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München gedenkt Opfer des OEZ-Anschlags vor fünf Jahren

"Sie sind nicht allein"  

München gedenkt Opfer des OEZ-Anschlags vor fünf Jahren

22.07.2021, 15:06 Uhr | dpa, t-online

München gedenkt Opfer des OEZ-Anschlags vor fünf Jahren. Gisela Kollmann, Großmutter des ermordeten Giuliano Kollmann, spricht während der Gedenkveranstaltung zum fünften Jahrestag des Anschlags am Olympia-Einkaufszentrum OEZ: Damals erschoss ein junger Attentäter, neun Menschen und tötete sich anschließend selbst. (Quelle: dpa/Peter Kneffel)

Gisela Kollmann, Großmutter des ermordeten Giuliano Kollmann, spricht während der Gedenkveranstaltung zum fünften Jahrestag des Anschlags am Olympia-Einkaufszentrum OEZ: Damals erschoss ein junger Attentäter, neun Menschen und tötete sich anschließend selbst. (Quelle: Peter Kneffel/dpa)

Das rassistische Attentat im Olympia-Einkaufszentrum in München jährt sich zum fünften Mal. Zum Gedenken gibt es eine Schweigeminute und eine Gedenkveranstaltung mit Ministerpräsident Söder.

In München ist am Donnerstag der neun Opfer des rassistischen Anschlags am Olympia-Einkaufszentrum (OEZ) vor fünf Jahren gedacht worden. Am Mittag gab es eine Gedenkzeremonie mit Ministerpräsident Markus Söder, für die Tatzeit um 18.04 Uhr ist eine Schweigeminute am Denkmal "Für Euch" geplant, das an die Opfer erinnert. 

Bei der Veranstaltung am Mittag hat Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) zum Kampf gegen Hasskriminalität und Hetze aufgerufen. Der Rechtsextremismus wachse in der Gesellschaft wie ein Tumor, sagte er. "Das war eine klar politisch motivierte Gewalttat."

Ein Kameramann filmt vor Beginn der Gedenkveranstaltung zum fünften Jahrestag des Anschlags am Olympia-Einkaufszentrum OEZ: Die Gedenkveranstaltung mit interreligiösem Gebet und Schweigeminute findet im Beisein der Familien der Opfer statt. (Quelle: dpa/Peter Kneffel)Ein Kameramann filmt vor Beginn der Gedenkveranstaltung zum fünften Jahrestag des Anschlags am Olympia-Einkaufszentrum OEZ: Die Gedenkveranstaltung mit interreligiösem Gebet und Schweigeminute findet im Beisein der Familien der Opfer statt. (Quelle: Peter Kneffel/dpa)

Ähnlich hatte sich zuvor Münchens Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) geäußert. Dieser Anschlag gehöre zur blutigen Spur des rechten Terrors, die sich seit Jahrzehnten durch Deutschland ziehe. Nichts auf der Welt werde die geliebten Menschen zurückbringen, die gestorben seien, weil ein Mörder seine menschenverachtenden, hasserfüllten Pläne in die Tat umgesetzt habe. Reiter versicherte die Angehörigen der Solidarität. "Wir sind hier. Sie sind nicht allein."

Wie tief der Schmerz bei den Familien der Münchner Opfer sitzt, machte Gisela Kollmann deutlich, deren Enkel Giuliano mit 19 Jahren am OEZ starb. "Es ist ein Stück aus meinem Herzen herausgerissen worden." In ihrer Rede erinnerte sie an Opfer anderer Anschläge wie in Hanau und Halle. "Wir müssen zusammenstehen, uns gegenseitig stützen und miteinander sprechen, um unsere Liebsten stets im Herzen zu bewahren", sagte sie. Dass auch die Tat in München inzwischen als rassistisch gelte, sei ein Trost und habe den Ermordeten die Würde zurückgegeben.

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder hatte im Vorfeld eine landesweite Beflaggung angeordnet. Alle staatlichen Dienstgebäude im Freistaat würden an diesem Donnerstag beflaggt, kündigte die Staatskanzlei in München am Mittwoch an. Die Gemeinden, Landkreise und Bezirke seien gebeten, mit ihren Behörden am Jahrestag des Attentats entsprechend zu verfahren.

Ein Holzkreuz mit einem Schild und der Aufschrift "Warum nur! –  22.07.2016" hängt vor dem Eingang zum Olympia-Einkaufszentrum (OEZ) (Archivbild): Zum Gedenken an die Opfer gibt es eine landesweite Beflaggung. (Quelle: dpa/Peter Kneffel)Ein Holzkreuz mit einem Schild und der Aufschrift "Warum nur! – 22.07.2016" hängt vor dem Eingang zum Olympia-Einkaufszentrum (OEZ) (Archivbild): Zum Gedenken an die Opfer gibt es eine landesweite Beflaggung.

OEZ-Anschlag in München: Späte Einordnung als rassistischer Anschlag

Am 22. Juli 2016 hatte ein 18-Jähriger neun Menschen erschossen, die meisten hatten einen Migrationshintergrund. Die Opfer waren acht Jugendliche sowie eine erwachsene Frau. Anschließend tötete sich der junge Mann selbst.

Um die Einordnung der Tat war lange gerungen worden. Erst war von einem Amoklauf aus Rache die Rede. 2018 stufte das Bundesamt für Justiz sie dann als rassistischen Anschlag ein, das Bayerische Landeskriminalamt (LKA) schloss sich dem 2019 an.

Seit dem vergangenen Jahr weist darauf auch eine Inschrift am Denkmal vor dem OEZ darauf hin: "In Erinnerung an alle Opfer des rassistischen Attentats vom 22.7.2016."

Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagentur dpa

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