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Schwerwiegender Verdacht nach Bombenexplosion

Von dpa, MaM

Aktualisiert am 02.12.2021Lesedauer: 3 Min.
Züge fahren an der Baustelle in München vorbei: Einen Tag nach der Explosion sind die Auswirkungen auf den weiteren Bau noch unklar.
Züge fahren an der Baustelle in München vorbei: Einen Tag nach der Explosion sind die Auswirkungen auf den weiteren Bau noch unklar. (Quelle: Matthias Balk/dpa-bilder)
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In München hat es einen lauten Knall gegeben. Eine Fliegerbombe war bei Bauarbeiten explodiert und hatte mehrere Menschen verletzt. Nun muss sich die Deutsche Bahn gegenüber den Ermittlern verantworten.

Nach der Explosion einer Fliegerbombe auf einer Baustelle der Deutschen Bahn in München ermittelt die Polizei wegen des Verdachts des fahrlässigen Herbeiführens einer Sprengstoffexplosion. "Wenn so etwas passiert, muss es eine Ursache haben", sagte ein Polizeisprecher am Donnerstag.

Dass die Bombe übersehen wurde, weise darauf hin, dass der Bereich vor Beginn der Bohrarbeiten womöglich nicht, zu wenig oder falsch abgesucht worden sei. "Selbstverständlich unterstützen wir die laufenden Ermittlungen und arbeiten eng mit den Behörden zusammen", sagte eine Bahn-Sprecherin der Deutschen Presse-Agentur. Vor dem Hintergrund der laufenden Ermittlungen könne man keine weiteren Angaben machen. Grundsätzlich lege die Bahn bei Bauarbeiten aber höchste Sicherheitsstandards an.

Millionen-Schaden mitten in München

Ein Schaden von rund fünf Millionen Euro sei bei der Explosion der Bombe in der Nähe der Donnersbergerbrücke am Mittwoch entstanden, bei der nach Polizeiangaben vier Menschen verletzt wurden – darunter drei Bauarbeiter.

Einer von ihnen, ein 62-Jähriger aus dem Zollernalbkreis in Baden-Württemberg, kam schwer verletzt ins Krankenhaus. Ihm wurde durch die Detonation bei der Explosion fast ein Bein abgerissen. Lebensgefahr bestand allerdings nach einer mehrstündigen Operation nicht. Sein Bein sei rekonstruiert worden. "Wir bedauern zutiefst, dass es zu diesem Unfall gekommen ist. Wir wünschen den Verletzten baldige Genesung", sagte die Bahn-Sprecherin.

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Innenminister von Bayern: "Warum hat man diese Bombe vorher nicht erkannt?"

Zwei weitere Bauarbeiter erlitten ein Knalltrauma und konnten nach ambulanter Behandlung wieder entlassen werden. Ein Passant wurde von einem umherfliegenden Stein am Kopf getroffen und erlitt eine Platzwunde. Hätten zur Mittagszeit nicht die meisten Arbeiter Essenspause gemacht, hätte es nach Polizeiangaben noch viel mehr Verletzte geben können.

Überreste der Ummantelung der Fliegerbombe aus dem Zweiten Weltkrieg: Ein Passant war von einem Stein am Kopf getroffen worden.
Überreste der Ummantelung der Fliegerbombe aus dem Zweiten Weltkrieg: Ein Passant war von einem Stein am Kopf getroffen worden. (Quelle: Matthias Balk/dpa-bilder)

Interesse an einer Aufklärung hat auch Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU). Normalerweise werde auf solchen Baustellen vorab immer intensiv sondiert, wo noch Blindgänger versteckt liegen könnten, hatte er mittags bei einem Besuch am Unglücksort gesagt. Er gehe davon aus, dass das auch auf dieser Baustelle geschehen sei. "Da muss jetzt ermittelt werden: Warum hat man diese Bombe vorher nicht erkannt?"

Münchens zweite Stammstrecke – scheitert das Projekt?

Die Detonation ereignete sich auf einer Baustelle für die zweite Stammstrecke – ein Mammutprojekt, das den extrem dichten Verkehr entlang der bisherigen Trasse entzerren soll. Die bisherige Stammstrecke gilt als Nadelöhr. Sie führt vom Ostbahnhof in einem Tunnel durch die Innenstadt bis in den Münchner Westen und gilt mit rund 1.000 Zügen täglich als eine der am meisten befahrenen Bahnstrecken Europas.

Nun wird auf der Baustelle, wo das Unglück geschah, also erst mal nach den Ursachen geforscht. Wie geht es weiter? Verzögert sich das ganze Projekt? Das weiß man auch bei der Bahn noch nicht. Aktuell könne man noch keine Aussage dazu treffen, wie sich der Vorfall auf den weiteren Verlauf der Baumaßnahmen auswirken werde, hieß es.

Münchner Polizei zieht erste Schlüsse

Aus Sicht der Polizei ist die Explosion vor allem der Beweis dafür, dass es wichtig ist, bei der Entschärfung von Fliegerbomben zu evakuieren und Anwohner aufzurufen, ihre Häuser zu verlassen.

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Die Münchner Bombe sei in einer Tiefe von zwei oder drei Metern explodiert, sagte der Polizeisprecher. Da können man sich die Auswirkungen ja vorstellen, wäre sie schon freigelegt gewesen. "Das ist ein sehr gutes Beispiel dafür, warum es so explizite und weiträumige Absperrungen gibt."

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