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Immer mehr Sch├╝ler wegen Corona zuhause: Kitas betroffen

Von dpa
22.01.2022Lesedauer: 3 Min.
Corona und Schule
Ein Kit f├╝r einen Corona-Schnelltest liegt auf dem Federm├Ąppchen eines Sch├╝lers. (Quelle: Matthias Bein/dpa-Zentralbild/dpa/Symbolbild/dpa-bilder)
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Immer mehr Sch├╝ler fehlen wegen Corona-Infektionen oder Quarant├Ąne im Unterricht. Stand Freitag waren es 3,8 Prozent, wie das Kultusministerium auf Nachfrage mitteilte. Das sind mehr als doppelt so viele wie kurz nach den Weihnachtsferien am 11. Januar. Und auch bei Kinderg├Ąrten, Krippen und Horten sind inzwischen sehr viele Einrichtungen vom Infektionsgeschehen betroffen.

Der Anteil der wegen eines positiven Corona-Tests dem Unterricht fernbleibenden Sch├╝ler lag - Stand Freitag - bei knapp 1,5 Prozent, in Quarant├Ąne befanden sich 2,3 Prozent - jeweils etwas mehr als eine Verdoppelung zum 11. Januar. Damit haben sich die Zahlen in etwa parallel zur allgemeinen Corona-Inzidenz in Bayern entwickelt, die sich im gleichen Zeitraum ebenfalls etwas mehr als verdoppelt hat.

Auch immer mehr Betreuungseinrichtungen - von der Krippe ├╝ber Kinderg├Ąrten bis zum Hort - sind vom Infektionsgeschehen betroffen. Von bayernweit 10.200 Einrichtungen waren es Stand Freitag 970, wie das Sozialministerium mitteilte, das entspricht etwa einer Verdreifachung binnen einer Woche. 49 Einrichtungen waren vollst├Ąndig geschlossen, 691 teilweise. In weiteren 230 waren nur Einzelpersonen von Quarant├Ąnema├čnahmen betroffen. Noch eine Woche zuvor waren dem Ministerium zufolge nur sieben Einrichtungen ganz und 147 teilweise geschlossen sowie in 119 Einrichtungen Einzelpersonen betroffen gewesen.

"Oberstes Ziel bleibt, die Kitas offen zu halten. Denn Kinder brauchen Kinder, Eltern brauchen eine verl├Ąssliche Kindertagesbetreuung und die Familien sowie die Besch├Ąftigten brauchen gr├Â├čtm├Âglichen Schutz", sagte Sozialministerin Carolina Trautner (CSU). Kultusminister Michael Piazolo (Freie W├Ąhler) sagte: "Die engmaschigen Testungen und angepassten Quarant├Ąneregelungen tragen dazu bei, das Infektionsrisiko an den Schulen gering zu halten." Unter anderem soll es ab M├Ąrz auch in 5. und 6. Klassen PCR-Tests geben. Dennoch m├╝sse man "vorsichtig sein und die Entwicklung genau beobachten".

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Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) in Bayern rechnet damit, dass bald noch viel mehr Betreuungseinrichtungen ganz oder teilweise schlie├čen oder Betreuungszeiten reduzieren werden. "Durch die mangelnden Testverfahren mit Antigentests vermuten wir, dass Ausbr├╝che nicht rechtzeitig bemerkt werden. Dadurch werden viele gleichzeitig betroffen sein", sagte Vize-Landesvorsitzende Gerd Schnellinger auf Anfrage. "Aus meiner Sicht ist dies nur der Anfang und das Ende der Fahnenstange ist noch lange nicht in Sicht."

Eine schwierige Lage f├╝r M├╝tter und V├Ąter: "Sie m├╝ssen jederzeit damit rechnen, dass Ihr Kind wegen Quarant├Ąne-Ma├čnahmen nicht zur Schule gehen kann und zu Hause betreut werden muss", sagte Henrike Paede, stellvertretende Vorsitzende des Bayerischen Elternverbandes. "Man kann nur hoffen, dass ihre Arbeitgeber sie dabei unterst├╝tzen, soweit sie die verf├╝gbaren Kontingente schon ausgesch├Âpft haben."

Vor rund einem Jahr gab es noch Auffangl├Âsungen f├╝r berufst├Ątige Eltern in systemrelevanten Berufen. Und dieses Mal? "Entsprechende Pl├Ąne werden vorsorglich vorbereitet", hie├č es aus dem Sozialministerium. Die GEW berichtete von kreativen L├Âsungen vor Ort. Wenn immer mehr Personal wegbreche, werde das zu einer nicht l├Âsbaren Herausforderung. Dann tr├╝gen wieder Erzieher und Kinderpfleger allein die Last, obwohl sie seit fast zwei Jahren an der Belastungsgrenze t├Ątig seien. Auch mittelfristige Folgen in Zeiten extremen Fachkr├Ąftemangels sind nach Ansicht Schnellingers nicht absehbar. "Am Ende tragen unsere Kinder die Folgen einer verfehlten Politik in der fr├╝hkindlichen Bildung."

Die Stimmung bei den Besch├Ąftigten nach zwei Jahren Pandemie beschrieb der stellvertretende GEW-Vorsitzende als "entt├Ąuscht, resigniert, besorgt und ├Ąngstlich". Die Kolleginnen und Kollegen f├╝hlten sich weder ernsthaft wahrgenommen noch ausreichend gesch├╝tzt. So habe man ihnen zu keiner Zeit auch nur ansatzweise ausreichende Schutzma├čnahmen zur Verf├╝gung gestellt.

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