Sie sind hier: Home > Regional > Nürnberg >

Nürnberg: Ärger um Nazi-Banner bei Bauern-Demo

Tausende Traktoren  

Ärger um Nazi-Plakate bei Bauernprotesten in Nürnberg

18.01.2020, 15:29 Uhr | dpa, t-online.de

Nürnberg: Ärger um Nazi-Banner bei Bauern-Demo. Ein Landwirt steigt in einen Traktor. Landwirte in vielen Teilen Deutschlands protestierten erneut. (Quelle: dpa/Archivbild/Sebastian Kahnert)

Ein Landwirt steigt in einen Traktor. Landwirte in vielen Teilen Deutschlands protestierten erneut. (Quelle: Archivbild/Sebastian Kahnert/dpa)

In Nürnberg sind am Freitag Tausende Bauern mit ihren Traktoren durch die Stadt gerollt. Das erwartete Verkehrschaos blieb aus – und trotzdem gab es Ärger.

Die Demonstration von Tausenden Bauern hat am Freitag Nürnberg in Aufruhr versetzt. Da sie mit ihren Treckern zur Kundgebung auf dem Volksfestplatz fahren wollten, hatte die Polizei vor verstopften Straßen gewarnt. Das Verkehrschaos blieb zwar aus. Allerdings gab es Ärger, weil einige Traktoren mit rechtsextremen Symbolen geschmückt waren.

Der Veranstalter der Protestaktion, Sebastian Dickow von der Initiative "Land schafft Verbindung", bestätigte am Samstag, dass einzelne Teilnehmer mit Transparenten auffielen. Zuvor waren Fotos von Traktoren im Internet aufgetaucht, an die große Plakate mit eisernen Kreuzen, einem Adler und den Sprüchen "Die Wahrheit siegt" oder "Klagt nicht, kämpft" montiert waren.

"Zwei oder drei" Traktoren seien mit Bannern dieser Art versehen gewesen, erklärte Dickow, distanzierte sich aber gleichzeitig davon: "Es geht nicht um solche Parolen, es geht um Landwirtschaft", betonte er. "Ähnliches haben wir auch zur AfD gesagt: Das ist keine Wahlkampfveranstaltung für euch – beschränkt euch auf die Landwirtschaft." Die Transparente seien nach der Intervention der Veranstalter abgenommen worden.

Bauernverband distanziert sich

Auch der Deutsche Bauernverband distanzierte sich entschieden von den Plakaten: "Von unserer Seite ist klar: Wir distanzieren uns eindeutig und klar von so rechten Parolen. Damit haben wir nichts zu tun", sagte ein Sprecher. Und der Generalsekretär des Verbandes, Bernhard Krüsken, fügte hinzu: "Das hat mit Bauernprotesten nichts zu tun. Das ist Trittbrettfahrerei."

Zuvor hatte die Polizei eine positive Bilanz der Proteste gezogen. In Nürnberg sei der Verkehr nur im direkten Umfeld der Veranstaltung behindert worden. "Der Kollaps ist ausgeblieben", sagte ein Polizeisprecher. An der Aktion in Nürnberg hatten nach einer Schätzung der Polizei etwa 5.000 Landwirte mit rund 2.500 Traktoren teilgenommen. Bereits in den Morgenstunden waren Hunderte Traktoren in einer Sternfahrt aus allen Himmelsrichtungen mit ihren Fahrzeugen auf Nürnberg zugerollt. Dies hatte teils zu leichten Behinderungen auf den Autobahnen geführt. 

Grüne Woche als Anlass für Protest

Anlass der Demonstration war der Beginn der Internationalen Grünen Woche in Berlin. Die Landwirte protestierten gegen die ihrer Ansicht nach verfehlte Agrar- und Umweltpolitik. Sie kritisieren unter anderem die geplante Verschärfung der Düngeverordnung und Auswirkungen des Insektenschutzes.

Eine pauschale Unterversorgung von Pflanzen führe zu Humusabbau und letztlich höherer CO2-Freisetzung, hieß es in einer Mitteilung der Protestbewegung.

Die Landwirtschaft dürfe nicht mehr länger billiger Rohstofflieferant der Lebensmittelindustrie sein. Die Ausrichtung der Produktion auf Weltmarktpreise habe in Europa keine Zukunft.

Verwendete Quellen:

Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus. Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre E-Mail-Adresse an. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht
Artikel versenden

Empfänger

Absender

Name
Name
E-Mail
E-Mail
10-Tages-Vorhersage

Ulla Popkenbonprix.deOTTOhappy-sizetchibo.deLIDLBabistadouglas.deBAUR

shopping-portal