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Gericht: Wolf darf nicht geschossen werden

Von dpa
21.01.2022Lesedauer: 3 Min.
Justitia
Eine Statue der Justitia steht unter freiem Himmel. (Quelle: Arne Dedert/dpa/Symbolbild/dpa-bilder)
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Der Chiemgauer Wolf darf vorerst nicht geschossen werden. Das Verwaltungsgericht MĂŒnchen gab am Freitag den EilantrĂ€gen des Bundes Naturschutz (BN) und der Gesellschaft zum Schutz der Wölfe (GzSdW) statt, die sich gegen eine entsprechende AllgemeinverfĂŒgung der Regierung von Oberbayern wandten. Die Behörde hatte am Montag die - so das Amtsdeutsch - "zielgerichtete letale Entnahme" des Tieres zugelassen, um eine GefĂ€hrdung von Menschen zu verhindern.

Das Gericht bewertete die AllgemeinverfĂŒgung in den Eilverfahren jedoch als voraussichtlich rechtswidrig. Eine Gefahr fĂŒr Menschen oder die öffentliche Sicherheit, die eine sofortige Tötung des Wolfes erfordere, sei ist nicht vorhanden. In erster Linie seien weitere AufklĂ€rungsmaßnahmen und gegebenenfalls eine Besenderung und VergrĂ€mung des Tieres geboten. Aus keinem der bisher bekannten VorfĂ€lle sei ersichtlich, dass sich der Wolf mit dem Gen-Code GW 2425m Menschen in nicht arttypischer Weise genĂ€hert hĂ€tte. Zudem gebe es seit 19. Dezember keine Erkenntnisse ĂŒber den Verbleib des Wolfes.

Das letzte Wort ist aber nicht gesprochen: Gegen die Entscheidungen des Gerichts kann Beschwerde zum Bayerischen Verwaltungsgerichtshof eingelegt werden. Zudem stehen die Hauptsacheverfahren aus.

Die Debatte geht unterdessen hitzig weiter. NaturschĂŒtzer, aber auch die GrĂŒnen im Landtag hatten keine Gefahr fĂŒr Menschen gesehen. Sie begrĂŒĂŸten die Entscheidung des Gerichts und warfen Landwirtschaftsministerin Michaela Kaniber (CSU), die den Abschuss befĂŒrwortet hatte, unter anderem "Wahlkampfgetöse" vor.

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Kaniber bedauerte die Entscheidung des Gerichts: "Eine GefĂ€hrdung darf nicht erst dann gesehen werden, wenn wirklich etwas passiert ist. Politik muss die Sorgen und Ängste der betroffenen Menschen ernst nehmen und bei Gefahr auch prĂ€ventiv handeln", teilte die Ministerin am Abend mit.

Die Freien WĂ€hler sprechen schon von einem Problemwolf. "Es ist traurig, dass offensichtlich zuerst Menschen zu Schaden kommen mĂŒssen, ehe gehandelt werden darf", sagte Landtagsfraktionschef Florian Streibl. Wolfsangriffe nĂ€hmen zu: "Wir werden kĂŒnftig nicht umhinkommen, den Wolfsbestand zu regulieren."

Besonders enttĂ€uscht sind die Almbauern. Sie sorgten sich vor allem um den Almsommer, der etwa im Mai beginnt, sagte Hans Stöckl, GeschĂ€ftsfĂŒhrer des Almwirtschaftlichen Vereins Oberbayern. Schafe, Ziegen, Rinder und Pferde könnten gerade im unwegsamen GelĂ€nde nicht geschĂŒtzt werden. "Vor allem Schafhalter werden sich ĂŒberlegen, ob sie mit der Schafhaltung aufhören, wenn die Gefahr besteht, dass der Wolf weiter im Gebiet ist", sagte Stöckl. ZĂ€une seien teuer und aufwendig. Herdenschutzhunde seien im dicht besiedelten und touristischen Oberbayern nicht möglich. "Das wĂŒrde zu viele Konflikte geben." Denn die Hunde schĂŒtzen - anders als HĂŒtehunde - "ihre" Herde vor jedem, der etwa ĂŒber die Weide lĂ€uft.

Die Almbauern wollen, dass Gebiete ausgewiesen werden, die nicht mit zumutbaren Maßnahmen geschĂŒtzt werden können, im Wesentlichen gebirgige Regionen im SĂŒden Bayerns. Dort mĂŒssten Wölfe dann schnell und unkompliziert "entnommen" werden dĂŒrfen.

NaturschĂŒtzer und GrĂŒne Ă€ußerten VerstĂ€ndnis fĂŒr die Sorgen der Bauern und verlangten eine konsequente Umsetzung von Herdenschutzmaßnahmen. Christian Hierneis von den Landtags-GrĂŒnen sagte, es sei "völlig kurz gedacht, einen Wolf abzuschießen, wenn die Weidetiere nicht besser geschĂŒtzt werden und dann irgendwann der nĂ€chste Wolf kommt. Deshalb fordern wir in Bayern: FlĂ€chendeckende Finanzierung der Schutzmaßnahmen und Hereinnahme der Behirtung in die Förderung." Die Staatsregierung mĂŒsse die Deckelung bei der Förderung fĂŒr wolfsabweisende ZĂ€une wieder aufheben, verlangte der BN.

Der BN-Vorsitzende Richard Mergner unterstrich, das Gericht habe deutlich die Argumente des BN bestĂ€tigt. "Die BegrĂŒndung fĂŒr den Abschuss des Wolfes war wirklich an den Haaren herbeigezogen." Der GzSdW-Vorsitzende Peter BlanchĂ© sagte, nun bestehe auch nicht mehr das Risiko, dass andere Wölfe mit geschossen wĂŒrden. Das Gericht hatte auch angemerkt, dass nicht geklĂ€rt sei, ob sich der Wolf GW2425m oder andere Wölfe noch in dem maßgeblichen Gebiet aufhielten.

Der Bayerische Jagdverband hatte die AllgemeinverfĂŒgung "weltfremd" und "nicht sachgerecht" genannt. "Wir empfehlen unseren Mitgliedern dringend, sich nicht auf die Liste von potenziellen Wolfskillern setzten zu lassen", hatte PrĂ€sident Ernst Weidenbusch vor der Gerichtsentscheidung gesagt. "Die AllgemeinverfĂŒgung ist ohne unsere jagdliche Expertise geschrieben worden."

Wölfe sind streng geschĂŒtzt und dĂŒrfen nur ausnahmsweise geschossen werden. Zuletzt wurde in Bayern 1882 ein Wolf getötet.

Der Chiemgauer Wolf hatte in den Landkreisen Rosenheim, Traunstein und Berchtesgadener Land seit dem 13. Dezember 2021 mehrfach in der NĂ€he von Siedlungen Tiere gerissen. Zuletzt war ein Riss am 19. Dezember nachgewiesen worden. Seitdem fehlt von dem Wolf jede Spur.

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