Sie sind hier: Home > Regional > Nürnberg >

Bartgeier-Nachwuchs zieht vielleicht in die Alpen

Ramsau bei Berchtesgaden  

Bartgeier-Nachwuchs zieht vielleicht in die Alpen

05.02.2021, 12:33 Uhr | dpa

Bartgeier-Nachwuchs zieht vielleicht in die Alpen. Ein Bartgeier (Gypaetus barbatus) sitzt in seiner Anlage

Ein Bartgeier (Gypaetus barbatus) sitzt in seiner Anlage. Foto: Monika Skolimowska/zb/dpa/Symbolbild (Quelle: dpa)

Im Nürnberger Tiergarten brütet derzeit ein Bartgeier-Paar zwei Eier aus - einer der Jungvögel könnte im Sommer in den Alpen heimisch werden. Denn nach mehr als 100 Jahren will der Landesbund für Vogelschutz in Bayern (LBV) im Gebirge nahe Berchtesgaden drei junge Tiere auswildern.

Das Nürnberger Bartgeier-Paar hat vor kurzem mit der Brut begonnen, nachdem das Weibchen zwei Eier gelegt hatte, wie Tiergarten und LBV am Freitag mitteilten. "Ist die Brut erfolgreich, sollten die Jungvögel Anfang März schlüpfen", sagte Jörg Beckmann, stellvertretender Direktor und Biologischer Leiter des Tiergartens.

Die meisten Vogelarten legen im Frühjahr ihre Eier - nicht so aber die Bartgeier, die als Europas seltenste Geierart gelten. Sie brüten bereits im Winter, obwohl in ihrem alpinen Lebensraum noch tiefe Minustemperaturen, Schneefälle und Lawinenabgänge vorherrschen. "Diese besondere Brutzeit hängt mit der Ernährung der Küken zusammen, die im Gegensatz zu den Altvögeln keine Knochen verdauen können. Daher hat sich die Art so entwickelt, dass die Küken gegen Ende des Winters schlüpfen, wenn es in den alpinen Lagen durch verunglückte Wildtiere ein reichhaltiges Angebot an Aas gibt", sagte LBV-Experte Toni Wegscheider.

Sollten aus beiden Eiern Küken schlüpfen, müssten sie sofort getrennt werden, "da sie von Natur aus eine starke Aggression gegeneinander aufweisen und immer nur das stärkere Küken überlebt", sagte Wegscheider. Der Grund: Ein junger Geier benötigt so viel Futter, dass die Eltern niemals zwei Jungen gleichzeitig aufziehen könnten. Im Tiergarten könnte das zweite Küken einem anderen Bartgeier-Paar zur Aufzucht gegeben werden. Und einer der jungen Geier könnte dann im Mai im Nationalpark Berchtesgaden ausgewildert werden.

Eine Studie hatte ergeben, dass sich das Gebiet um den Watzmann gut für die Wiederansiedlung der Vögel eignet. Eine Voraussetzung ist, dass Jäger bleifreie Munition verwenden, damit die Geier als Aasfresser nicht durch Munitionsreste im Wild verenden. Bartgeier sind mit einer Spannweite von bis zu drei Metern die größten heimischen Vögel. 1986 waren erste Bartgeier in den Alpen ausgewildert worden. In den West- und Zentralalpen vermehren sie sich seit 1997 selbstständig.

Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus. Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre E-Mail-Adresse an. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht
Artikel versenden

Empfänger

Absender

Name
Name
E-Mail
E-Mail
10-Tages-Vorhersage

Alba Modatchibo.deOTTODeichmannbonprix.deLIDLBabistadouglas.deXXXLutz

shopping-portal