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Nürnberg: Internationaler Menschenrechtspreis für Whistleblowerin aus China

Minderheiten in chinesischen Lagern  

Nürnberger Menschenrechtspreis für Whistleblowerin aus China

01.03.2021, 14:06 Uhr | dpa

Nürnberg: Internationaler Menschenrechtspreis für Whistleblowerin aus China. Sayragul Sauytbay: Die chinesische Whistleblowerin erhält den Internationalen Nürnberger Menschenrechtspreis. (Quelle: dpa/Us Gov-Secretary Of State Photo/Stadt Nürnberg)

Sayragul Sauytbay: Die chinesische Whistleblowerin erhält den Internationalen Nürnberger Menschenrechtspreis. (Quelle: Us Gov-Secretary Of State Photo/Stadt Nürnberg/dpa)

Alle zwei Jahre wird der Nürnberger Menschenrechtspreis vergeben. Dieses Jahr geht er an eine Aktivistin, die sich für ethnoreligiöse Minderheiten in China einsetzt. Er soll ihr vor allem Sicherheit bieten.

Die chinesische Whistleblowerin Sayragul Sauytbay erhält den Internationalen Nürnberger Menschenrechtspreis. Die Aktivistin stehe "exemplarisch für das Schicksal ethnoreligiöser Minderheiten in China", erklärte Nürnbergs Oberbürgermeister Marcus König (CSU) am Montag.

Die muslimische Kasachin wurde gezwungen, monatelang in einem geheimen Umerziehungslager als Lehrerin zu unterrichten. Inzwischen lebt die 44-Jährige mit ihrer Familie in Schweden und spricht öffentlich über die brutale Unterdrückung muslimischer Minderheiten in China. "Sie berichtet über das streng geheime Innenleben der Lager und Pekings langfristige Pläne zur Unterwanderung und Unterwerfung auch der westlichen Demokratie", betonte König.

Verleihung wegen Corona erst in 2022

Nach Schätzung von Menschenrechtsorganisationen werden rund eine Million Menschen der uigurischen, kasachischen und anderen Minderheiten in chinesischen Lagern festgehalten. Folter und medizinische Experimente sind dort laut Sauytbay an der Tagesordnung. In dem Buch "Die Kronzeugin" berichtet sie über den Alltag im Lager und ihre Flucht.

Die Jury hoffe, dass die Öffentlichkeit des Preises Sayragul Sauytbay "den nötigen Schutz bietet, ihre Arbeit in Sicherheit fortzusetzen", sagte König. Die Verleihung soll wegen der Corona-Pandemie erst am 15. Mai 2022 im Nürnberger Opernhaus stattfinden.

Die Stadt vergibt den mit 15.000 Euro dotierten Preis alle zwei Jahre an Personen, die sich zum Teil unter erheblichen Risiken für die Wahrung der Menschenrechte einsetzen. Er ist laut Satzung ein Symbol, dass in der ehemaligen Stadt der nationalsozialistischen Reichsparteitage "in Gegenwart und Zukunft nur noch Signale des Friedens und der Völkerverständigung ausgehen".

Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagentur dpa

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