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Kardinal Marx verk├╝ndet Konsequenzen

Von t-online, mtt

Aktualisiert am 27.01.2022Lesedauer: 2 Min.
Kardinal Reinhard Marx: Am Donnerstag trat er in M├╝nchen vor die Presse.
Kardinal Reinhard Marx: Am Donnerstag trat er in M├╝nchen vor die Presse. (Quelle: Sven Hoppe/dpa-bilder)
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Eine Woche nach Vorstellung des Gutachtens im M├╝nchner Missbrauchsskandal hat Kardinal Marx Konsequenzen verk├╝ndet. Sein Amt als Erzbischof will er nicht aufgeben.

Kardinal Marx hat eine Woche nach der Vorlage des Gutachtens zum sexuellen Missbrauch im Erzbistum M├╝nchen und Freising am Donnerstagvormittag Stellung bezogen ÔÇô und erste Konsequenzen verk├╝ndet. Zugleich will Marx sein Amt als Erzbischof behalten.

Im Vorfeld war noch spekuliert worden, ob Marx dem Papst erneut ÔÇô und damit zum zweiten Mal innerhalb weniger als eines Jahres ÔÇô seinen R├╝cktritt erkl├Ąren w├╝rde.

Kardinal Marx: "Ich klebe nicht an meinem Amt"

Dazu sagte Marx heute: "Ich klebe nicht an meinem Amt." Das R├╝cktrittsangebot sei ernst gemeint gewesen, der Papst habe es aber abgelehnt.

Er sei erschrocken vom Verhalten der T├Ąter und Verantwortlichen. Er selbst sei auch bereit, moralische Verantwortung zu ├╝bernehmen. Das Leid der Opfer ├╝bersehen zu haben, sei unverzeihlich. Daher bitte er um Entschuldigung.

Marx: Pr├Ąlat Wolf l├Ąsst ├ämter ruhen

Ein anderer Kirchenmann zog hingegen handfeste Konsequenzen: Pr├Ąlat Lorenz Wolf lasse nun seine ├ämter ruhen, sagte Marx am Donnerstag. Wolf war bisher neben seinen Funktionen im Erzbistum M├╝nchen und Freising unter anderem Chef des Katholischen B├╝ros Bayern. Im Gutachten wurde sein Handeln als Kirchenrichter kritisiert: Wolf habe in zw├Âlf F├Ąllen kritikw├╝rdiges Verhalten gezeigt, hie├č es. Der Pr├Ąlat habe sich mehr f├╝r die wegen sexuellen Missbrauchs beschuldigten Priester eingesetzt als f├╝r die Gesch├Ądigten.

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Der 66-j├Ąhrige Wolf gilt als einer der einflussreichsten Kirchenm├Ąnner Bayerns und sitzt auch seit 2014 dem Rundfunkrat des Bayerischen Rundfunks (BR) vor. Laut Marx bat Wolf selbst darum, seine ├ämter ruhen lassen zu d├╝rfen. Marx sagte dazu: "Damit bin ich einverstanden."

M├╝nchner Missbrauchsskandal: Gutachten geht von mindestens 497 Opfern aus

Vergangene Woche hatte das Gutachten der Kanzlei Westpfahl Spilker Wastl (WSW) die katholische Kirche ersch├╝ttert. Es hatte ergeben, dass F├Ąlle von sexuellem Missbrauch in der Di├Âzese ├╝ber Jahrzehnte nicht angemessen behandelt wurden.

Das vom Erzbistum in Auftrag gegebene Gutachten wirft den ehemaligen Erzbisch├Âfen Friedrich Wetter und Joseph Ratzinger sowie dem aktuellen, Reinhard Marx, Fehlverhalten vor. Von mindestens 497 Opfern und 235 mutma├člichen T├Ątern ist die Rede, gleichzeitig gehen die Gutachter aber von einem deutlich gr├Â├čeren Dunkelfeld aus.

Vorw├╝rfe gegen Marx und den sp├Ąteren Papst Benedikt XVI.

Marx wurde konkret Fehlverhalten im Umgang mit zwei Verdachtsf├Ąllen von sexuellem Missbrauch vorgeworfen. International sorgte das Gutachten auch deshalb f├╝r Aufsehen, weil darin der sp├Ątere Papst Benedikt XVI. belastet wird. Benedikt lie├č mittlerweile einr├Ąumen, gegen├╝ber den Gutachtern eine Falschaussage get├Ątigt zu haben.

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Marx war der Vorstellung des Gutachtens am Donnerstag vergangener Woche trotz Einladung ferngeblieben und hatte danach zun├Ąchst nur eine kurze Stellungnahme abgegeben. "Als der amtierende Erzbischof bitte ich im Namen der Erzdi├Âzese um Entschuldigung f├╝r das Leid, das Menschen im Raum der Kirche in den vergangenen Jahrzehnten zugef├╝gt wurde", hatte er vergangene Woche gesagt.

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