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München: Bleibt Stephan Mayer im Bundestag?


Gescheitert mit Ansage – doch Stephan Mayer bleibt im Bundestag


19.05.2022Lesedauer: 3 Min.
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Markus Söder und Stephan Mayer bei einem Wahlkampftermin in Nordrhein-Westfalen (Archivbild): Wenig später trat Mayer als CSU-Generalsekretär zurück.Vergrößern des Bildes
Markus Söder und Stephan Mayer bei einem Wahlkampftermin in Nordrhein-Westfalen (Archivbild): Wenig später trat Mayer als CSU-Generalsekretär zurück. (Quelle: Kay-Helge Hercher/imago-images-bilder)

Ausraster, Beförderung, Krankheit, Rücktritt – so lässt sich die Karriere von Stephan Mayer zusammenfassen. Oder ließe: Denn der Ex-CSU-Generalsekretär sitzt immer noch im Bundestag. Wie es weitergeht, wird zur Hängepartie.

20 Jahre sitzt Stephan Mayer inzwischen für die CSU im Bundestag. Fleißiger Wahlkämpfer, stiller Arbeiter, stetiger Aufsteiger war er jahrelang für die Partei. In diesem Jahr wurde er belohnt: Parteichef Markus Söder machte ihn zum Generalsekretär. Für Mayer wurde es zum kurzen Höhepunkt seiner Karriere. Nach zwei Monaten trat er zurück. Und schuf damit nicht nur Tatsachen, sondern auch Fragen.

Die Erste: Was steckt hinter dem Rücktritt? Mayer gab an, dass er krank sei. Zugleich bat er um Entschuldigung, nachdem er einem Reporter mit "Vernichtung" gedroht haben soll. Die zweite: Hätte Söder nicht wissen müssen, dass Mayer mit dem Amt überfordert sein könnte? Er soll zwar als bodenständig gegolten haben. Aber war auch als "Wüterich" bekannt, wie ihn der "Spiegel" in einem Porträt nannte. Und die Dritte: Was passiert nun mit seinem Sitz im Bundestag?

Stephan Mayer nur noch in Berlin statt München

Das Büro Mayers verweist bei einer Anfrage von t-online auf den Anwalt Mayers. Eine Antwort von dort bleibt jedoch aus. Und auch die Fraktion von CDU und CSU sagt nichts. Was man weiß: Nach seinem Rücktritt geht Mayer ins Krankenhaus, die Rede ist von einer "ernsthaften Erkrankung" – er soll in einer Klinik für Herzerkrankungen sein.

Offen ist, ob der 48-Jährige derzeit arbeitet – und ob er das auch in Zukunft im Bundestag tun kann. Denn nicht nur die Arbeit als Generalsekretär ist ein Knochenjob: Auch Abgeordnete sind deutlich mehr als 40 Stunden jede Woche im Dienst, Urlaub wird oft zum Luxus. Ob das für Mayer machbar ist, darüber lässt sich höchstens spekulieren. Nach eigenen Angaben sei die Arbeit als Generalsekretär für ihn aus gesundheitlichen Gründen zu viel gewesen.

Etwas mehr Indizien gibt es bei der Frage, ob der Rücktritt nur zufällig kurz nach Bekanntwerden der mutmaßlichen Drohungen gegen einen Reporter erfolgte. Mayer thematisierte den Vorfall selbst in seiner Rücktrittserklärung, auch Parteichef Markus Söder nannte das Verhalten "indiskutabel". Dabei war der Ausbruch nur einer von vielen – womöglich einer zu viel.

Viele Eklats um Ex-CSU-Generalsekretär Mayer

Da gab es eine Fast-Schlägerei auf dem Oktoberfest 2008, von dem die "tz" berichtet. Einen Unfall mit 170 Kilometern pro Stunde aus dem Jahr 2013, für den er zu 8.000 Euro Strafe verurteilt wurde – und bei dem er anschließend forderte, die Videoaufzeichnungen zu vernichten, wie das lokale "Wochenblatt" schreibt.

Oder Personalentscheidungen aus seiner Zeit als Staatssekretär von Bundesinnenminister Horst Seehofer: Wie der "Spiegel" schreibt, habe Mayer anderen Mitarbeiterinnen mit einem "Bild"-Artikel gedroht, wenn sie seinen Vorstellungen nicht nachkämen. Die Skandälchen, die Mayer und der CSU auf die Füße fallen könnten, häuften sich. Und dann kam der Bericht über sein uneheliches Kind hinzu.

Ein entsprechender Artikel der "Bunten" wurde wohl zum Anlass für Mayer, den Reporter zu bedrohen – wenige Stunden nach Bekanntwerden des Telefonats trat er als Generalsekretär zurück. Aber hätte Söder nicht ahnen können, dass Mayer zum Problem wird? Bei seiner Erklärung zum Rücktritt von Mayer bezeichnete er den Fall als "menschliche Tragödie".

Was wusste Markus Söder von Mayers Ausfällen?

Sowohl er als auch Mayers früherer Vorgesetzter Horst Seehofer wollen von Ausrastern nichts gewusst haben, berichtet der "Spiegel". Als Söder mit Martin Huber Mayers Nachfolger vorstellte, fragte einer der anwesenden Reporter danach, ob er Hubers Hintergründe überprüft habe. Söder ignorierte die Frage – mit dem Hinweis, er finde sie "unangemessen".

Was sich schon abzeichnet: Mit seinem Rücktritt als Generalsekretär nahm Mayer vielen Kritikern den Wind aus den Segeln. Forderungen nach einem Rückzug aus der Politik gab es – anders als sonst häufig in der Politik – kaum. Selbst im unbarmherzigen Konkurrenzkampf in und zwischen den Parteien hat man wohl Nachsehen mit dem kranken Mayer.

Verwendete Quellen
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