Sie sind hier: Home > Regional > Nürnberg >

Nürnberg: Bund Naturschutz klagt weiter gegen Frankenschnellweg-Ausbau

Nach Mitgliederbefragung  

Naturschützer lehnen Kompromiss zum Frankenschnellweg ab

12.04.2021, 12:19 Uhr | dpa

Nürnberg: Bund Naturschutz klagt weiter gegen Frankenschnellweg-Ausbau. "Frankenschnellweg" steht auf einem Straßenschild an einer Ampelkreuzung in Nürnberg: Als Frankenschnellweg wird der fränkische Teil der Autobahn 73 zwischen Feucht und Suhl in Thüringen bezeichnet.  (Quelle: dpa/Daniel Karmann)

"Frankenschnellweg" steht auf einem Straßenschild an einer Ampelkreuzung in Nürnberg: Als Frankenschnellweg wird der fränkische Teil der Autobahn 73 zwischen Feucht und Suhl in Thüringen bezeichnet. (Quelle: Daniel Karmann/dpa)

Der Bund Naturschutz klagt seit Jahren gegen den Ausbau des Frankenschnellwegs in Nürnberg. Nun haben die Mitglieder das Vorgehen in einer Befragung bestätigt.

Der Bund Naturschutz (BN) wird weiter gegen den geplanten Ausbau des Frankenschnellwegs in Nürnberg klagen. Das ist das Ergebnis einer Mitgliederbefragung der Nürnberger Kreisgruppe, die der BN am Montag präsentierte. Darin hatte die Mehrheit den mit der Stadt Nürnberg ausgehandelten Vergleich abgelehnt.

Damit muss nun der bayerische Verwaltungsgerichtshof (VGH) in München entscheiden, wie es mit dem rund 660 Millionen Euro teuren Bauprojekt weitergehen soll. Mit einem Urteil rechnet der BN aber nicht mehr in diesem Jahr.

Die A73 (Frankenschnellweg), stadteinwärts Richtung Nürnberg kurz vor einer Ampelkreuzung: Der Bund Naturschutz will weiter gegen den Ausbau der Autobahn klagen. (Quelle: dpa/Daniel Karmann)Die A73 (Frankenschnellweg), stadteinwärts Richtung Nürnberg kurz vor einer Ampelkreuzung: Der Bund Naturschutz will weiter gegen den Ausbau der Autobahn klagen.

Die Stadt plant den stark befahrenen Frankenschnellweg zu einer Art Stadtautobahn ohne Kreuzungen auszubauen. Seit acht Jahren klagt der BN dagegen. 2015 gab der VGH der Klage in der mündlichen Verhandlung jedoch kaum Aussicht auf Erfolg.

Lärm- und Klimaschutz gefordert

Daraufhin handelte der Umweltverband mit der Stadt einen Vergleich aus. Dieser sieht unter anderem einen besseren Lärmschutz, ein Tempo-Limit und ein Verbot für Lastwagen über 7,5 Tonnen vor.

Das hätte zwar die Folgen für die Anwohnerinnen und Anwohner gemindert, ändere aber nichts daran, dass der Ausbau angesichts von Verkehrswende und Klimaschutz eine Fehlentscheidung sei, sagte der BN-Landesvorsitzende Richard Mergner.

Knappe Entscheidung

In der Mitgliederbefragung sprachen sich nun auch 57 Prozent gegen diesen Kompromiss aus. "Eine knappe, aber eindeutige Entscheidung", sagte Mergner. Er appellierte an die Nürnberger Politik, aber auch an Ministerpräsident Marcus Söder (CSU) das Projekt aufzugeben. Ohne Söders Initiative und Finanzierungszusagen sei die Stadt dieses Wagnis nie eingegangen, betonte Mergner.

Als Frankenschnellweg wird der fränkische Teil der Autobahn 73 zwischen Feucht (Landkreis Nürnberger Land) und Suhl in Thüringen bezeichnet. In Nürnberg endet die Autobahn, und der Verkehr muss durch das Stadtgebiet mehrere mit Ampeln geregelte Kreuzungen passieren, was oft zu langen Staus führt.

60.000 Fahrzeuge passieren nach Angaben der Stadt täglich die Strecke. Ein 1,8 Kilometer langer Tunnel sowie kreuzungsfreie Zu- und Abfahrten sollen das Nadelöhr beheben. Ohne den geplanten Ausbau wäre der Stadt zufolge eine Sanierung der Schnellstraße nötig, die ebenfalls hohe Kosten und eine lange Bauzeit bedeuten würden.

Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagentur dpa

Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus. Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre E-Mail-Adresse an. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht
Artikel versenden

Empfänger

Absender

Name
Name
E-Mail
E-Mail
10-Tages-Vorhersage

Weltbild.detchibo.deOTTODeichmannbonprix.deLIDLBabistadouglas.deamazon.de

shopping-portal