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Nürnberg: So funktionieren die kostenlosen Corona-Schnelltests

Ohne Anmeldung, ohne Termin  

So funktionieren die kostenlosen Corona-Schnelltests in Nürnberg

Von Michael Bächle

09.02.2021, 16:44 Uhr
Nürnberg: So funktionieren die kostenlosen Corona-Schnelltests . Eine Person führt Corona-Schnelltests durch (Symbolbild): Innerhalb von 15 bis 20 Minuten bekommt man ein Ergebnis. (Quelle: imago images/Political-Moments)

Eine Person führt Corona-Schnelltests durch (Symbolbild): Innerhalb von 15 bis 20 Minuten bekommt man ein Ergebnis. (Quelle: Political-Moments/imago images)

Nürnberg hat ein neues Corona-Schnelltestzentrum. Es verspricht kostenlose Tests ohne Anmeldung und ein Ergebnis innerhalb von 20 Minuten. t-online-Autor Michael Bächle hat es ausprobiert.

Als ich mich auf den Weg zum neuen Schnelltestzentrum mache, bin ich eigentlich schon auf das Schlimmste gefasst. Auf einen langen Nachmittag, womöglich ein bitterkaltes Zehenabfrieren beim Schlangestehen vor der Tür. Fast schon zu gut klingt das, was die Nürnberger Hilfsorganisationen im Auftrag der Stadt versprechen: einen kostenlosen Schnelltest auf Covid-19. Ohne Anmeldung, ohne Termin. Einfach vorbeikommen. Ergebnis in 15 bis 20 Minuten.

Da muss ja irgendwo ein Haken sein. Schließlich gab es bislang in Nürnberg nur Schnelltestzentren, die entweder kostenpflichtig oder anmeldungspflichtig waren. Und wer in Corona-Zeiten beispielsweise Behördengänge in Nürnberg vornehmen musste, wird Bedenken bezüglich der Funktionalität gut nachvollziehen können – zumal bei der Eröffnung am vergangenen Mittwoch bereits von einem großen Andrang berichtet worden war.

Nicht einmal fünf Minuten Wartezeit

Montag, Punkt 16 Uhr, stehe ich dann wirklich vor dem Rot-Kreuz-Saal in der Nunnenbeckstraße nahe des Rathenauplatzes in der Schlange. Sie besteht aus einer Person. Zur Anmeldung am Eingang reichen vier Angaben – Name, Geburtsdatum, Telefonnummer – und das Tragen einer FFP2-Maske, die hier Pflicht ist. Zwei Treppen weiter oben, im Testraum, benötigt man dann noch den Personalausweis. Auf dem muss eine Nürnberger Wohnadresse stehen – oder man legt eine Arbeitgeberbescheinigung mit Nürnberger Adresse vor.

Bis hierhin jedenfalls keine Schwierigkeiten – und vor allem: so gut wie kein Warten. Am Freitag sei das noch anders gewesen, wird mir mitgeteilt. Da habe sich die Schlange durchs gesamte Treppenhaus bis auf die Straße gezogen. Die Wartezeit habe teilweise über eine Stunde betragen. Ich bin nach nicht einmal fünf Minuten dran. "Da haben Sie gerade Glück" – das lässt man sich natürlich gerne sagen. Vielleicht liegt es ja am Schnee.

Knapp 900 Tests in drei Tagen

Insgesamt bin ich einer von 302 Menschen, die am Montag zwischen 10 und 18 Uhr auf SARS-CoV-2 getestet wird. Am vergangenen Mittwoch ist das Zentrum an den Start gegangen. Jetzt hat es immer montags, mittwochs und freitags geöffnet. Heute also der dritte Tag. Seitdem haben sich nach Angaben des Bayerischen Roten Kreuzes 899 Personen einem Schnelltest unterzogen, acht davon fielen positiv aus. Den meisten, so das BRK auf Anfrage, gehe es dabei um den Nachweis. Für den Besuch von Angehörigen im Pflegeheim oder für die Arbeit etwa. Im Warteraum, in den ich nach dem Abstrich geleitet werde, wird etwas von einem Familienbesuch in Ungarn gesprochen. Der Nachweis sei für die Grenzüberquerung.

Ansonsten herrscht Anonymität. Wie beim Arbeitsamt oder bei McDonalds werden zuvor gezogene Nummern ausgerufen. Als meine dran ist, geht der Blick zunächst natürlich auf das angekreuzte Feld – negativ – und dann relativ schnell auf die Uhr. Exakt 20 Minuten sind seit meinem Test vergangen. Versprechen eingehalten. Auch wenn der vergleichsweise niedrige Andrang da sicher von Vorteil war.

Bleibt das Zentrum auch im Frühjahr?

Noch bis zum 28. Februar hat das Schnelltestzentrum geöffnet. Vorerst. Wie es dann weitergeht, weiß man bei den Hilfsorganisationen, die das Zentrum betreiben – neben dem BRK noch der ASB, die DLRG, die Johanniter und die Malteser – noch nicht. Die Entscheidung darüber trifft die Stadt und soll frühestens in der kommenden Woche erfolgen.

Insgesamt nur 25 Minuten hat mein Aufenthalt im Schnelltestzentrum gedauert – und um einen Makel zu finden, muss ich schon sehr genau hinschauen. Auf meinem Nachweis hat sich ein Zahlendreher beim Geburtsdatum eingeschlichen. Aber wenn es sonst nichts ist, bin ich auch gerne mal einen Tag älter – und dafür sicher beim Familienbesuch.

Verwendete Quellen:
  • Besuch im Schnelltestzentrum

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