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McDonald's kam vor 50 Jahren nach Deutschland: So viel kostete ein Burger

Raten Sie mal, was ein Burger kostete  

Vor 50 Jahren eröffnete die erste deutsche McDonald's-Filiale

04.12.2021, 11:43 Uhr | dpa, t-online

McDonald's kam vor 50 Jahren nach Deutschland: So viel kostete ein Burger. Das erste McDonald's-Restaurant in Deutschland: Es eröffnete am 4. Dezember 1971. (Quelle: McDonald's Deutschland)

Das erste McDonald's-Restaurant in Deutschland: Es eröffnete am 4. Dezember 1971. (Quelle: McDonald's Deutschland)

Vor 50 Jahren sperrte die erste McDonald's-Filiale auf. Die Kartoffeln wurden noch im Keller geschält und zu Pommes geschnitten. Die Karte des ersten Schnellrestaurants in München war äußerst überschaubar.

Aus den Radios dudelten Roy Black & Anita. "Schön ist es auf der Welt zu sein", sangen sie. Heino war in den Top 20, Chris Roberts und Tony Marshall auch. Aber ganz oben thronten im Dezember 1971 die heute längst vergessenen Pop Tops. Und auch T. Rex hatten sich in die Charts gerockt, Aretha Franklin sorgte für den Groove.

Willy Brandt war Bundeskanzler. Deutschland öffnete sich – und das auch kulinarisch. Am 4. Dezember 1971 machte die erste McDonald's-Filiale in Deutschland auf, im Münchner Arbeiterviertel Giesing. 

Die Kartoffeln wurden im Keller geschält

Den Standort gibt es noch heute. Aber in den vergangenen 50 Jahren hat sich viel verändert. Damals standen im Keller noch Maschinen, mit denen die Kartoffeln für die Pommes vor Ort geschält und geschnitten wurden. "Wir haben jede Kartoffel einzeln in die Maschine gepackt, damit sie der Länge nach geschnitten wird", erinnert sich einer der ersten Angestellten der Burgerschmiede im Gespräch mit der "Augsburger Allgemeinen".

Ein Hamburger kostete 95 Pfennig. Daneben standen auf der Speisekarte lediglich Cheeseburger, Pommes, Coca-Cola, Limo und Kaffee. Die Menschen gewöhnten sich schnell an das zu dem Zeitpunkt noch exotische Essen. Heute ist McDonald's Weltmarktführer der Burgerketten, mit über 38.000 Standorten rund um den Globus und 1.448 in Deutschland. 

Trend zu mehr Zucker begann in der Nachkriegszeit

Die Expansion des Unternehmens spiegelt auch den gesellschaftlichen Wandel der vergangenen Jahrzehnte wider: "In den Siebzigerjahren ist das Interesse an Essen und Esskultur und auch an internationaler Küche erwacht", sagt Margareta Büning-Fesel, die Leiterin des Bundeszentrums für Ernährung (BZfE). "Deswegen gab es auch eine große Offenheit für Fast Food und Fertiggerichte."

Begonnen hatte die Veränderung der Essgewohnheiten jedoch schon vorher. "Seit der Nachkriegszeit sehen wir eine starke Zunahme des Zuckerkonsums, das kam mit den zuckerhaltigen Getränken aus den USA", meint Hans Hauner, Leiter des Else Kröner-Fresenius-Zentrums für Ernährungsmedizin an der TU München.

Auch die Müsliwelle half nicht: "Ein Teil der Bevölkerung ist heute schlechter ernährt"

"In die Siebziger kann man aber auch die Anfänge einer deutlichen Aufmerksamkeit für das Thema Übergewicht datieren", meint die Chefin des Bundeszentrums für Ernährung. "Die Ernährungskommunikation und -information wurde stärker. Was in den Achtzigerjahren dazukam, das war das Thema Vollwerternährung und Umwelt, die Müsliwelle."

Doch dass sich gesunde Ernährung und gesunder Lebensstil deswegen durchgesetzt hätten, würde wohl niemand behaupten. "Ein Teil der Bevölkerung ist heute schlechter ernährt als vor 50 Jahren", sagt Ernährungsmediziner Hauner. "Viele besser Gebildete achten auf ihre Gesundheit und legen Wert auf gesunde Ernährung. Auf der anderen Seite haben wir wirtschaftlich schwächere Bevölkerungsgruppen und sozial Benachteiligte, die sich häufig ungesund ernähren."

Ernährung als Geldfrage

Denn Ernährung ist auch eine Geldfrage. Ein Restaurant verlangt höhere Preise als eine Imbissbude, hochwertige und frische Lebensmittel sind teurer als billige Tiefkühlware und Fertiggerichte. Doch auch in gut situierten Familien bleibt heute weniger Zeit zum Kochen als zu Beginn der Siebziger, da in der Regel beide Elternteile arbeiten.

Das aus den USA importierte Geschäftsmodell der Systemgastronomie hat sich flächendeckend verbreitet: "Der Außer-Haus-Markt boomte und mit ihm die Systemgastronomie", sagt eine Sprecherin des Hotel- und Gaststättenverbands Dehoga zur Lage vor Beginn der Corona-Pandemie. "Fast jeder dritte Euro wurde in einem Betrieb der Markengastronomie umgesetzt." 

In absoluten Zahlen noch viel stärker expandiert als die Selbstbedienungsketten haben Imbisse jeder Art. Das Statistische Bundesamt zählte 2005 insgesamt 1.544 "Restaurants mit Selbstbedienung", 2019 waren es dann schon 3.790. Doch "Imbisstuben und Ähnliches" vermehrten sich von 14.648 auf 35.656.

Heute gibt es mehr übergewichtige Menschen 

"Auf jeden Fall gab es Ende der Sechzigerjahre weniger übergewichtige Menschen in Deutschland als heute", sagt Büning-Fesel. "Von 1999 bis 2013 ist die Zahl der adipösen – also der wirklich schwer übergewichtigen – Männer um 40 Prozent gestiegen, bei den Frauen waren es 24 Prozent." Der Trend zum Übergewicht hat seither nicht nachgelassen, nachzulesen in den Berichten der Deutschen Gesellschaft für Ernährung.

"Der Anteil des Fast Food hat in den vergangenen fünf Jahrzehnten dramatisch zugenommen", sagt Ernährungsmediziner Hauner. "Bratwurst, Döner, Hamburger, Pizzen, oder in Bayern auch die Leberkassemmel. Nur in vierzig Prozent der Haushalte wird noch einigermaßen regelmäßig gekocht." Das liege unter anderem an dem hohen Anteil von Singlehaushalten.

Verwendete Quellen:
  • "Augsburger Allgemeine": "50 Jahre Burger und Pommes"
  • Eigene Recherche
  • Nachrichtenagentur dpa
  • weitere Quellen
    weniger Quellen anzeigen

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