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Nürnberg/Höchstadt: Fränkische Karpfenteichwirte an Ostern vor Problemen

Kein Absatz durch Gastronomie  

Fränkische Karpfenteichwirte an Ostern vor Problemen

29.03.2021, 10:29 Uhr | dpa

Nürnberg/Höchstadt: Fränkische Karpfenteichwirte an Ostern vor Problemen. Das jüngste Familiemitglied des Gasthauses Lauberberg in Medbach bei Höchstadt, Julian Dürrbeck (11), hält einen Spiegelkarpfen in den Händen: Einer Tradition folgend essen viele Menschen am Karfreitag Karpfen. (Quelle: dpa/Nicolas Armer)

Das jüngste Familiemitglied des Gasthauses Lauberberg in Medbach bei Höchstadt, Julian Dürrbeck (11), hält einen Spiegelkarpfen in den Händen: Einer Tradition folgend essen viele Menschen am Karfreitag Karpfen. (Quelle: Nicolas Armer/dpa)

Für die fränkischen Karpfenteichwirte ist die Zeit um Ostern traditionell eine der absatzstärksten des Jahres. Die Krise und die geschlossenen Restaurants stellen die Teichwirte nun aber vor Probleme.

Egal ob blau, gebacken, geräuchert oder frisch vom Grill – Karpfen ist zum Ende der Fastenzeit sehr gefragt und besonders der Karfreitag gilt als Spitzentag in der Vermarktung unter bayerischen Karpfenteichwirten. Doch nachdem die Gastronomie Corona-bedingt geschlossen bleibt, hätten gerade Betriebe in Franken zu kämpfen, da ihr Hauptabsatzweg erschwert werde, sagte Martin Oberle, Leiter der Karpfenteichwirtschaft bei der Bayerischen Landesanstalt für Landwirtschaft in Höchststadt.

Genaue Zahlen liegen der Landesanstalt nicht vor, doch die Sorge ist groß, dass im Vergleich zum vergangenen Jahr mehr Fische übrig bleiben könnten. Etwa 6.000 Tonnen Karpfen erzeugen Teichwirte in den traditionellen Karpfenregionen Franken und Oberpfalz nach Schätzung der bayerischen Fischereiverwaltung jährlich.

Die Sonne scheint auf einen Karpfenteich: Die Fränkischen Karpfenteichwirte haben zum Teil Probleme, ihren Fisch zu verkaufen. (Quelle: dpa/Nicolas Armer)Die Sonne scheint auf einen Karpfenteich: Die Fränkischen Karpfenteichwirte haben zum Teil Probleme, ihren Fisch zu verkaufen.

Die Karpfenteichwirte in der Oberpfalz hätten hingegen schon im Januar alle Fische an den Handel verkauft. "In der Oberpfalz gibt es andere Absatzkanäle: Karpfen wird zum Beispiel häufig als Satzfisch für freie Gewässer verkauft. Zum Teil haben sich auch neue Kundschaften ergeben, zum Beispiel im Lebensmitteleinzelhandel", hieß es.

Fisch "To-Go" als Alternative

Oberle zeigte sich aber zuversichtlich, dass auch in Franken alle heimischen Speisekarpfen zum Ende der Karpfenzeit Ende April vermarktet sein könnten. Einzelne fränkische Vermarkter hätten ein "lebhaftes Geschäft" entwickelt, indem sie nach Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz "exportierten".

"Es zeigt sich auch, dass das To-Go-Geschäft sehr gut angenommen wird", sagte Oberle. "Verbraucher zeigen eine sehr große Wertschätzung für den heimisch erzeugten Fisch in der Corona-Krise."

Erst vergangene Woche war die bayerische Karpfenteichwirtschaft zum immateriellen UNESCO-Kulturerbe ernannt worden.

Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagentur dpa

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