Sie sind hier: Home > Regional > Stuttgart >

Richter überprüfen Glaubenswechsel: Bischöfe protestieren

Stuttgart  

Richter überprüfen Glaubenswechsel: Bischöfe protestieren

08.12.2019, 09:15 Uhr | dpa

Richter überprüfen Glaubenswechsel: Bischöfe protestieren. Asylbewerber tritt zum Christentum über

Ein zum Christentum übergetretener Flüchtling spricht mit dem evangelischen Pfarrer Joachim Scheuber. Foto: Matthias Nguyen/dpa (Quelle: dpa)

Gerichtsprozesse mit Glaubenstests für Asylbewerber sorgen zunehmend für Ärger. Kein staatliches Gericht könne einem gültig Getauften absprechen, Christ zu sein, betonen die katholischen und evangelischen Bischöfe in Baden-Württemberg. Es geht dabei um Flüchtlinge, die vom Islam zum Christentum übergetreten sind. Diese pochen darauf, dass ihnen bei einer Abschiebung in ihre Heimat Verfolgung drohe. Verwaltungsgerichte überprüfen dagegen, ob der Glaubenswechsel nur vorgeschoben wurde.

"Es kann nicht Aufgabe von Verwaltungsgerichten sein, Glaubensprüfungen durchzuführen und das Engagement von unseren Gemeindegliedern als vorgetäuscht zu bezeichnen", kritisierte der württembergische Landesbischof Frank Otfried July. "Ich halte das grundsätzlich für nicht angemessen", sagte auch der badische Landesbischof Jochen Cornelius-Bundschuh. Der Bischof von Rottenburg-Stuttgart, Gebhard Fürst, hofft auf eine Entscheidung aus Karlsruhe: Das Thema müsse vom Bundesverfassungsgericht grundsätzlich geklärt werden.

Das Justizministerium in Stuttgart hält dagegen: Das Bekenntnis zum christlichen Glauben sei noch kein Asylgrund oder Abschiebehindernis. Ein Gericht müsse zur Überzeugung gelangen, dass dem Betroffenen in seinem Heimatland eine Verfolgung wegen seiner Religion drohe. "Ich habe ein großes Vertrauen darin, dass die Verwaltungsgerichte ihre Entscheidungen in jedem Einzelfall mit großer Sorgfalt treffen", erklärte Justizminister Guido Wolf (CDU).

Der Richter Benjamin Karras kommt in einer Studie für die Konrad-Adenauer-Stiftung zum Ergebnis: "Der Erkenntniswert der Abfrage religiösen Wissens ist fragwürdig." Richter seien in der "Gefahr, eigene religiöse Vorstellungen bzw. Erwartungshaltungen auf den Asylbewerber zu projizieren". Die bisher unterschiedlichen Prüfungsmaßstäbe sollten vereinheitlicht werden.

Anmerkung der Redaktion: Diese Nachricht der Deutschen Presse-Agentur (dpa) ist Teil eines automatisierten Angebots, das auf unserer Webseite ausgespielt wird. Weder der Inhalt noch die Rechtschreibung wurden durch die t-online.de-Redaktion geprüft. Die dpa arbeitet aber streng nach journalistischen Standards. Sollten Sie dennoch Fehler entdecken, freuen wir uns über eine Rückmeldung. Herzlichen Dank!

Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus. Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre E-Mail-Adresse an. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht
Artikel versenden

Empfänger

Absender

Name
Name
E-Mail
E-Mail
10-Tages-Vorhersage

Ulla Popkenbonprix.deOTTOhappy-sizetchibo.deLIDLBabistadouglas.deBAUR

shopping-portal