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1. FC Nürnberg erreicht nächsten Tiefpunkt: 4:1-Pleite gegen HSV

Pleite gegen Hamburg  

1. FC Nürnberg auf nächstem Tiefpunkt – weil sich der Trainer verzockte?

Von Michael Bächle

31.01.2020, 08:32 Uhr
1. FC Nürnberg erreicht nächsten Tiefpunkt: 4:1-Pleite gegen HSV. FCN-Spieler mit enttäuschten Blicken: Nürnberg musste eine Niederlage hinnehmen. (Quelle: imago images/Nordphoto)

FCN-Spieler mit enttäuschten Blicken: Nürnberg musste eine Niederlage hinnehmen. (Quelle: Nordphoto/imago images)

Lange Gesichter beim "Club": Die 1:4-Niederlage gegen den HSV erhöht die Abstiegsängste des 1. FC Nürnberg aus der 2. Bundesliga. Hat sich Trainer Jens Keller verzockt? Eine Analyse von t-online.de-Autor Michael Bächle.

Nächster Rückschlag für den 1. FC Nürnberg: Zum Jahresauftakt unterlag der Club beim Hamburger SV deutlich mit 1:4 – auch weil die Maßnahmen von Trainer Jens Keller nach hinten losgingen. 

Ziemlich verdutzt hatten viele Clubfans auf die Aufstellung im ersten Pflichtspiel des Jahres geschaut: Die Startelf-Nominierung von Winterneuzugang Konstantinos Mavropanos war zwar erwartet worden, doch mit zwei weiteren Premieren hatte kaum einer gerechnet: Der gelernte Innenverteidiger Lukas Mühl spielte erstmals in einem Pflichtspiel auf der für ihn ungewohnten Position des Rechtsverteidigers, im zentralen Mittelfeld lief völlig überraschend Adam Gnezda Cerin auf.

Überraschungskniffe gehen nach hinten los

Der erst 20-jährige Slowene war bereits im Sommer aus seiner Heimat nach Nürnberg gewechselt, war aber im ersten halben Jahr nur zu drei Kurzeinsätzen gekommen, hatte also kaum eine Rolle gespielt. Nun also das Startelfdebüt direkt vor 40.000 Zuschauern beim Schwergewicht aus Hamburg. Eines kann man dem bereits viel gescholtenen FCN-Coach Keller sicher nicht vorwerfen: Dass er sich nichts traue.

Szene zwischen Lukas Hinterseer (HSV) und Konstantin Marvopanos (FCN): Die Maßnahmen der Nürnberger griffen nicht.  (Quelle: imago images/Metelmann)Szene zwischen Lukas Hinterseer (HSV) und Konstantin Marvopanos (FCN): Die Maßnahmen der Nürnberger griffen nicht. (Quelle: Metelmann/imago images)

Seine Überraschungs-Kniffe gingen aber völlig nach hinten los. Mühl hatte als Außenverteidiger große Probleme, seine rechte Seite dicht zu bekommen, beinahe jeder Angriff des HSV rollte über seinen Gegenspieler Sonny Kittel. Und für Gnezda Cerin war die Partie sichtlich eine Nummer zu groß. Die Nervosität beim Slowenen war spürbar, er leistete sich mehrere verheerende Ballverluste, verschuldete auf diese Weise auch die Hamburger Führung durch Bakery Jatta.

Bitteres Eingeständnis 

Auch Keller blieb das nicht verborgen, er wechselte Gnazda Cerin noch in der ersten Hälfte aus. Eine bittere Höchststrafe für den jungen Mittelfeldakteur. Ein bitteres Eingeständnis aber auch für Keller. Mit dieser Maßnahme hatte er danebengelegen. 

Zur Ehrenrettung von Mühl und Gnezda Cerin sei gesagt: Es lag bei weitem nicht nur an ihnen. Generell agierte der Club zu passiv und offensiv zu uninspiriert, um bei einer der besten Mannschaften der Liga etwas mitzunehmen. "Wir haben zu mutlos gespielt und keinen Zugriff bekommen", analysierte auch Keller im "Sky"-Interview nach Abpfiff. Zwar stemmte sich die Mannschaft gegen die Niederlage und legte im zweiten Durchgang eine deutliche Leistungssteigerung hin, agierte bei allem Bemühen aber auch etwas glücklos.

Auch Lichtblick Mavropanos patzt

Da passte es ins Bild, dass auch der dritte Debütant des Tages trotz ansonsten guter Ansätze entscheidend an der Niederlage beteiligt war. Mavropanos verschuldete den Elfmeter zum 2:0, der dem Club früh das Genick brach. Ansonsten zeigte der Grieche aber, dass er im Abstiegskampf noch zu einer echten Verstärkung werden könnte. Die 1,94 Meter große Erscheinung strahlte eine enorme physische Präsenz im Abwehrzentrum aus und dominierte in den Kopfballduellen. Aber weder er noch der wiedergenesene Torwart Christian Mathenia konnte nichts daran ändern, dass Nürnberg auch im zweiten Saisonspiel gegen den HSV ganze vier Gegentore kassierte.

Sicher, eine Niederlage in Hamburg ist kein Beinbruch, sie war vielleicht sogar ein Stück weit einkalkuliert worden – obwohl der FCN noch vor einem Jahr eine Klasse höher spielte als der HSV. "Die Spiele, in denen wir punkten müssen, werden jetzt kommen", sagte Sportvorstand Robert Palikuca bei "Sky". Und dennoch ist der Club auf einem neuen Tiefpunkt angekommen. Zum ersten Mal in dieser Saison steht Nürnberg auf einem direkten Abstiegsplatz, ist nun Vorletzter. Jens Keller wird sich dann etwas einfallen lassen müssen – und dann nach Möglichkeit ein glücklicheres Händchen beweisen als am Donnerstag.

Verwendete Quellen:
  • Eigene Recherche

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