die Hochbeete sind für dieses Jahr fest verteilt, aber der Nachbarschaftsgarten sei für alle Bürger offen, sagt Reitz. Jeder, der mag, darf die Grünfläche betreten, picknicken oder Ball spielen. So entsteht eine kleine grüne Oase, mitten in der Stadt.

Verwendete Quellen:

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