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Corona-Tests in Kitas und zus├Ątzliche Intensivbetten

Von dpa
07.12.2021Lesedauer: 3 Min.
Pandemie in Bayern
Fl├╝ssigkeit wird auf einen Selbsttest f├╝r das neuartige Coronavirus getr├Âpfelt. (Quelle: Julian Stratenschulte/dpa/Illustration/dpa-bilder)
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Die Corona-Zahlen in Bayern sind gesunken - aber sie sind weiterhin viel zu hoch. Die Staatsregierung justiert bei der Pandemiebek├Ąmpfung nach. So sollen k├╝nftig Kindergartenkinder regelm├Ą├čig getestet werden, au├čerdem will die Regierung die Zahl der Intensivbetten sp├╝rbar anheben, um in den Krankenh├Ąusern Entlastung zu schaffen. Beim Skifahren wird dagegen rechtzeitig zur bevorstehenden Hochsaison gelockert. Es gilt nur noch die 2G-Regel - Getestete und Genesene m├╝ssen sich nicht noch zus├Ątzlich einem Test unterziehen, wenn sie in Gondel oder Sessellift steigen wollen, beschloss das Kabinett am Dienstag. Die Ma├čnahmen im Einzelnen:

Testnachweispflicht f├╝r Kita-Kinder

Unter Kindern ist die Inzidenz besonders hoch. F├╝r Kita-Kinder ist eine Impfempfehlung in weiter Ferne. Deshalb m├╝ssen nach den Weihnachtsferien die Eltern von Kindern ab einem Alter von einem Jahr dreimal w├Âchentlich einen Test nachweisen, wenn die Kinder eine Einrichtung besuchen sollen. Akzeptiert wird neben einem in der Einrichtung durchgef├╝hrten Antigen- oder Pool-PCR-Test auch ein Selbsttest, wenn dessen Durchf├╝hrung und das negative Ergebnis glaubhaft versichert werden. Die Gr├╝nen kritisierten diese Regelung. Die Ank├╝ndigung von Ministerpr├Ąsident Markus S├Âder (CSU), fl├Ąchendeckend Pooltests auch in Kitas einzuf├╝hren, entpuppe sich als Luftnummer. Dies gehe zu Lasten des Kita-Personals und auf Kosten der Sicherheit der Kinder. Sozialministerin Carolina Trautner (CSU) betonte dagegen: "Unser oberstes Ziel ist und bleibt es, die Kitas offen zu halten. Die Einf├╝hrung der Testnachweispflicht kn├╝pft das Sicherheitsnetz noch einmal enger."

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Intensivpflege

In Anbetracht der teilweise ├╝bervollen Intensivstationen in Bayerns Krankenh├Ąusern will Gesundheitsminister Klaus Holetschek (CSU) mehr Personal gewinnen. Damit soll die Zahl der nutzbaren Intensivbetten um bis zu 100 erh├Âht werden. Laut Intensivregister hat Bayern derzeit 3673 betreibbare Intensivbetten. Wegen Personalmangels ging die Zahl innerhalb eines Jahres um rund 20 Prozent nach unten. Bayern startet deshalb eine Bundesratsinitiative, bei der das Nettogehalt von Intensivpflegepersonal und Pflegekr├Ąften mit vergleichbarer Belastung f├╝r zw├Âlf Monate verdoppelt werden soll. Einerseits sollen Gehaltsanteile steuerfrei gestellt werden, andererseits soll ein vom Bund ohnehin geplanter Pflegebonus ausgeweitet werden. Bayern will zus├Ątzlich das Staatss├Ąckel ├Âffnen und Geld f├╝r Kliniken bereitstellen, das dann an das Personal weitergereicht werden kann.

Au├čerdem sollen zur Entlastung von Akutkrankenh├Ąusern auch Fachkliniken und ├Ąhnliche H├Ąuser ab sofort in die Versorgung von Corona-Patienten eingebunden werden. Die entsprechenden Kliniken werden aufgefordert, geeignete Patienten aufzunehmen - alternativ sollen sie Pflegepersonal f├╝r besonders belastete Krankenh├Ąuser zur Verf├╝gung stellen, wie das Kabinett beschloss.

Daf├╝r soll es eine finanzielle Entsch├Ądigung f├╝r die Kliniken geben, beziehungsweise die Pflegekr├Ąfte sollen einen Ausgleich f├╝r die Zusatzbelastungen bekommen. Auch Pflegekr├Ąfte aus Reha-Einrichtungen sollen mithelfen. Insgesamt stellt der Freistaat 66 Millionen Euro bereit, um mit diesen und weiteren Ma├čnahmen die Kapazit├Ąten zur Behandlung von Intensivpatienten zu sichern und zu erweitern. Das sei ein "guter Aufschlag", sagte Holetschek. Man wolle Wertsch├Ątzung auch mit "monet├Ąrer Unterst├╝tzung" zeigen. Details w├╝rden noch verhandelt, zu denken sei aber an Zuschl├Ąge zum Gehalt oder auch Zusch├╝sse etwa f├╝r Kinderbetreuung, wenn jemand bereit sei, von einem Teil- auf einen Vollzeitjob umzusteigen.

Die bayerische Krankenhausgesellschaft begr├╝├čte den Vorsto├č. "Es ist richtig, in die Verg├╝tungen der Besch├Ąftigten zu investieren", sagte Gesch├Ąftsf├╝hrer Roland Engehausen. Die Versorgung von Covid-Patienten sei eine echte k├Ârperliche und psychische Belastungsprobe.

Skigebiete

Das Alpenland Bayern hat ein Herz f├╝r Skifahrer und erh├Ârt die Rufe der Tourismusbranche. Die Staatsregierung entsch├Ąrft die Corona-Vorschriften dahingehend, dass Geimpfte und Genesene Gondeln und Lifte ohne zus├Ątzlichen Corona-Test benutzen d├╝rfen, wie Staatskanzleichef Florian Herrmann (CSU) und Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger (Freie W├Ąhler) ank├╝ndigten. Urspr├╝nglich hatte die Staatsregierung f├╝r das Skifahren 2G plus vorschreiben wollen, jeder Skifahrer in Bayern h├Ątte sich damit also vor dem Kauf eines Tickets auch noch zus├Ątzlich testen lassen m├╝ssen. Nun gilt wie in ├ľsterreich 2G ohne "plus", also Zugang f├╝r Geimpfte und Genesene - allerdings d├╝rfen Gondeln nur zu einem Viertel besetzt werden.

Der Verband deutscher Seilbahnen hatte die urspr├╝nglichen Pl├Ąne als "Todessto├č" f├╝r die bayerischen Skigebiete kritisiert und vor Betriebsschlie├čungen gewarnt. Denn im nahen ├ľsterreich war von vornherein nur 2G vorgeschrieben. In der Schweiz gen├╝gt das Tragen einer Maske in Gondeln, Sessel- und Schlepplifte k├Ânnen ohne Auflage benutzt werden. Da es in den Alpen bereits viel geschneit hat, wollen viele Skigebiete noch im Dezember ├Âffnen. "Heute ist ein guter Tag f├╝r unsere bayerischen Skigebiete sowie die Skifahrerinnen und Skifahren", jubelte die Industrie- und Handelskammer f├╝r M├╝nchen und Oberbayern.

"Wir haben in den letzten Jahren massiv in die bayerischen Lifte investiert, sogar mit Sonderf├Ârderprogrammen", sagte Wirtschaftsminister Aiwanger. Im vergangenen Jahr sei die Skisaison komplett ausgefallen. "Um so wichtiger ist es, dass wir heuer alle M├Âglichkeiten pr├╝fen, das Skigesch├Ąft zu erm├Âglichen, ohne Infektionsrisiken einzugehen." Ansonsten w├╝rde es nach Aiwangers Worten eine "Abwanderungsbewegung" von Skitouristen in die Nachbarl├Ąnder geben.

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