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Krieg in der Ukraine: 45.000 Menschen auf Demo in München

Von dpa
02.03.2022Lesedauer: 3 Min.
Demonstration in München
Demonstranten protestieren auf dem Königsplatz. (Quelle: Sven Hoppe/dpa/dpa-bilder)
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Gut 45.000 Menschen haben am Mittwochabend in München gegen den russischen Angriff auf die Ukraine demonstriert. An der Veranstaltung unter dem Motto "Frieden in Europa und Solidarität mit der Ukraine" nahm auch Ministerpräsident Markus Söder teil. "Wir werden unter keinen Umständen einen Krieg, einen nicht provozierten Angriffskrieg in Europa akzeptieren, niemals", sagte Söder. Mit Blick auf Hilfsleistungen aus Bayern ergänzte der CSU-Chef: "Jetzt sind wir alle Ukrainer und stehen auch zu dieser Verpflichtung."

Mit der Kundgebung setzten mehrere Parteien am politischen Aschermittwoch, der sonst im Zeichen des Parteienstreits und der wechselseitigen Beschimpfungen steht, bewusst ein gemeinsames Zeichen gegen die russische Aggression. Die üblichen Aschermittwochs-Kundgebungen hatten nach der russischen Invasion in die Ukraine alle Parteien kurzfristig abgesagt.

Der Königsplatz war bereits voll, da strömten immer noch Menschen heran. Viele hatten Fähnchen und Transparente in den Farben der ukrainischen Nationalflagge Blau und Gelb. Kinder trugen Transparente mit der Aufschrift: "Bitte lasst den Frieden gewinnen" und "Frieden für alle".

Münchens Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) sprach als erster Redner auf dem Königsplatz von einem "menschenverachtenden und völkerrechtlichen Krieg gegen friedliche Bürger" - dies könne nicht unwidersprochen bleiben. Er sei fassungslos über "diesen barbarischen Akt" von Russlands Präsidenten Wladimir Putin. "Niemals hätte ich gedacht, dass mich meine Enkel fragen, ob die Panzer auch zu uns nach München kommen." Für Menschen aus der Ukraine stehe München wie schon bei der Flüchtlingskrise 2015 bereit.

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Der Generalkonsul der Ukraine, Yarmilko Yuriy, forderte eine vollständige internationale Isolation Russlands. "Helfen Sie uns zu kämpfen. Glauben Sie an unsere Tapferkeit und stärken Sie uns."

"Putin nimm deine Panzer und fahr nach Hause", rief Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger (Freie Wähler) unter Applaus. "Wir können und wollen es uns gar nicht vorstellen, wenn Atomwaffen gegen Menschen eingesetzt werden." Weiter sagte der stellvertretende Ministerpräsident: "Ich bin überzeugt, da hat Putin sich verzockt, da hat Putin sich verkalkuliert, der alte Geheimdienstfuchs. Ich sage voraus, dass er diesen Krieg als Präsident nicht überstehen wird."

Die Präsidentin der Israelitischen Kultusgemeinde München und Oberbayern, Charlotte Knobloch, warnte: "Wer diesem Krieg tatenlos zuschaut, der hat aus der Geschichte nichts gelernt." Dafür verantwortlich sei Putin, sagte die Grünen-Fraktionsvorsitzende im bayerischen Landtag, Katharina Schulze. "Wir werden solange auf die Straße gehen, bis keine Babys mehr in Bunkern geboren werden müssen."

Am Tegernsee protestierten rund 300 Menschen unweit einer Villa des Oligarchen Alischer Usmanow. Viele trugen Transparente mit der Aufschrift "Stopp Putin" oder "Stoppt den Krieg in der Ukraine jetzt". Manche hatten ihre Gesichter blau und gelb bemalt. Usmanow war dem Vernehmen nach am Montag aus Deutschland abgereist.

"Es gilt jetzt, eine Botschaft an Usmanow zu senden, auch wenn er schon abgereist ist. Die Botschaft ist klar: Er soll sich von diesem Krieg und von Putin distanzieren. Er soll seinen Einfluss geltend machen bei Putin, zusammen mit anderen Oligarchen, um Putin zum Einlenken zu bringen", sagte Thomas Tomaschek, Sprecher des Grünen-Ortsverbands Tegernseer Tal, der zu der Kundgebung aufgerufen hatte. Für den beschaulichen Ferienort Rottach-Egern sei die Zahl der Demonstranten außergewöhnlich. "Es ist nicht auszuhalten, dass ein Mann, der immer noch hinter Putin steht, denkt, er könne hier am Tegernsee entspannt seine Freizeit verbringen."

Umweltschützer warnten vor negativen Folgen des Kriegs für den Umwelt- und Klimaschutz. "Die Ereignisse in der Ukraine machen einen sprachlos und traurig", sagte der Vorsitzende des Bundes Naturschutz in Bayern, Richard Mergner, der auch an der Demo in München teilnahm. Waffenstillstand und Hilfe für die Betroffenen seien oberstes Ziel. Der Klimaschutz dürfe aber nicht aus den Augen verloren werden. "Die Erhitzung unseres Planeten macht aber keine Pause." Die Bemühungen, den Klimawandel aufzuhalten, müssten trotz des Krieges mit gleicher Intensität und Motivation weitergeführt werden. "Auch der Klimawandel bringt Tod und Verderben, das dürfen wir nicht vergessen."

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